Handball
Erlanger Ärger über Schlussphase
Michael Haaß konnte mit der Schlussphase des Spiels gegen Hannover nicht zufrieden sein.
Michael Haaß konnte mit der Schlussphase des Spiels gegen Hannover nicht zufrieden sein.
Foto: dpa
Erlangen – Die Erlanger machen gegen Hannover bis zur 45. Minute das Spiel, dann verlieren sie den Faden – zum Unmut von HCE-Trainer Michael Haaß.

Die Erlanger Bundesliga-Handballer mussten sich am Donnerstagabend in einem intensiven und temporeichen Heimspiel gegen die Recken aus Hannover geschlagen geben. Obwohl das Team von Michael Haaß bis zur 53. Minute stets die Nase vorn hatte, schafften es die Franken nicht, die Führung über die Zeit zu bringen und verloren am Ende mit 31:35 (16:14). Beste Erlanger Werfer waren Simon Jeppsson und Antonio Metzner, die sich beide jeweils sieben Mal in die Torschützenliste eintrugen.

Bundesliga, Männer

Hc Erlangen –TSV Hannover-Burgdorf 31:35

Der HCE musste in seinem Heimspiel auf die verletzten Rückraumspielern Benedikt Kellner und Steffen Fäth verzichten. Zudem war Christoph Steinert nicht im Aufgebot. Auch wenn die Franken deshalb ohne ihren besten Torschützen in den 8. Spieltag starteten, hatten sie einen guten Start und gingen durch das Tor von Jeppsson mit 1:0 in Führung.

Doch auch die Gäste drückten von Anfang an mächtig aufs Tempo. In der Defensive schenkten sich beide Teams zudem nichts. In der 6. Minute traf HCE-Mann Büdel zur 4:3-Führung, was Gäste-Coach Christian Prokop dazu veranlasste, auf eine offensive 3-2-1-Abwehr umzustellen. Die Erlanger ließen sich davon aber nicht beeindrucken und kamen auch in Unterzahl zweimal in Folge zum Torerfolg – Antonio Metzner traf nach neun Spielminuten zum 6:5. Gute Abwehrarbeit der Erlanger führte anschließend zu einem Ballgewinn, den Nico Büdel einnetzte. Damit setzte sich das Team von Michael Haaß das erste Mal mit zwei Toren ab (7:5).

Auch die frühe Auszeit von Prokop brachte die Hausherren nicht aus dem Konzept: Simon Jeppsson passte den Ball zu seinem Teamkollegen Christopher Bissel, der sicher zum 8:5 (13.) verwandelte. Die Gäste aus Niedersachsen ließen sich aber nicht abschütteln, sondern kämpfen sich zehn Minuten vor dem Seitenwechsel wieder auf 11:11 heran. Nach einer kurzen Schwächephase fingen sich die Hausherren wieder und erhöhten durch die Tore von Patrik Leban und Jeppsson auf 14:12 (26.). Nach einer starken Parade von Klemen Ferlin war es HC-Kapitän Nikolai Link, der sich über die zweite Welle aus dem Rückraum zum 15:12 durchsetzte. Beim Stand von 16:14 gingen beide Teams in die Kabine.

Viel Tempo im zweiten Durchgang

Nach dem Seitenwechsel holten die Gäste auf, nach zwei Minuten stand es 17:17. Die Zuschauer sahen anschließend ein enges und temporeiches Spiel, indem der HC Erlangen zunächst die Nase vorn behielt. In Überzahl erzielten die Gäste dann jedoch den 20:20-Ausgleichstreffer vom Kreis. Doch auch die Franken fanden immer wieder gute Lösungen gegen die kompakte Abwehr der Recken.

So auch in der 45. Minute, als der starke Metzner seine Mannschaft wieder mit zwei Toren in Führung brachte (25:23). Bis zur 53. Minute dauerte die HCE-Führung. Beim Spielstand von 28:28 verloren die Hausherren jedoch den Zugriff in der Abwehr, sodass Ivan Martinovic den TSV das erste Mal seit der dritten Minute wieder in Führung brachte.

Erlangens Probleme in der Schlussphase

In der Crunch-Time stellte Hannover die Erlanger mit seinen variablen Abwehrformationen immer wieder vor Probleme und weil die Franken auch in der Defensive nicht mehr dagegenhalten konnten, gelang es den Gästen in den Schlussminuten davonzuziehen: Der Treffer zum 29:32 von Ilija Brozovic besiegelte die Erlanger Niederlage. Nach Abpfiff lag der HCE mit vier Toren zurück (31:35).

„Wir haben ein ganz, ganz enges Spiel gesehen, welches hin und her ging. Wir hatten das Spiel 45 Minuten unter Kontrolle und haben in der ersten Halbzeit hinten sehr gut verteidigt mit einem guten Klemen Ferlin – vorne haben Jeppsson und Metzner viel getroffen“, erklärt Haaß und ergänzt: „Mitte der zweiten Halbzeit hatten wir ganz klar die Nase vorn und dann haben wir aufgehört zu spielen, haben hinten Zweikämpfe und unsere Sicherheit verloren. Ich ärgere mich sehr über diese Niederlage, aber wir blicken jetzt nach vorne und konzentrieren uns auf unser nächstes Spiel gegen Magdeburg“, sagte HCE-Coach Michael Haaß nach dem Abpfiff.

HC Erlangen: Ziemer, Ferlin – Sellin (2), Jaeger, Overby, Marschall, Firnhaber (2), Büdel (4), Bissel (3), Metzner (7), Link (2), Jeppsson (7), Leban (2), Olsson (2), Zechel

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