Wünschewagen
Sie erfüllen den letzten Herzenswunsch
Noch einmal in den eigenen Garten, ein Familientreffen daheim, noch einmal die Fränkische Schweiz sehen: Mit dem Palliativmobil erfüllen Helfer des Roten Kreuzes schwerkranken Menschen den letzten Wunsch. Die Gremsdorfer Bixn (orangefarbene Kleidung) übergaben ihre Spende.
Noch einmal in den eigenen Garten, ein Familientreffen daheim, noch einmal die Fränkische Schweiz sehen: Mit dem Palliativmobil erfüllen Helfer des Roten Kreuzes schwerkranken Menschen den letzten Wunsch. Die Gremsdorfer Bixn (orangefarbene Kleidung) übergaben ihre Spende.
Foto: Johanna Blum
LKR Erlangen-Höchstadt – Das Rote Kreuz in Erlangen-Höchstadt erfüllt mit einem Palliativ-Mobil Herzenswünsche todkranker Menschen.

Neben dem Wünschewagen des ASB, der sich seit 2019 hier in der Region Erlangen-Höchstadt um die Wünsche von schwerst kranken Menschen kümmert, erfüllt auch das Herzenswunsch-Palliativmobil des BRK Erlangen-Höchstadt – die Organisation liegt in den Händen der BRK Bereitschaft Baiersdorf – seit 2017 die letzten Wünsche todkranker Patienten.

Besondere Wünsche

Bereitschaftsärztin Dr. Sonja Schmitt erinnert sich: „Entstanden ist die Idee für dieses Angebot im Jahr 2016, als ich auf der Palliativstation einen Teil meines praktischen Jahres für mein Medizinstudium absolviert habe. Dort fiel mir immer wieder auf, dass es Patienten gab, die gerne Abschied von ihrem Zuhause, vom Schrebergarten oder von ihren Haustieren nehmen würden, Transporte aber durch die Krankenkassen nicht bezahlt würden und eine Taxifahrt für diese Menschen rein körperlich nicht zu stemmen war. Auch der Besuch des Hospiz, bevor ein Umzug dorthin stattfand, war nicht möglich. Und wer würde von uns schon in eine Wohnung ziehen, die er nicht einmal vorher gesehen hat? Da entstand die Idee für das Herzenswunsch-Palliativmobil. Seither erfüllen wir vom BRK Hagenau/Baiersdorf häufig in Zusammenarbeit mit der Palliativstation des Universitätsklinikums Erlangen kleine Wünsche am Ende des Lebens. Unser Team setzt sich aus allen Bereichen des BRK Erlangen-Höchstadt zusammen und sieht sich auf keinen Fall als Konkurrenz zum Wünschewagen des ASB“, betont die Ärztin.

Oft auch einfache Dinge

Es handle sich dabei nie um große Wünsche der Patienten, sondern einfach um Dinge wie den eigenen Garten noch einmal zu besuchen, ein letztes Mal auf eine Familienfeier gehen zu können oder noch einmal eine Tour durch die Fränkische Schweiz zu unternehmen. Es werden medizinisch betreute Fahrten angeboten, um diese Wünsche erfüllen zu können. Das Team besteht aus speziell geschulten ehrenamtlichen Helfern mit einer rettungsdienstlichen Grundausbildung vom Sanitätshelfer bis hin zu Notärzten, Intensivkrankenpflegekräften oder ausgebildeten Hospizhelfern, die hierfür ihren Dienst ehrenamtlich verrichten.

Fahrzeug, Ausstattung, Team

Für den Transport stehen verschiedene Fahrzeuge mit unterschiedlichen Ausstattungen, je nach Anforderung zur Verfügung. Ebenfalls wird das begleitende Team individuell nach den Anforderungen, die der Fahrgast bezüglich Betreuung, der Durchführung medizinischer Maßnahmen, wie Sauerstoffgabe, Medikamentengabe oder spezieller pflegerischer Versorgung stellt, ausgewählt. Eine Fahrt kann von jedem angefragt werden. Das Einsatzgebiet des Palliativmobils erstreckt sich vor allem über den Landkreis ERH, aber auch Orte in den angrenzenden Landkreisen stellen keine unüberwindbaren Hindernisse dar.

Durch Spenden finanziert

Da sich das Palliativmobil nur durch Spenden finanziert, fallen keinerlei Kosten für die Fahrgäste an. „Aber um weiterhin viele Wünsche ermöglichen zu können, sind wir deshalb auch auf Ihre Spende angewiesen“, sagt die Bereitschaftsärztin Schmitt.

Damit das Herzenswunschmobil auch weiterhin viele Wünsche erfüllen kann, überreichte Verena Oeser im Namen der Frauenmannschaft der Gremsdorfer Bixn 200 Euro aus der Mannschaftskasse an Schmitt. „Wir haben beim Lauf für den ASB-Wünschwagen mitgemacht und natürlich erleichtern wir unsere private Mannschaftskasse auch gerne für das Herzenswunschmobil.“ Wahrscheinlich gibt es davon einheitliche Shirts für das ganze Team, so Schmitt.

Weitere Infos gibt es hier

Für weitere Auskünfte oder für die Anmeldung einer Fahrt erreicht man die „Wünsche-Engel“ unter folgenden Kontaktmöglichkeiten: www.bereitschaft-baiersdorf-brk.de und per E-Mail: palliativmobil@bereitschaft-baiersdorf-brk.de sowie per Fax: 09131-6844990. Spenden sind möglich an:

Sparkasse Erlangen

Betreff: Bereitschaft Baiersdorf Palliativmobil

IBAN: DE38 7635 0000 0000 0023 21, BIC: BYLADEM1ERH.