Keine Einwände
Ex-Vize-Landrat Christian Pech ist wieder Kreisrat
Christian Pech wurde als neues Mitglied des Kreistags vereidigt.
Christian Pech wurde als neues Mitglied des Kreistags vereidigt.
Foto: Christian Bauriedel
LKR Erlangen-Höchstadt – Der frühere Vize-Landrat (SPD) rückt in den Kreistag auf. Es ist ein Schritt hin zur Rehabilitierung nach Strafermittlungen und einem Freispruch.

„So langsam kommt wieder Normalität ins Leben“, sagt Christian Pech am Freitag nach der Sitzung des Kreistags, die in der Aischtalhalle in Höchstadt stattfand.

Der SPD-Politiker aus Möhrendorf wurde kurz davor von Landrat Alexander Tritthart (CSU) als Kreisrat vereidigt. Die SPD im Kreistag hat ihn zudem als stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und als ordentliches Mitglied im Umweltausschuss benannt.

Christian Pech ist nun auch stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag Erlangen-Höchstadt.
Christian Pech ist nun auch stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag Erlangen-Höchstadt.
Foto: Christian Bauriedel

Pech ist Nachrücker für seine SPD-Fraktionskollegin Mechthild Weishaar-Glab (Höchstadt), die aus beruflichen Gründen den Kreistag verlassen hat. Solche Wechsel kommen immer wieder vor. Dafür gibt es die Nachrückerlisten, die nach dem Wahlergebnis gestaffelt sind. Es ist in der Regel Formsache. So auch am Freitag. Im Gremium gab es gegen die Personalie keine Einwände.

Strafermittlungen dauerten lange

Im Falle Pechs ist es aber keine alltägliche Vereidigung. Denn Pech kehrt zurück in ein Gremium, wo er vor einigen Jahren noch Vize-Landrat war. Von diesem Posten wurde er von der Landesanwaltschaft enthoben. Denn es liefen Ermittlungen gegen ihn, er saß im Herbst 2017 vier Wochen in Untersuchungshaft.

Freispruch im Mai

Der Vorwurf: Im Rahmen seiner Arbeit für eine Firma habe er sich des Zollbetrugs in Millionenhöhe schuldig gemacht. Das Verfahren zog sich über Jahre. Im Mai diesen Jahres gab es dann den Freispruch des Landgerichts Nürnberg. Es sei mangels gesetzlicher Grundlage keine strafbare Handlung erkennbar, so die Richter, die deshalb gar nicht in die Beweisaufnahme einstiegen.

Ganz ausgestanden ist die Angelegenheit für Pech allerdings noch nicht. Die Staatsanwaltschaft ging in Revision. Der Bundesgerichtshof (BGH) muss letztinstanzlich noch urteilen.

Das Urteil kam zu spät

Für Pech waren diese Jahre des Verdachts und der Ermittlungen wie ein öffentlicher Pranger. Er verlor sein Amt als Vize-Landrat – vorläufig. Doch das Verfahren zog sich, der Freispruch kam zu spät. Denn bei der Kommunalwahl vergangenes Jahr wurde er knapp nicht mehr in den Kreistag gewählt.

Dass er dort nun durch Weishaar-Glabs Rückzug wieder angekommen ist, freut ihn sichtlich. Er hoffe, dass der BGH den Freispruch schnell bestätigt.

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