Unwetter
Nasse Füße nach Starkregen
Wer am späten Dienstagnachmittag in Wachenroth unterwegs war, brauchte unbedingt Gummistiefel.
Wer am späten Dienstagnachmittag in Wachenroth unterwegs war, brauchte unbedingt Gummistiefel.
Foto: Adobe Stock
Wachenroth – Eine halbe Stunde Wolkenbruch reicht – der Starkregen in Wachenroth hinterlässt Spuren. So ein Unwetter gab es seit der Jahrtausendwende nicht mehr.

Die intensive Phase dauerte gerade mal eine halbe Stunde. Aber das hat gereicht für den Ausnahmezustand in Wachenroth. Die Marktgemeinde wurde am späten Dienstagnachmittag von einem Unwetter heimgesucht. Bei dem Regenereignis wurden zwischen 40 und 50 Liter Wasser auf den Quadratmeter gemessen. Ein Unwetter, das nicht nur die betroffenen Hausbesitzer, sondern auch die Feuerwehren stark forderte.

Die Wassermassen rissen Schlamm und Erde mit sich.
Die Wassermassen rissen Schlamm und Erde mit sich.
Foto: Feuerwehr Wachenroth

Straßen waren überschwemmt und Keller zugelaufen. „19 Einsatzstellen mussten abgearbeitet werden“, sagt Wachenroths Kommandant, Kreisbrandmeister Roland Kauppert im Gespräch mit dem FT. Kurz nach 17 Uhr sei es losgegangen. Erst kurz vor Mitternacht konnten die Wehren aufatmen und den Einsatz als beendet abhaken.

Kommandant Kauppert muss nachalarmieren

Von der Leitstelle im Wachenrother Feuerwehrhaus aus sei der Einsatz koordiniert worden. Zunächst wurden die Wehren der Marktgemeinde alarmiert: Neben Wachenroth waren das Weingartsgreuth und Warmersdorf-Buchfeld. Aufgrund der vielen Einsatzstellen musste Kommandant Kauppert dann nachalarmieren. Die Feuerwehren aus Mühlhausen und Elsendorf kamen zur Unterstützung. Schließlich waren nach Schätzung des Kommandanten mehr als 50 Feuerwehraktive an den verschiedenen Einsatzorten tätig.

Die Wachenrother Hauptstraße glich einem kleinen See.
Die Wachenrother Hauptstraße glich einem kleinen See.
Foto: Feuerwehr Wachenroth

Der erste Alarm sei aus dem Gebiet „An der Röten“ im Norden von Wachenroth gekommen. Die Bereiche „Am Steinacker“ und in der Wachenrother Hauptstraße folgten. Der Schwerpunkt des Unwetters lag nach den Worten von Bürgermeister Friedrich Gleitsmann jedoch in Kleinwachenroth. Bis zur Ebrach sei die gesamte Straße überflutet gewesen.

Weiher laufen ineinander

„Das waren mehrere Gewitter auf einmal“, sagt Bürgermeister Gleitsmann, der am Tag danach noch „völlig down“ war. Nach einem Unwetter dieser Größenordnung befragt, erinnert sich Gleitsmann an ein Ereignis „um die Jahrtausendwende“. Damals sei das Unwetter jedoch nur über dem westlichen Bereich der Gemeinde niedergegangen. Dieses Mal sei die Gesamtgemeinde betroffen. „Unglaublich, was da runter ist“, sagt der Gemeindechef im Gespräch mit dem FT. Vor allem das „Albach-Tal“ habe er so noch nie gesehen. Die Weiher, die in Richtung Albach wie an einer Kette angeordnet sind, seien „ineinander übergelaufen“.

Der Kreisfeuerwehrverband verzeichnete im Landkreis Erlangen-Höchstadt rund 40 Unwetter-Einsätze seit Sonntag.