Krebserkrankung
Schwester Teresa: Sie ist wieder da
Schwester Teresa kann wieder lachen – und helfen. Sie sammelte über 15 000 Euro für die Initiative „Mit Krebs leben“.
Schwester Teresa kann wieder lachen – und helfen. Sie sammelte über 15 000 Euro für die Initiative „Mit Krebs leben“.
Foto: Richard Sänger
Oberlindach – Die Ordensfrau aus Oberlindach sammelte mit ihrem „Helfer“ Bärli 16 750 Euro Spenden für die Initiative „Mit Krebs leben“ .

Jetzt muss sich Schwester Teresa von ihrem Bärli trennen, wie sie den 2,40 Meter großen Teddy liebevoll nannte: Er wird jetzt eine Reise nach Worms antreten. Wie versprochen, startete Schwester Teresa eine Aktion und der Teddy wurde zugunsten der Initiative „Mit Krebs leben e.V.“ verlost.

Vom Ergebnis dieser Aktion zeigte sie sich am Sonntag überwältigt und zu Tränen gerührt, denn es gingen von mehr als 250 Spendern aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol insgesamt 16 750 Euro auf das Spendenkonto ein.

Langsam kommt nach der Chemo auch wieder Teresas ansteckende gute Laune zurück, daran sollte auch ihr großer Bekanntenkreis teilhaben. Deshalb gab es aus dem Wintergarten der Kleinen Kommunität im Weisendorfer Ortsteil eine Live-Übertragung, als Schwester Teresa die drei Gewinnlose aus der Box fischte. Denn zu dem Teddy gab es noch zwei Bücherstapel der Autorin Schwester Teresa; Krebsspezialist Jalid Sehouli aus der Charité in Berlin, der sie auch operierte, ist selbst Autor und legte das Buch „Marrakesch“ dazu.

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Der Teddy macht sich jetzt auf den Weg nach Worms zu Hans Wilhelm und Gabriele Fritz. Auf die signierten Bücherpakete dürfen sich Sabine Bauenschmidt und Sonja Freund freuen.

Wer Schwester Teresa kennt, weiß auch, dass sie schon wieder Pläne nach Corona schmiedet. Da der Krebsspezialist ebenso gern wie Schwester Teresa kocht, werden sie zusammen ein Kochbuch herausgeben.

Inszenierung

Doch zurück zur Verlosung. Der Großenseebacher Konstantin Articus, auch bekannt durch seine Fotografien rund um die Wehrkirche Hannberg, war für die Technik bei der Live-Übertragung verantwortlich und stand hinter der Kamera. Aber es wurden nicht nur die drei Lose gezogen, die Kleine Kommunität hatte mit Schwester Claudia Fischer, Pfarrer Franz Reus und Mitbewohnerin Anna-Maria Heidel auch eine Inszenierung vorbereitet und dazu Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein eingeladen. Er bedankte sich bei Schwester Teresa für ihr Engagement und dafür, dass sie – obwohl selbst angeschlagen – Hoffnung und Zuversicht verbreite sowie Betroffenen Mut zuspreche und Trost spende.

Pfarrer Franz spendete mit einem Gebet Trost und Zuversicht. Er bat Gott um Beistand für erkrankte Mitmenschen.

Schwester Claudia und Anna-Maria Heidel übernahmen die musikalische Umrahmung der Verlosung, bei der sich auch Bärli zu Wort meldete und mit seinen Ohren wackelte. Auch Heidi Massinger-Biebl, Vorsitzende der Initiative „Mit Krebs leben e.V.“, schaltete sich zu.

Spenden ware strk rückläufig

Die Gynäkologin und onkologisch verantwortliche Ärztin war von dem Spendenergebnis ebenfalls überwältigt, denn die Initiative finanziert sich ausschließlich aus Spenden und diese sind in Zeiten von Corona stark rückläufig. Massinger-Biebl erzählte von rund 1500 Beratungsgesprächen im Jahr und dass in den letzten Monaten eine Durststrecke überwunden werden musste. „Wenn du meinst, es geht nicht mehr, dann kommt Schwester Teresa her“, sagt die Vorsitzende zum Spendenergebnis.

Die Ordensschwester und Buchautorin Teresa Zukic musste sich in Berlin einer Krebsoperation unterziehen, und es folgte eine belastende Chemotherapie. Dass Schwester Teresa in Berlin operiert und behandelt wurde, kam nicht von ungefähr.

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Sie selbst bezeichnet das Kennenlernen des Krebsspezialisten als einen Wink des Himmels. Denn durch Heidi Massinger-Biebl lernte Schwester Teresa den Krebsspezialisten Jalid Sehouli in Berlin kennen.

Noch aus dem Krankenhaus verbreitete sie Zuversicht, Hoffnung und Mut, denn „in den Augen Gottes ist jeder Mensch einzigartig und kostbar und ein Geschenk für die Welt“.

Die Initiative „Mit Krebs leben“ ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2004 Krebskranken und deren Angehörigen zur Seite steht. Die Psychoonkologin Massinger-Biebl unterstützt neben ihren Beratungsgesprächen auch bei sozialrechtlichen Fragen mit Rat und Tat.

Diagnose ist kein Todesurteil mehr

Ziele der Initiative sind, über Präventionsmöglichkeiten und ihre Notwendigkeit aufzuklären, aber auch das mögliche Leben mit Krebs vorzustellen. Den Menschen soll insbesondere vermittelt werden, dass Krebs heute kein Todesurteil mehr ist.

Zwar nehmen die Erkrankungszahlen an Krebs nach wie vor zu, doch steigt auch die Lebenserwartung für Menschen mit Krebs. „Jeder hat einen Grund, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn jeder Einzelne ist kostbar. Für sich und für andere – deshalb ist Prävention so wichtig“, sagt die Vorsitzende dazu.

Unter www.youtube.com/watch?v=4sqSZEENg8M kann man sich die Ziehung der Gewinnerlose noch einmal anschauen.