Handball
HC Erlangen muss sich Wetzlar geschlagen geben
Adam Nyfjäll von der HSG Wetzlar kann Erlangens Nico Büdel (rechts) nicht stoppen.
Adam Nyfjäll von der HSG Wetzlar kann Erlangens Nico Büdel (rechts) nicht stoppen.
Foto: Sportfoto Zink
Erlangen – Handball-Bundesligist HC Erlangen verliert in einem temporeichen und intensiven Spiel knapp mit 24:27 gegen die HSG Wetzlar.

Der Handball-Bundesligist HC Erlangen konnte in seinem Heimspiel gegen die HSG Wetzlar am Donnerstagabend bis aus Torhüter Klemen Ferlin und Benedikt Kellner wieder auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. In einem echten Handball-Krimi kämpften die stark verbesserten Franken 60 Minuten mit allen Mitteln und kamen auch nach mehrfachen Rückständen immer wieder auf Schlagdistanz. Am Ende entschieden Nuancen über den Ausgang der Partie, in welcher der HCE mit einer 24:27-Niederlage vom Feld ging.

Bundesliga, Männer

HC Erlangen – HSG Wetzlar 24:27

Gleich im ersten Angriff setzte sich Simon Jeppsson aus dem Rückraum zum 1:0 durch. Nach dem Ausgleichstreffer stellte Nico Büdel auf 2:1 (6.) und holte zudem die Zeitstrafe heraus. Die Zuschauer sahen ein ausgeglichenes und temporeiches Handballspiel, in dem sich beide Teams einen harten Kampf lieferten. Die Franken verteidigten kompakt und aggressiv und zwangen die Gäste aus Mittelhessen zu Beginn oftmals ins Zeitspiel. Dabei zeigten die Hausherren ein völlig anderes Gesicht als vergangene Woche gegen Stuttgart.

Entschlossen und konsequent

Mit viel Entschlossenheit und Konsequenz gingen die Franken in Richtung Tor und erarbeiteten sich über die Spielstände 3:3 und 6:6 in der 15. Minute einen sehenswerten Treffer vom Kreis zur 7:6-Führung. In Überzahl kam die HSG zum 8:7, doch der HCE kämpfte weiter und erarbeitete sich durch den Treffer von Christoph Steinert den Ausgleich. Weil die Hausherren drei Mal in Folge an Torhüter Till Klimpke scheiterten, zog die HSG in der 23. Minute erstmals mit zwei Toren davon (10:8).

Dies nahm Erlangens Coach Michael Haaß zum Anlass, um die Auszeit zu legen. Nach der Ansprache traf Jeppsson zum 9:10. In den Schlussminuten des ersten Durchgangs ging es Schlag auf Schlag. Beide Teams scheuten keinen Zweikampf und drückten mächtig aufs Gaspedal. Jeppsson, der in der ersten Halbzeit vier Tore erzielte, setzte drei Sekunden vor dem Pausenpfiff mit einem echten Rückraum-Hammer den Treffer zum 12:13.

Ziemer mit starker Parade

Nach dem Wiederbeginn erhöhte Wetzlar auf 14:12, doch Büdel legte direkt nach. Im Positionsangriff geriet der HCE etwas ins Stocken, sodass die Gäste in der 36. Minute auf 17:14 erhöhten. Durch den Treffer von der Siebenmeterlinie von Steinert und der starken Parade von Martin Ziemer kam Erlangen durch Büdel wieder zum Anschlusstreffer (16:17, 38.). Christopher Bissel markierte per Einläufer das 18:19 und auch einen Angriff später schaffte es der schnelle Linksaußen per Tempogegenstoß, den Ausgleichstreffer zum 19:19 zu machen.

HSG-Coach Benjamin Matschke war damit nicht zufrieden und legte die Auszeit. Seine Ansprache trug Früchte, denn die Mittelhessen konnten kurz danach mit zwei Toren wegziehen. Wieder war es Bissel, der das 21:21 vom Kreis erzielte. In Überzahl kam die HSG daraufhin zwei Mal in Folge zum Torerfolg, sodass der HCE wieder unter Zugzwang geriet. Beim Spielstand von 21:23 unterlief den Hausherren ein Wechselfehler, sodass Wetzlar abermals mit einem Mann mehr auf der Platte stand. Bissel interessierte das jedoch wenig und netzte eiskalt zum 22:23 (55.) ein.

Lenny Rubin ist nicht zu bremsen

Nicht zu bremsen war der Top-Torjäger der Liga, Lenny Rubin, der daraufhin auf 24:22 erhöhte. In den Schlussminuten stand das Spiel Spitz auf Knopf, als sich Erlangen leidenschaftlich den Ball zurückeroberte und seinen Kapitän Nikolai Link auf die Reise zum 23:24 schickte. Anstatt in Ballbesitz zu kommen, um wieder die Chance auf etwas Zählbares zu erhalten, entschieden die beiden Unparteiischen jedoch auf Siebenmeter für die Gäste, welchen Maximilian Holst verwandelte. Nach der strittigen Szene scheiterte Steinert an Klimpke, sodass der HCE seine Deckung öffnete und verlor.

Zeit zum Durchatmen hat der HC Erlangen kaum. Schon in drei Tagen sind die Franken auswärts bei Frisch auf Göppingen gefordert. Anwurf in der Göppinger EWS-Arena ist um 16 Uhr. Das nächste Heimspiel lässt auch nicht lange auf sich warten. In 12 Tagen haben die Erlanger die Chance auf eine Revanche, wenn der HCE im Pokal-Achtelfinale wieder gegen die Gäste aus Mittelhessen ran muss.

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