Eishockey
Nach Overtime: Regensburg hat drei Matchpucks
Der Höchstadter Goalie Benjamin Dirksen (re.) ließ vor dem 0:1 einen Puck fallen, beim 1:2 griff er daneben. Aufgrund einer ansonsten starken Leistung der Alligators brauchte Regensburg die Overtime, um sich den zweiten Sieg der Play-off-Serie zu holen.
Der Höchstadter Goalie Benjamin Dirksen (re.) ließ vor dem 0:1 einen Puck fallen, beim 1:2 griff er daneben. Aufgrund einer ansonsten starken Leistung der Alligators brauchte Regensburg die Overtime, um sich den zweiten Sieg der Play-off-Serie zu holen.
Foto: Andreas Klupp
Höchstadt a. d. Aisch – Die Eisbären setzten sich bei den Höchstadt Alligators in der Verlängerung verdient mit 3:2 durch und brauchen nur noch einen Sieg fürs Finale.

Im ersten Spiel zwischen Regensburg und Höchstadt hatten die Gäste - etwas überraschend - ihre erste Garde gegen die Paradereihe der Eisbären gestellt. "Wir wollten deren Topscorer ausschalten", erläuterte der verletzte Jari Neugebauer, der die Begegnung bei Sprade-TV als Experte begleitet hatte. "Dafür haben wir die zweite Reihe etwas vernachlässigt", schob der 26-jährige Angreifer hinterher.

Nach dem 4:5 zum Auftakt rotierten die Alligators am Ostermontag ebenfalls - erneut nicht ganz freiwillig: Maxim Kryvorutskyy fällt nach einem fairen Bandencheck am Samstag mit einer Oberkörperverletzung aus. Artjom Alexandrov wurde nach seinem kurzfristigen Fehlen in Spiel 1 auch bis zum Bully des zweiten Duells nicht fit. So stand wieder Teammanager Daniel Tratz auf dem Bogen, zudem half Dominik Zbaranski aus. Die ersten beiden HEC-Blocks wurden komplett durchgewürfelt.

Regensburg geht am Ende des Drittels in Führung

Die beiden Mannschaften lieferten sich von Beginn an einen offensiven Schlagabtausch und überstanden je eine Unterzahlphase. Der Höchstadter Kommentator Lukas Meyer war mit seiner Stimme früh am Limit, weil Michail Guft-Sokolov die Scheibe verlor und Martin Kokes in höchster Not rettete. Gut eine Minute vor dem Seitenwechsel brachte Peter Flache den Favoriten in Führung, als Goalie Benjamin Dirksen einen seitlichen Versuch von Constantin Ontl fallen ließ.

Die Oberfranken und Oberpfälzer waren auch im zweiten Durchgang schnell auf Betriebstemperatur. Kokes hätte für die Gastgeber ausgleichen können, ein Regensburger traf den Pfosten. Nach knapp einer halben Stunde war die Zahl der Strafen vom ersten Duell bereits erreicht (je drei). 1280 zahlende Zuschauer wollten sich das möglicherweise letzte Heimspiel der Alligators nicht entgehen lassen - Saisonrekord.

Die Regensburger waren nicht mit allen Entscheidungen der Schiedsrichter einverstanden.
Die Regensburger waren nicht mit allen Entscheidungen der Schiedsrichter einverstanden.
Foto: Andreas Klupp

Jakob Fardoe fand seinen Meister in Torwart Peter Holmgren (34.), Anton Seewald prüfte den Pfosten (36.). Dann glich Dimitri Litesov auf Querpass von Milan Kostourek aus. Wie schon am Samstag antwortete Regensburg schnell: Dirksen griff bei einem haltbaren Fernschuss von André Bühler daneben (38.). Der Ausrutscher eines Alligators führte beinahe zum 1:3.

Im letzten Drittel hatten die Eisbären zunächst die Nase vorn, doch die größte Chance verbuchten die Mittelfranken, weil Holmgren nicht erkannte, dass Guft-Sokolov abfälschte. Der Puck prallte an den Pfosten (45.). Fortan sah man, welches Team mit dem Rücken zur Wand stand. Der Hauptrundenmeister verteidigte aber stark.

Erst einen Flachschuss ins kurze Eck von Kostourek im Höchstadter Powerplay ließ Holmgren passieren (52.). Seinen aufreizenden Jubel Richtung Gästebank büßte der Torschütze sofort auf dem Einzelsitzplatz. Grund für die Provokation des 38-Jährigen war wohl, dass die Eisbären mehrfach zwei Minuten für den Gegner gefordert hatten. Sie blieb ohne Folgen.

Milan Kostourek jubelt über das 1:1, das er Dimitri Litesov aufgelegt hatte. Das 2:2 besorgte er selbst.
Milan Kostourek jubelt über das 1:1, das er Dimitri Litesov aufgelegt hatte. Das 2:2 besorgte er selbst.
Foto: Andreas Klupp

Langeweile gab es in dieser Partie bis zur Schlusssirene nicht, auch wenn nur knapp halb so viele Treffer fielen wie zwei Tage zuvor. Wie schon in beiden Heimspielen im Viertelfinale gegen Riessersee rettete sich Höchstadt in die Verlängerung  - diesmal beim Stand von 2:2.

Die Oberpfälzer wollten keine Überstunden ohne Sondervergütung machen und nahmen Dirksen unter Dauerbeschuss. Der Schlussmann war trotz seines Wacklers beim 0:1 und seines Patzers beim 1:2 ein sicherer Rückhalt. Auf der anderen Seite wussten die Panzerechsen selbst mit einem Mann mehr auf dem Eis nichts anzufangen. Gerade als der HEC zwei gute Möglichkeiten hatte, holte sich Regensburg den Sieg: Nikola Gajovski zog nach einem Konter ab, Richard Divis hielt den Schläger rein (16.) - 2:3. Damit kann die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte für Höchstadt bereits am Mittwochabend vorbei sein.