Höchstadt Alligators
Klarer Auftaktsieg: Höchstadt feiert mit Freibier
Die Ehrenrunde nach Spielschluss tat gut: Der Höchstadter EC durfte erstmals seit über eineinhalb Jahren einen Punktspielsieg mit seinen Fans im Stadion feiern.
Die Ehrenrunde nach Spielschluss tat gut: Der Höchstadter EC durfte erstmals seit über eineinhalb Jahren einen Punktspielsieg mit seinen Fans im Stadion feiern.
Foto: Andreas Klupp
Höchstadt a. d. Aisch – Challenge gewonnen, Passau geschlagen: Dem Höchstadter EC gelingt beim 6:1 gegen die Black Hawks vor 712 Zuschauern ein perfekter Saisonauftakt.

Eineinhalb starke Drittel reichen dem HEC im erstes Saisonspiel zum klaren 6:1 (2:0, 1:0, 3:1) gegen Passau. Phasenweise war im heimischen Eisstadion am Kieferndorfer Weg ein Klassenunterschied erkennbar. Vor allem die Neuzugänge machten auf sich aufmerksam.

Eishockey-Oberliga Süd

Höchstadter EC – EHF Black Hawks Passau 6:1

Von Nervosität war bei den Alligators von Beginn an nichts zu sehen. Mit der lautstarken Unterstützung der Fans im Rücken legte Höchstadt munter los, suchte die Torabschlüsse und ließ Passau nicht ins Spiel kommen.

Die beste Chance zur Führung vergab Anton Seewald, der frei aufs Tor zulaufend an Goalie Leon Meder scheiterte (9. Minute). Dabei zog Höchstadt das erste Powerplay, in dem Meder jedoch erneut das Gegentor verhinderte.

Höchstadter Offensivdrang wird belohnt

Als Passau wieder vollzählig war, durften die Fans im Stadion zum ersten Mal jubeln: Jannik Herm passte von rechts hinter dem Tor an den Torraum zu Michail Guft-Sokolov, der zum 1:0 vollstreckte (11.).

Der Gast tat sich im Spielaufbau sehr schwer, HEC-Torhüter Benjamin Dirksen und seine Vorderleute wurden defensiv kaum gefordert. Umso mehr Zeit hatte Martin Vojcak, an dessen Seite überraschend Neuzugang Philipp Stobbe statt Nick Dolezal verteidigte, sich in die Offensive einzuschalten – mit Folgen für die Gäste: Seewald durfte im Passauer Drittel frei aufdrehen, scheiterte an Meders Schoner, ehe Kapitän Vojcak zum 2:0 abstaubte (15.).

In der Schlussphase durfte Höchstadt nach Strafe gegen den Ex-Deggendorfer Marcel Pfänder erneut in Überzahl ran, machte daraus aber wenig. Gefährlicher wurde es, als ein Passauer Vorstoß zur Konterchance für Neuzugang Jannik Herm wurde. Doch erneut rettete Meder mit einem tollem Reflex.

Das dritte HEC-Tor weckt Passau auf

79 Sekunden Überzahl nahm Höchstadt mit in den zweiten Abschnitt – brauchte aber nur 47 Sekunden für das 3:0. Mit sauberem Passspiel zog Höchstadt die Passauer Unterzahlformation auseinander, Guft-Sokolov stand plötzlich rechts im Drittel völlig blank und schoss überlegt unter die Latte ein.

Defensiv schienen die stark verjüngten Black Hawks von Ex-Alligator Ales Kreuzer überfordert, doch nach dem 0:3 erwachte der Gast zumindest offensiv. Dänen-Torjäger Anders Poulsen, der als Ersatz Deggendorf abgewanderten Topscorer Liam Blackburn ersetzte und Jeffrey Smith verpassten mehrfach nur knapp den Anschlusstreffer (24.). Auf der Gegenseite stand dem auffälligen Herm bei einem satten Schlenzer der Pfosten im Weg (27.).

Es blieb für längere Zeit der letzte gefährliche Torschuss der Hausherren, denn in der Folge musste Höchstadt mehrmals in Unterzahl ran. Try-Out-Spieler Austin Albrecht und Guft-Sokolov saßen nacheinander draußen, der HEC verteidigte aber vier Minuten lang solide (32.). Zwei weitere Minuten Unterzahl nach Strafe gegen Herm blieben ebenfalls folgenlos (36.).

Das Torschussverhältnis hatte sich mittlerweile angeglichen, Dirksen bekam deutlich mehr zu tun. Doch auf der Anzeigetafel blieb vor dem Schlussabschnitt ein klarer Vorsprung für Höchstadt stehen.

Zu schnell für Passau: Anton Seidel (Mitte) läuft Santeri Ovaska (links) und Elias Rott (hinten) davon. Im Schlussdrittel zeigte er sein großes Potenzial.
Zu schnell für Passau: Anton Seidel (Mitte) läuft Santeri Ovaska (links) und Elias Rott (hinten) davon. Im Schlussdrittel zeigte er sein großes Potenzial.
Foto: Andreas Klupp

Bei Höchstadt wackeln nur die Scheiben

Für den Wachmacher im dritten Drittel sorgte die gesprengte Verankerung der Plexiglasscheibe vor der Fankurve. Nach einem Check wackelte das Plexiglas auf der ganzen Länge, binnen fünf Minuten hatte die Stadiontechnik das Problem behoben.

Auf dem Eis verteidigte die Mannschaft von Mikhail Nemirovsky den Vorsprung, ohne allzu viel machen zu müssen. Passau kam zwar zu Chancen, zielte aber wie schon in den Dritteln zuvor nicht genau genug. Das änderte sich auch nicht, als sich Markus Babinsky nach Hüftcheck gegen Anton Seidel beim Passauer revanchierte und auf die Strafbank musste (47.).

Kaum von der Bank zurückgekommen, hätte Babinsky fast das 4:0 erzielt. Doch erneut war Passau im Aluglück, seinen Schuss nach tollem Antritt setzte der Abwehrschrank ans Lattenkreuz (49.).

Reichlich Musik im Schlussdrittel

Das vierte Tor gelang stattdessen Albrecht, der von einem Patzer des sonst bärenstarken Meder profitierte: Von Seidel bedient zog der US-Amerikaner von rechts ab, die Scheibe rutschte dem Passauer Torhüter durch die Hand ins Tor (55.).

Doch das war es noch lange nicht. Smith verhinderte auf der Gegenseite den Shutout von Dirksen, per Flachschuss erzielte er den verdienten Passauer Ehrentreffer. Doch erneut Albrecht, der nach feinem Pass von Seidel cool links einschoss (57.) und Jari Neugebauer exakt 40 Sekunden schraubten das Ergebnis sogar auf 6:1 hoch.

Den Schlusspunkt setzten HEC-Neuzugang Herm und Sergej Janzen: Nach hartem Check gegen Herm fielen auf beiden Seiten die Handschuhe, zum Kampf kam es aber nicht.

Stattdessen feierten die Alligators mit ihren Fans einen perfekten Saisoneinstand und ließen sich das versprochene Sponsoren-Freibier schmecken. 90 Liter versprach der Klub, wenn mehr als 700 Fans ins Stadion gekommen.

Daniel Tratz: „Wir sind sehr stark rausgekommen“

Besonders geschmeckt haben dürfte es Probespieler Albrecht: Der Amerikaner wurde nach der Schlusssirene als Spieler des Spiels ausgezeichnet. Und auch HEC-Teammanager Daniel Tratz war zufrieden: „Wir sind stark aus der Kabine gekommen, das Drittel war sehr gut von uns. Insgesamt haben wir verdient gewonnen, auch wenn das 6:1 am Ende einen Tick zu hoch war.“

Ex-Alligator Kreuzer stieß vor allem der erste Abschnitt übel auf. „So können wir uns nicht präsentieren. Danach wurden wir aber besser“, sagte der Coach der Black Hawks, der zum Abschlussbier an alter Wirkungsstätte dennoch nicht Nein sagte.

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