Höchstadt Alligators
Play-offs: Das Alligators-Märchen in Bildern
In Scharen kamen die Fans nach dem feststehenden Einzug ins Halbfinale zum Höchstadter Eisstadion. Die Alligators sorgen weiter für Euphorie im Aischgrund.
In Scharen kamen die Fans nach dem feststehenden Einzug ins Halbfinale zum Höchstadter Eisstadion. Die Alligators sorgen weiter für Euphorie im Aischgrund.
Foto: Andreas Klupp
Höchstadt a. d. Aisch – Sechs Tage Play-off-Drama fanden für Höchstadt mit dem Halbfinal-Einzug ihren Höhepunkt. Andreas Klupp hat die emotionalen Momente festgehalten.

Es war eine Woche der Emotionen: Nach drei umkämpften Viertelfinalspielen, zweimaliger Verlängerung und Anton Seewalds entscheidendem Tor ging in Höchstadt die Party los. Die Alligators schafften erstmals in der Vereinsgeschichte den Sprung ins Play-off-Halbfinale der Eishockey-Oberliga Süd - per Sweep gegen den Traditionsklub SC Riessersee.

Jiri Mikesz (rechts) dreht jubelnd ab: Anton Seewald erzielte in der Overtime den 6:5-Siegtreffer.
Jiri Mikesz (rechts) dreht jubelnd ab: Anton Seewald erzielte in der Overtime den 6:5-Siegtreffer.
Foto: Andreas Klupp

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Ihr Play-off-Debüt in der Oberliga gaben die Alligators am 23. März. Spiel 1 gegen den SC Riessersee, das Heimrecht hatte sich der HEC in einer überragenden Hauptrunde erspielt. Und die Partie gegen den Tabellennachbarn hielt, was die vorigen Vergleiche versprachen: Harte Zweikämpfe, Rudelbildungen - und mit dem 5:4-Sieg nach Verlängerung ein glückliches Ende aus Höchstadter Sicht.

Martin Kokes (rechts) schickt den Garmischer Sturmstar Robin Soudek auf die Bretter - und brachte Höchstadt   den ersten Sieg.
Martin Kokes (rechts) schickt den Garmischer Sturmstar Robin Soudek auf die Bretter - und brachte Höchstadt den ersten Sieg.
Foto: Andreas Klupp

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Teamgeist, mentale Stärke und der Glaube an die eigene Klasse: Es sind Attribute, die den Höchstadter EC über die gesamte Saison auszeichneten. Und die Mannschaft auch im Viertelfinale aufs Eis brachte. Ein Baustein, um dem individuell stark besetzten Gegner aus Garmisch Paroli zu bieten.

Die Konstante im Tor: Benjamin Dirksen (rechts) hält Felix Ribarik und seinen Teamkollegen den Rücken frei.
Die Konstante im Tor: Benjamin Dirksen (rechts) hält Felix Ribarik und seinen Teamkollegen den Rücken frei.
Foto: Andreas Klupp

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Spiel 2 in Garmisch entwickelte sich ebenfalls zu einer Nervenschlacht: Höchstadt ging durch Milan Kostourek in Führung, ehe Garmisch aufdrehte und nach 32 Minuten mit 4:2 führte. Doch die Alligators schlugen zurück: Niklas Jentsch und Martin Kokes besorgten den Ausgleich, ehe Michail Guft-Sokolov zwei Minuten vor Schluss zum 5:4-Siegtreffer abfälschte.

Michail Guft-Sokolov legte mit die größte Entwicklung im Team hin. Sein Powerplay-Tor im zweiten Spiel sorgte für Ruhe auf der Garmischer Bank.
Michail Guft-Sokolov legte mit die größte Entwicklung im Team hin. Sein Powerplay-Tor im zweiten Spiel sorgte für Ruhe auf der Garmischer Bank.
Foto: Andreas Klupp

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Vor dem dritten Spiel, wieder in Höchstadt, stand der SC Riessersee unter Zugzwang: Die Garmischer brauchten einen Sieg, ansonsten wäre ihre Saison beendet gewesen. Vor dem Spiel sorgte ein Boykott-Aufruf der einstigen Eishockey-Großmacht jedoch für einen Shitstorm auf Facebook. Auf dem Eis zeigte sich der Gast jedoch stark und führte nach 30 Minuten hochverdient mit 4:1.

SCR-Kapitän Florian Vollmer (links) gratuliert seinem Teamkollegen Eetu-Ville Arkiomaa zum Tor. Der Frust bei Nick Dolezal ist groß.
SCR-Kapitän Florian Vollmer (links) gratuliert seinem Teamkollegen Eetu-Ville Arkiomaa zum Tor. Der Frust bei Nick Dolezal ist groß.
Foto: Andreas Klupp

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"Wo ist euer Glück jetzt hin", rief ein Garmischer Spieler der Höchstadter Bank zu. Der SCR war dem ersten Sieg im Viertelfinale nahe, die Serie schien wieder spannend zu werden. Doch dann drehten die Alligators auf: Kontingentspieler Kostourek brachte den HEC zurück, Dimitri Litesov schickte die Partie in die Overtime. Und dann schlug Anton Seewald zu: Der Play-off-Topscorer traf zum 6:5 und schickte Garmisch in die Sommerpause. Gleichzeitig starteten die Fans ihre Jubelparade.

Dem Halbfinaleinzug folgte die große Party: Autokorso, Freudenfeuer und feierne Fans: Der Aischgrund erwachte.
Dem Halbfinaleinzug folgte die große Party: Autokorso, Freudenfeuer und feierne Fans: Der Aischgrund erwachte.
Foto: Andreas Klupp

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"Ich habe Bilder und Videos von Freunden bekommen, die Fans waren in ganz Höchstadt unterwegs. Es war unglaublich", schwärmte HEC-Verteidiger Felix Ribarik. Sein Team zeigte sich den Fans nach Spielende, achtete dabei aber auf die Corona-Beschränkungen. "Wir sind schließlich noch nicht fertig", sagt Ribarik.

Mit Abstand das bisherige Saisonhighlight: Die Alligators bedanken sich nach Spielende bei ihren treuen Anhängern.
Mit Abstand das bisherige Saisonhighlight: Die Alligators bedanken sich nach Spielende bei ihren treuen Anhängern.
Foto: Andreas Klupp

Bis in den späten Abend hinein liefen die Feierlichkeiten, das eine oder andere Siegerbier hatten sich die Beteiligten verdient. "Auch wir haben ein oder zwei Getränke genossen", gab Ribarik tags drauf zu. "Körperlich platt, aber unheimlich stolz", beschrieb der Verteidiger seine Gefühlslage am Morgen danach - und sprach damit allen Fans aus der Seele.

Der Funke ist übergesprungen: Höchstadt feiert seine Alligators.
Der Funke ist übergesprungen: Höchstadt feiert seine Alligators.
Foto: Andreas Klupp

Doch im Gegensatz zum SCR ist die Saison der Alligators noch nicht beendet. Am Karsamstag startet das Halbfinale und bietet die Möglichkeit, die Erfolgsgeschichte dieser Saison fortzuschreiben. Eines ist klar: Die Alligators werden alles, was sie haben, in die Waagschale werfen.

Wie weit geht es für Benjamin Dirksen und die Alligators?
Wie weit geht es für Benjamin Dirksen und die Alligators?
Foto: Andreas Klupp