100. Geburtstag
Mit 100 Jahren weise und lebenserfahren
Luise Welker feierte ihren 100. Geburtstag.
Luise Welker feierte ihren 100. Geburtstag.
Foto: Richard Sänger
Herzogenaurach – Glücklich und zufrieden sowie bestens gelaunt empfing Luise Welker die Gratulanten zu ihrem 100. Geburtstag.

Man traf sich im geschmückten Foyer der Seniorenresidenz an der Tuchmachergasse. Neben ihrer Familie kamen auch Bürgermeister German Hacker und der stellvertretende Landrat Manfred Bachmayer mit Blumen und vielen guten Wünschen.

Wie oft kommt es schon vor, dass eine Frau 100 Jahre alt wird – eigentlich Grund genug für ein ausgiebiges Fest, das aber die Pandemie verhinderte. Für eine 100-Jährige ist Luise Welker noch ziemlich fit, vor allem geistig. „Ich habe zwar viel erlebt, aber so was wie Corona ist auch für mich total neu“, meinte sie und konnte viel über die früheren Jahre berichten.

Viele Gedichte geschrieben

„Es ist immer sehr interessant und wertvoll, sich mit solchen Zeitzeugen zu unterhalten“, gab sich German Hacker beeindruckt, denn Luise Welker zog ihn mit ihren Erzählungen völlig in ihren Bann. Dass die geistig sehr rüstige Dame somit die besten Voraussetzungen für noch weitere frohe Lebensjahre hat, beweist sie mit mehreren hundert selbst verfassten Gedichten, mit denen sie seit 2016 auch die Mitbewohner der Seniorenresidenz unterhält. Ihr Enkel Thomas hat sich vorgenommen, daraus einen Gedichtband zu machen.

Mit Gratulantenschar (von links): Enkel Stefan, Urenkelin Lena, stellvertretender Landrat Manfred Bachmayer, Sohn Bernhard, Bürgermeister German Hacker, Urenkel Lukas und Enkel Thomas
Mit Gratulantenschar (von links): Enkel Stefan, Urenkelin Lena, stellvertretender Landrat Manfred Bachmayer, Sohn Bernhard, Bürgermeister German Hacker, Urenkel Lukas und Enkel Thomas
Foto: Richard Sänger

Hundert Jahre Lebenserfahrung, schwere Zeiten in Krieg und Vertreibung, auf der anderen Seite auch die glücklichen Momente lassen einen Menschen sichtlich weise werden. Auf die Frage, wie sie die Unwegsamkeit des letzten Jahrhunderts so bravourös gemeistert hat und dabei noch so fit und positiv geblieben ist, gab sie das Rezept: „An die traurigen Momente im Leben darf man nicht ständig denken, sondern man muss sich immer an das Gute erinnern!“

Aus dem Sudetenland

In Herantz im Sudetenland erblickte Luise Welker am 6. Juni 1921 das Licht der Welt. Sie ging dort auch zur Schule, machte die Mittlere Reife und erlernte den Beruf als Kindergärtnerin, den sie hingebungsvoll bis Kriegsende ausführte. Wie viele andere wurde sie 1946 vertrieben und kam mit ihren Eltern und ihrem Bruder zuerst nach Münchaurach. Dort lernte sie auch Johann Welker kennen und lieben, die Hochzeit war dann am 13. September 1948 in Herzogenaurach.

Eine Arbeit fand sie in der Spinnerei in Erlangen und später bei Schaeffler-Teppich. Bis zu ihrem Ruhestand war sie dann 25 Jahre im Verkaufsbüro bei Adidas. An ihrem Geburtstag freute sie sich über den Besuch ihres Sohnes Bernhard, ihrer Tochter Renate, der Enkel Thomas und Stefan, der Enkelin Stefanie sowie der Urenkel Lena und Lukas.

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