Gemeinderat
Pumptrack kommt – aber wann?
Die vorgesehene Fläche für einen Pumptrack
Die vorgesehene Fläche für einen Pumptrack
Foto: Grafik: Gemeinde
Großenseebach – Die Gemeinde möchte einen Rundkurs für Moutainbiker bauen. Doch das ist nicht so einfach.

In Großenseebach soll es möglichst bald ein neues Freizeitangebot geben: Die Gemeinde will einen so genannten Pumptrack bauen. Das ist ein Rundkurs mit Hügeln, den Radler, BMX-Fahrer und Mountainbiker nutzen können. Entstehen soll diese Anlage im Süden von Großenseebach neben dem gemeindlichen Bauhof.

Das Thema stand schon öfter auf der Tagesordnung des Gemeinderates, der jetzt das Thema intensiv angehen möchte. Deshalb hatte Bürgermeister Jürgen Jäkel (MfG) den Kreisjugendpfleger Traugott Goßler und Geschäftsführer des Kreisjugendrings des Landkreises Erlangen-Höchstadt zu Sitzung des Gemeinderates eingeladen. Der Kreisjugendpfleger begrüßte das Vorhaben und erläuterte aus seiner Sicht die Erfahrungen, die er bei der Planung und Umsetzung vergleichbarer Projekte gemacht hat.

Bei der Planung der Anlage, aber auch bei der Realisierung und der nachfolgenden Pflege sollen die Kinder und Jugendlichen mit einbezogen werden, so der Rat des Kreisjugendpflegers. „Das habe in der Gemeinde Veitsbronn hervorragend funktioniert“, berichtet es. Auch der Wunsch eines Jugendtreffs könne und sollte auf dem vorgesehenen Grundstück machbar sein, von eine Mehrgenerationen-Anlage in unmittelbarer Nähe zum Pumptrack rät Goßler wegen möglicher Konflikte aber ab. Nach den Worten des Bürgermeisters wurde bereits eine Änderung des Flächennutzungsplanes in Auftrag gegeben.

Möglichst schnell

Den Wortmeldungen aus dem Gremium war zu entnehmen, dass das Vorhaben möglichst schnell verwirklicht werden soll. „Die Sache muss möglichst schnell angepackt und das Verfahren beschleunigt werden“, so die Forderung von Christian Schmitt (CSU). Dass es so schnell nicht gehen wird, machte sein Fraktionskollege Andreas Seeberger deutlich, denn dazu müssen erst die Voraussetzungen und die erforderliche Infrastruktur wie Wasser- und Kanalanschluss geschaffen werden.

Auch sei es mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes nicht getan, denn sicherlich ist auch ein Bebauungsplan erforderlich. Auch könne der Bauhof nicht einfach Hügel aufschütten und das Gelände modellieren, dazu muss schon aus Haftungs- und Sicherheitsgründen ein Fachplaner eingeschaltet werden, erklärt der Bürgermeister dazu. Also wird es so schnell nicht gehen und spezielle Artenschutzmaßnahmen und mögliche Zauneidechsen auf dem Gelände könnten das Projekt noch Ausbremsen.

Jugendbeirat geplant

Außerdem sollte, um die Jugend und späteren Nutzer mit einzubeziehen, ein ehrenamtlicher Jugendbeirat ins Leben gerufen werden. „In Großenseebach haben Kinder und Jugendliche leider nach wie vor keine Stimme“, bedauert der Bürgermeister und sieht einen dringenden Nachholbedarf, um bei künftigen gemeindlichen Projekten den Belangen der Kinder und Jugendlichen Rechnung zu tragen, deren Wünsche und Anregungen zu berücksichtigen sowie deren Interessen zu vertreten.

Zu einem Beschluss kam es nicht, denn neben der Jugend sollte auch ein Mitglied des Gemeinderates beauftragt werden. Und auch der Vorschlag, eine oder einen hauptamtlichen Jugendbeauftragten aus der Verwaltung will der Bürgermeister noch prüfen und dazu mit den beiden Nachbargemeinden Heßdorf und Weisendorf Gespräche führen.

Baumschutzbeauftragter?

Auch der Tagesordnungspunkt zur Baumpflege und Baumschutz wurde nach einer intensiven Diskussion auf eine der nächsten Sitzungen verschoben. Bei der Verwaltung gehen vermehrt Anfragen mit der Bitte ein, gemeindliche Bäume zurückzuschneiden oder zu entfernen, informierte der Bürgermeister. Zugleich erklärt er, dass die Gemeinde für die Verkehrssicherungspflicht verantwortlich ist.

Deshalb schlug er vor, zur regelmäßigen Kontrolle einen Baumschutzbeauftragten einzusetzen und zur Baumpflege, Baumschnitt und Baumfällung einen Fachbetrieb zu beauftragen. So verfüge der Bauhof zum einen nicht über die erforderlichen Werkzeuge und Geräte und zum anderen nicht über speziell ausgebildetes Personal, um einen Baumkatasterplan zu erstellen.

Kosten

Die jährlichen Kontrollkosten beziffert der Bürgermeister auf mindesten 1000 Euro pro Jahr. „Das ist schon etwas übertrieben und braucht es nicht“, kritisierte der CSU-Gemeinderat Andreas Seeberger den Vorschlag des Bürgermeisters. Schließlich würden auf gemeindlichen Flächen wenig Bäume stehen, die jünger als 40 Jahre seien. Unterstützung für ihn kam auch von seinem Fraktionskollegen Werner Schorr.

Nach der Sitzung gab es für den Vorschlag des Bürgermeister Unterstützung vom ehemaligen und langjährigen Gemeinderat Hebert Müller. So stehen zum Beispiel an der Gemeindeverbindungsstraße nach Hannberg eine ganze Reihe von alten Eichen, die regelmäßig begutachtet und in einem Baumkataster aufgenommen werden müssen.