3. Oktober
Deutscher Feiertag in Irland mit Chris de Burgh
Auch Chris de Burgh am Empfang in Dublin nahm teil. Johanna Blum nutzte die Gelegenheit zu einem Schwätzchen.
Auch Chris de Burgh nahm am Empfang in Dublin teil. Johanna Blum nutzte die Gelegenheit zu einem Schwätzchen.
Foto: Bernhard Blum
F-Signet von Johanna Blum Fränkischer Tag
Höchstadt a. d. Aisch – Eine Delegation aus Höchstadt nahm an einem Empfang in Dublin teil. Es gab einen Überraschungsgast und klare Worte des Botschafters zum Krieg.

Deutschland feiert seit 1990 den 3. Oktober als den Tag der Deutschen Einheit. Jedes Jahr werden auch in Dublin Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Bildung und Kultur sowie das diplomatisches Corps am Freitag vor dem 3. Oktober in den Garten der Residenz der Deutschen Botschaft eingeladen. Johanna und Bernhard Blum waren stolz, nun schon zum dritten Mal den Freundeskreis Höchstadt-Castlebar vertreten zu dürfen.

Botschafter Cord Meier-Klodt begrüßte mit seiner Ehefrau Gladys Abankwa Meier-Klodt die mehr als 300 Gäste. Eigentlich war der ehemalige Premier Enda Kenny – im letzten Jahr war es Bertie Ahern – eingeladen. Aber er musste aus gesundheitlichen Gründen absagen. Umso mehr freuten sich die Gäste, als plötzlich der Musiker Chris de Burgh erschien. „Ich hab’ ihn vor nicht allzu langer Zeit kennengelernt und lud ihn zum heutigen Tag ein, aber sicher war ich nicht, ob er die Einladung ernst genommen hat“, verriet der Botschafter dem FT augenzwinkernd. Auf Drängen der Gäste gab der beliebte Sänger zwei seiner Lieder zum Besten, und die Combo des Heeresmusikkorps aus Koblenz begleitete ihn gekonnt. Die Handys wurden gezückt, und in Filmen und Bildern wurde das Ereignis festgehalten.

„Beispielloser Krieg“

In seiner Ansprache ging Cord Meier-Klodt auf die Pandemie ein, die zwar inzwischen in den Hintergrund getreten sein mag, „aber die Welt scheint noch krisenhafter zu sein als je zuvor, insbesondere, nachdem Russland seinen brutalen Krieg gegen die Ukraine begonnen hat, so beispiellos er auch ist, so unvorstellbar er auch schien.“

Bernhard und Johanna Blum nehmen den deutschen Botschafter Cord Meier-Klodt in ihre Mitte.
Bernhard und Johanna Blum nehmen den deutschen Botschafter Cord Meier-Klodt in ihre Mitte.
Foto: Bernhard Blum

Das offizielle Europa habe nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs lange Zeit geglaubt, es sei ausschließlich von einem „Ring von Freunden“ umgeben. „Es glaubte an einen gemeinsamen Raum, in dem gemeinsame Werte vorherrschen und immer mehr Akzeptanz finden würden und in dem ein World Wide Web jedem Autokraten, der versucht, interne Opposition zu unterdrücken, im Wege stehen würde“, sagte der Botschafter. Am 24. Februar sei der endgültige Weckruf für ein anderes Paradigma mit weitreichenden Folgen ertönt. „Der ,Ring of friends only’ ist Geschichte, und Geschichte ist zurück im großen Stil“, betonte er.

Der Tag der Deutschen Einheit sei ein Tag der Freude und der Dankbarkeit gegenüber denjenigen, die unter erheblichem persönlichem Risiko für den Sturz des ehemaligen autokratischen DDR-Regimes von innen heraus gekämpft hätten. Der Botschafter erklärte: „Deshalb ruft unser Nationalfeiertag in besonderer Weise in Erinnerung, was jetzt auf dem Spiel steht: unsere gemeinsamen Werte, Frieden und Stabilität in Europa.“

Zum Abschluss sprach er einen Toast auf Irland aus, „unseren zuverlässigen Partner, und auf die wunderbare irische Tradition, in der Zeit der Ernte zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu helfen – eine Tradition, die kollektive Anstrengungen zum Wohle der Gemeinschaft fördert. Wir brauchen das heute mehr als alles andere. Also ein Toast auf Europa!“

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