Handball
HCE glückt die Revanche gegen den HSC Coburg
In der ersten Hälfte sah der Erlanger Sebastian Firnhaber die rote Karte. Nach dem Seitenwechsel erhielt auch der Coburger Stepan Zeman (links) einen Feldverweis.
In der ersten Hälfte sah der Erlanger Sebastian Firnhaber die rote Karte. Nach dem Seitenwechsel erhielt auch der Coburger Stepan Zeman (links) einen Feldverweis.
Foto: Sportfoto Zink
Erlangen – Erlangen hat mit einem klaren Derby-Heimsieg die Hinspielpleite in Coburg wettgemacht. Auch bei den Feldverweisen herrschte gestern Gleichstand.

Beim Hinspiel in Coburg waren die Erlanger auf dem Weg zur HUK-Arena mit Schmäh-Plakaten entlang der Strecke begrüßt worden. Die Revanche in dieser Hinsicht erhielten die HSC-Profis in der Nürnberger Arena, wo die Erlanger Supporters Crew unter anderem den Spruch „Derby-Sieger steigen fast niemals ab“ auf ein meterlanges Tuch hinter der Werbebande gepinselt hatte. Denn so viel stand schon vor Anpfiff des Rückspiels fest: Die Chance auf den Coburger Klassenerhalt wären selbst mit einem Erfolg gegen den HCE minimal gewesen. Nach dem Rückspiel war der Abstieg der Coburger dann so gut wie besiegelt.

Bundesliga, Männer

HC Erlangen – HSC Coburg 33:28 (14:13)

Auch auf dem Feld waren die Hausherren heiß auf Wiedergutmachung. Dem einzigen Mittelfranken im Team, Christopher Bissel, war das 1:0 vorbehalten. Torwart Martin Ziemer verhinderte gegen Tobias Varvne und Florian Billek zwei Mal den Ausgleich. Nach dem 2:0 von Sebastian Firnhaber war der HSC aber trotz der mangelnden Gastfreundschaft angekommen. Vor allem Jan Kulhanek machte klar, dass er genau wie sein Gegenüber Ziemer (38) kurz nach seinem 40. Geburtstag noch nicht zum alten Eisen gehört.

Im Februar hatte Erlangen die Partie über weite Strecken kontrolliert und eher unglücklich mit 26:27 verloren. Diesmal legten die Coburger vor. Mit 7:3 führten die Oberfranken nach einem Viertel der Spielzeit. Eine Auszeit von HCE-Trainer Michael Haaß kurz zuvor war verpufft. In der 22. Minute war beim 9:9 Gleichstand hergestellt. HSC-Coach Alois Mraz unterbrach den von Johannes Sellin angetriebenen 4:0-Lauf der Mittelfranken mit der grünen Karte.

Rot für Sebastian Firnhaber

Apropos Karte: Firnhaber sah für ein Foul gegen Drasko Nenadic die rote und hatte Feierabend (23.). Der Kreisläufer hatte zuerst den Ball, aber dann auch das Gesicht des Coburgers erwischt. Trotz zwei Minuten Unterzahl blieb das Haaß-Team dran, das 12:12 und 13:13 warf der künftige HSCler, Jan Schäffer (26., 27.). In der letzten Minute der ersten Hälfte sorgte Benedikt Kellner erstmals wieder für einen Erlanger Vorsprung, den der HCE mit in die Kabine nahm.

Dass sich Schäffer nicht vor der moralisch schwierigen Aufgabe drückte, war nach seinem Doppelschlag klar, doch nach je einem Treffer zu Beginn der zweiten Halbzeit humpelte der Kreisläufer plötzlich vom Feld. Der neunte Ausfall beim HCE? Indes brachte Bissel seine Mannschaft per Kempa-Trick mit 17:15 in Front (34.).

Minutenlang legte Erlangen vor, hatte nach zwei Dritteln der Partie dank Simon Jeppsson einen Puffer von drei Toren. Die nächste gute Nachricht für die Gastgeber kam von Jan Schäffer: Mit Daumen hoch signalisierte der 31-Jährige, dass die medizinische Abteilung seine Einsatzbereitschaft wiederhergestellt hatte.

Andreas Schröder trifft drei Mal

Fortan verteidigte er an der Seite von Max Jaeger, der im vergangenen Sommer den umgekehrten Weg von Coburg nach Erlangen gegangen war. Und was machte der Ex-Erlanger im gelben Trikot, Andreas Schröder? Der war zwar mit der ersten gelben Karte der Begegnung eher negativ aufgefallen, trug sich aber auch drei Mal in die Torschützenliste ein.

Das gelang auch Stefan Bauer. Der Forchheimer erzielte seinen zweiten Bundesliga-Treffer überhaupt zum 24:20 (42.). Auszeit HSC. Im Liegen bereite Ziemer das 25:21 von Sellin vor. Die Gäste arbeiteten sich wieder heran, glichen aber nur bei den Feldverweisen aus: Stepan Zeman riss HCE-Neuverpflichtung Stefan Lex um (48.).

Jan Schäffer begrüßt seine künftigen Teamkollegen mit vier Treffern.
Jan Schäffer begrüßt seine künftigen Teamkollegen mit vier Treffern.
Foto: Sportfoto Zink

Danach verschafften sich die Mittelfranken wieder ein Polster, für die Vorentscheidung sorgte Kellner mit dem 32:27 rund zweieinhalb Minuten vor Schluss. Daran änderte auch das nächste Time-out von Mraz nichts mehr. Sellin (neun Tore, 82 Prozent Wurfquote), Bissel (6, 86) und Schäffer (4, 100) waren an diesem Tag einfach zu effizient. Dominic Kelm (4) und Zeman (3) versenkten zwar alle ihre Versuche, doch die Ausbeute reichte nicht.

Mit „Derby-Sieger, Derby-Sieger“, begleiteten die HC-Mitarbeiter die letzten Angriffe des vorerst letzten Frankenduells in der 1. Handball-Bundesliga. Denn da die HBW Balingen-Weilstetten gegen die Rhein-Neckar Löwen gewann, ist der HSC Coburg praktisch Zweitligist.

Mit einem Erfolg am kommenden Donnerstag gegen Balingen mit mindestens acht Toren Abstand können die Oberfranken den direkten Vergleich zwar für sich entscheiden, aber noch unwahrscheinlicher als so ein Kantersieg ist, dass der HSC vorher gegen Berlin und anschließend ohne Punktverlust bleibt und Balingen nur noch leer ausgeht. Der HCE ist am Wochenende spielfrei.