Tag des Abzeichens
Schwimmer nutzen die Chance
Andreas Lindenberger bei der geforderten Disziplin  Kraulen
Andreas Lindenberger bei der geforderten Disziplin Kraulen
Foto: Britta Schnake
Höchstadt a. d. Aisch – Beim Tag des Abzeichens der Wasserwacht Ortsgruppe Höchstadt geht es um Leistungen vom Seepferdchen bis Gold.

Andreas Lindenberger will Feuerwehrmann werden bei der Berufsfeuerwehr in Nürnberg. Es ist ein Kindheitstraum des 29-jährigen Wimmelbachers. Bei der freiwilligen Feuerwehr ist er bereits. Gerade recht kommt ihm da der Tag des Abzeichens, den die Wasserwacht-Ortsgruppe Höchstadt im Freibad veranstaltete, ist doch ein Kriterium für die Zulassung für die Einstellungsprüfung der Nachweis über das Deutsche Schwimmabzeichen in Silber.

Er steht als Erster gleich um 9 Uhr auf der Matte. Jonas Dresel von der Wasserwacht überwacht die Leistungsanforderungen, die unter anderem 20 Minuten Schwimmen beinhalten, wobei in dieser Zeit mindestens 400 Meter zurückzulegen sind, davon 300 Meter in Bauch- oder Rückenlage.

Souverän absolviert der gelernte Monteur für Baumaschinen auch das Strecken- und Tieftauchen sowie den Sprung vom Drei-Meter-Brett und hält schließlich das begehrte Abzeichen in Händen.

Einmal im Jahr veranstaltet die Wasserwacht diese Aktion, auch wenn sie letztes Jahr coronabedingt ins Wasser fiel. „In der Tat hat sich durch Corona einiges aufgestaut“, erklärt der Vorsitzende der Wasserwacht-Ortsgruppe, Alexander Pauls, „weil keine Schwimmkurse stattfinden konnten, da Hallen- und Freibad geschlossen waren.“

Das Deutsche Schwimmabzeichen in Silber ist geschafft (v. l.): Andreas Lindenberger mit Lisa Moser, Frank Herberger und Jonas Dresel von der Wasserwacht Höchstadt
Das Deutsche Schwimmabzeichen in Silber ist geschafft (v. l.): Andreas Lindenberger mit Lisa Moser, Frank Herberger und Jonas Dresel von der Wasserwacht Höchstadt
Foto: Britta Schnake

So sind die Schwimmer laut Pauls auf unbewachte und ungesicherte Bademöglichkeiten ausgewichen. „Nun hat die Stadt Höchstadt beschlossen, das Freibad zu öffnen und den Bürgern die Möglichkeit zum Schwimmen gegeben“, führt er weiter aus, „da bei einigen Berufsgruppen der Nachweis des Deutschen Schwimmabzeichens erforderlich ist, ermöglicht der Tag des Abzeichens das Schaffen der entsprechenden Voraussetzung. Wir hoffen auch, Kinder für das Schwimmen zu begeistern und dass sie sich damit auseinanderzusetzen, dass sie über ein Abzeichen die Möglichkeit erhalten, die eigene Leistung einzuschätzen und sich nicht zu überschätzen.“

Womit er bei der achtjährigen Annika offene Türen einrennt. Sie ist hier, um das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze zu ergattern. „Damit ich sicher bin und damit ich zeigen kann, was ich kann“, erklärt sie mit fester Stimme. Mama Romy Bensel unterstützt ihre Kleine, weil ihr wichtig ist, dass Annika schwimmen kann. „Annika liebt das Wasser“, sagt sie, „das gehört zum Großwerden dazu, schwimmen zu können.“ Nachdem sie sich durch die 15 Minuten Schwimmen in verschiedenen Lagen gekämpft hat, taucht Annika ohne zu zögern nach dem roten Hartgummiring, den Timo Kraus ins tiefe Wasser geworfen hat. Die kleine Höchstadterin friert wie ein Schneider, als sie das etwa 24 Grad warme Wasser verlässt, denn draußen ist es deutlich kühler. „Ich fühl’ mich wie ein Schneemann in der eisigen Kälte“, sagt sie und klappert mit den Zähnen. Schon hüllt Papa Kai sie in einen Bademantel und ein dickes Handtuch. Stolz und glücklich nimmt die Kleine schließlich ihren Ausweis und den bronzenen Aufnäher in Empfang.

Annika mit ihren Eltern Romy und Kai Bensel erhält von Timo Kraus ihr Schwimmabzeichen in Bronze.
Annika mit ihren Eltern Romy und Kai Bensel erhält von Timo Kraus ihr Schwimmabzeichen in Bronze.
Foto: Britta Schnake

Oliver Feuerlein (41) packt die Gelegenheit beim Schopf, das goldene Schwimmabzeichen bei der Wasserwacht abzulegen, nachdem das Training des ESC ausfiel.

Der sechsjährige Finn aus Possenfelden bei Schlüsselfeld hingegen ist scharf auf das Seepferdchen. Angefeuert wird der Kleine von seinen Eltern und dem vierjährigen Bruder Luis und schafft so die Strecke über 25 Meter. Dem wechselhaften Wetter geschuldet ist an diesem Tag nicht viel los, dennoch werden bis halb vier bereits ein Seepferdchen (Finn), sechs bronzene, acht silberne und vier goldene Schwimmabzeichen vom Wasserwachtteam abgenommen.

Zudem findet im Rahmen des Ferienprogramms ein Jugendprogramm statt. „Um Kindern zu zeigen, wie einfach Retten ist und dass man keine Angst haben muss“, erläutert Pauls.

Durchgeführt wird das Programm vom Jugendleiterteam Julian Gahl, Timo Kraus und Rene Kitzing. Für die drei ist es das erste Mal seit der Wahl im Februar, dass sie eigenverantwortlich handeln. „In der Hallenbadsaison planen wir verstärkt die Nichtschwimmer anzusprechen, um das ausgefallene Jahr zu kompensieren“, erklärt Pauls.