Fußball-EM
München bleibt Spielort – Aufatmen in „Herzo“
Die Entscheidung ist gefallen: München bleibt Spielort der Fußball-Europameisterschaft. Ihr Quartier wird die deutsche Mannschaft in Herzogenaurach aufschlagen.
Die Entscheidung ist gefallen: München bleibt Spielort der Fußball-Europameisterschaft. Ihr Quartier wird die deutsche Mannschaft in Herzogenaurach aufschlagen.
Foto: Paul Frömel
Herzogenaurach – München darf die EM-Spiele behalten. Auch in Franken ist die Freude darüber groß, besonders in Herzogenaurach.

Es war eine Zitterpartie, aber jetzt steht fest: München bleibt Spielort der Europameisterschaft im Sommer. Der DFB und die bayerische Landeshauptstadt bekamen am Freitag vom UEFA-Exekutivkomitee die Zusage. Damit finden drei Gruppenspiele sowie ein Viertelfinale in der Münchner Allianz Arena statt.

Die heikle Fan-Frage bleibt aber bis zum EM-Anpfiff gegen Weltmeister Frankreich ein großes Politikum. Joachim Löw bekommt zum Abschluss seiner Bundestrainer-Ära drei EM-Heimspiele in der Allianz Arena – und die sollen durch den unerbittlichen Druck der UEFA trotz Corona-Krise sogar vor mindestens 14.500 Fans stattfinden.

Lesen Sie auch: 

Freude bei Adidas

Das Votum der UEFA machte am Freitag auch den Sportartikelhersteller Adidas glücklich. Denn Löw wird mit seinen 23 Spielern am Firmensitz des DFB-Ausrüsters im fränkischen Herzogenaurach wohnen und trainieren.

„Wir freuen uns sehr, dass die Fußball-Europameisterschaft am geplanten Spielort in München stattfinden kann. Ein besonderer Höhepunkt für uns ist, dass die deutsche Nationalmannschaft ihr EM-Quartier auf der Adidas World of Sports in Herzogenaurach beziehen wird. Der Gebäudekomplex ’Home Ground’ steht kurz vor der Fertigstellung. Wir stehen in engem Austausch mit dem DFB und werden ein perfekter Gastgeber sein“, sagte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen auf Nachfrage.

Lesen Sie auch: 

Zuschauerfrage nicht endgültig geklärt

Das politische Ringen in der emotionalen Zuschauer-Frage ist sieben Wochen vor dem Turnierbeginn noch lange nicht beendet. In ihrer Interpretation zum Fan-Beschluss lagen UEFA, deutsche Politik und Deutscher Fußball-Bund nämlich immer noch sehr weit auseinander.

Zu brisant ist die Frage in den unverändert harten Pandemie-Zeiten. „Alles ist vorbehaltlich der pandemischen Lage“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München und widersprach damit der klaren UEFA-Aussage einer fixen Zuschauer-Entscheidung.

„Das UEFA-Exekutivkomitee ist heute per Videokonferenz zusammengetreten und wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass die zuständigen Behörden die Durchführung aller vier Partien der UEFA Euro 2020 in München mit mindestens 14.500 Zuschauern genehmigt haben, weshalb die Stadt als Austragungsort bestätigt wurde“, hieß es hingegen in einer klar formulierten Verbandsmitteilung.

Lesen Sie auch: 

UEFA betrachtet das Thema für erledigt

Im UEFA-Hauptsitz in Nyon am Genfer See wurde das Thema aber im eigenen Sinne für erledigt erachtet. Sonst hätte München auch kaum grünes Licht bekommen und hätte wie Dublin und Bilbao eine demütigende Absage einstecken müssen. Offenbar wird in beiden Lagern auf Zeit gespielt. Auch für die UEFA hätte ein Affront gegen Deutschland als wichtigen Fußball-Markt spätestens nach dem Super-League-Drama schlechte Publicity bedeutet.

Am 15. Juni EM Auftakt für die DFB-Elf

Joachim Löw kann bei seinem Abschiedsturnier mit der DFB-Auswahl nun planen. Fünf Tage nach dem Einzug ins Team-Camp im fränkischen Herzogenaurach beginnt für die Nationalmannschaft mit dem Kracher gegen Weltmeister Frankreich am 15. Juni die heiße Turnierphase.

Ganze 186 Kilometer liegen zwischen Wohn- und Spielort der DFB-Stars, statt der möglichen 1000 Kilometer im als Ersatzort für München gehandelten Londoner Wembley Stadion. Ein Vorteil für Löw, auch bei den Gruppenspielen gegen Europameister Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni).

Besonders das Viertelfinale am 2. Juli hatte bis zuletzt auf der Kippe gestanden, da sich die UEFA an einem anderen Spielort mehr Zuschauer erhofft hatte. Für ein mögliches Viertelfinale in München würde die DFB-Elf nur zurückkehren, wenn sie Gruppendritter wird.

Bilbao und Dublin verlieren ihre Spiele

Im Gegensatz zu München verlieren Bilbao und Dublin ihre jeweils vier EM-Spiele, die beiden Ausrichter konnten keine Garantien für Zuschauer abgeben. Die in der baskischen Stadt geplanten Partien werden nun in Sevilla stattfinden. Die drei Gruppenspiele, die in Dublin geplant waren, gehen nach St. Petersburg, das nun insgesamt sieben Spiele ausrichtet. Das Achtelfinale findet in London statt, dort könnte das deutsche Team spielen, wenn es Zweiter seiner Gruppe wird.

Lesen Sie auch: