Handball
HC Erlangen: Konkurrenz für Firnhaber und Zechel
Justin Kurch wechselt vom HSC Coburg zum HC Erlangen.
Justin Kurch wechselt vom HSC Coburg zum HC Erlangen.
Foto: Uwe Gick
Erlangen – Ein deutscher Juniorennationalspieler vom HSC Coburg ergänzt die beiden Kreisläufer. Der eigentliche Kandidat hat den Medizincheck nicht bestanden.

Das Kreisläufer-Trio des HC Erlangen für die neue Saison in der Handball-Bundesliga ist komplett. Die deutschen Teilzeit-Nationalspieler Sebastian Firnhaber und Tim Zechel bekommen Unterstützung, aber auch Konkurrenz von Justin Kurch, der als Junioren-Auswahlspieler ebenfalls den Adler auf der Brust trägt.

Das 1,98 Meter große und 110 Kilo schwere Kraftpaket kommt vom fränkischen Rivalen HSC Coburg, wo es in den vergangenen Monaten eine eindrucksvolle Entwicklung genommen hat. Kurch reifte beim Zweitligisten zum umsichtigen und hart zupackenden Abwehrchef und verdrängte auf seiner Position erfahrene Bundesligarecken wie Andres Schröder und Jan Schäffer, beide ehemalige HCE-Akteure.

Justin Kurch hatte Wurfquote von mehr als 80 Prozent

Eine starke Quote von mehr als 80 Prozent verwandelter Würfe in der abgelaufenen Saison zeugt zudem von den Offensivqualitäten Kurchs. „Wir sind uns sicher, dass die Entwicklung von Justin noch nicht beendet ist und dass er beim HC Erlangen den nächsten Schritt gehen wird. Wir haben in der Vergangenheit Prima-Erfahrungen mit gut entwickelten Talenten des Leistungsniveaus von Kurch gemacht, wenn ich nur an Tim Zechel und Antonio Metzner denke. Auch Justin wird deren Weg gehen“, sagt Geschäftsführer René Selke.

Ganz einfach war der Wechsel des 23-Jährigen von Ober- nach Mittelfranken nicht. Denn mit dem Zweitligisten Dessau-Rosslauer HV war sich Kurch schon im Winter über einen Wechsel im Sommer einig. „Die Möglichkeit, bei einem Topverein wie dem HCE zu spielen, hat die Situation schlagartig verändert. Ich bin wirklich sehr dankbar dafür, dass mir die Verantwortlichen aus Dessau für einen Wechsel in die stärkste Liga der Welt keine Steine in den Weg gelegt haben und meine Entscheidung für den HCE gerade im Hinblick auf meine persönliche Entwicklung als Handballer nachvollziehen konnten“, sagt der Kreisläufer.

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Der gebürtige Zeitzer (Sachsen-Anhalt) war mit 13 Jahren an die Sportschule des SC Magdeburg gewechselt. Mit der U20-Auswahl des Deutschen Handball-Bunds gewann Kurch bei der Europameisterschaft 2018 im slowenischen Celje die Bronzemedaille. Im selben Jahr feierte der Athlet mit der A-Jugend der Magdeburger die deutsche Vizemeisterschaft.

In den vergangenen beiden Jahren ging er mit Coburg in der 1. und 2. Liga an den Start. „Ich bin auch dem HSC sehr dankbar für die Möglichkeit, wichtige Erfahrungen sammeln zu dürfen. Für einen jungen Spieler wie mich war es eine enorm wichtige Zeit, gespickt mit vielen Gänsehautmomenten in der Bundesliga; mit der Möglichkeit, gegen Weltklasse-Handballer zu spielen.“

Sveinn Johannsson nach Knie-OP nicht fit genug

Kurch ersetzt beim HCE den Isländer Sveinn Johannsson, der ursprünglich für die dritte Kreisläufer-Position vorgesehen war und bereits zum Medizincheck in Erlangen weilte. Die ärztlichen Untersuchungen brachten jedoch zutage, dass nach einer schweren Knie-Operation das Risiko zu groß war, den hohen physischen Belastungen nicht standzuhalten. „Nach intensiven Beratungen mit unseren Mannschaftsärzten und unter Hinzunahme weiterer renommierter Spezialisten konnten wir dieses Risiko einfach nicht eingehen“, erklärt Selke.

Trainer und Sportdirektor Raul Alonso freut sich umso mehr über die Verpflichtung von Justin Kurch: „Wir haben einen jungen und talentierten Spieler verpflichtet, den wir lange und gut beobachtet haben und der besonders in der abgelaufenen Rückrunde der 2. Liga sein großes Potenzial bewiesen hat: Er ist physisch stark, schnell und mit einer guten handballerischen Ausbildung ausgestattet.“

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Kurch bringe alles mit, um sich bei den Mittelfranken zu einem guten Bundesligaspieler zu entwickeln, so Alonso. „Wir werden ihm dabei helfen – so wie in der Vergangenheit bei vielen anderen Spielern, die heute absolute Leistungsträger bei uns sind. Wir freuen uns auf eine spannende und gemeinsame Zukunft mit ihm.“

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