Aufsichtspersonal
Wasserwacht löst Personalproblem im Hallenbad
Die Wasserwacht-Ortsgruppe Höchstadt übernimmt nun auch die Aufsicht im Hallenbad. Das Bild zeigt von links Hans-Peter Philipp, Frank Herberger, Karl-Heinz Zillich, Oliver Kraus, Bürgermeister Gerald Brehm und Alexander Pauls.
Die Wasserwacht-Ortsgruppe Höchstadt übernimmt nun auch die Aufsicht im Hallenbad. Das Bild zeigt von links Hans-Peter Philipp, Frank Herberger, Karl-Heinz Zillich, Oliver Kraus, Bürgermeister Gerald Brehm und Alexander Pauls.
Foto: Britta Schnake
Höchstadt a. d. Aisch – Die Wasserwacht-Ortsgruppe übernimmt nun auch die Badeaufsicht im Höchstadter Hallenbad – auf ehrenamtlicher Basis.

In Höchstadt hilft man sich, da wird nicht lange gefackelt, sondern gehandelt. Jüngstes Beispiel dafür ist die Kooperation zwischen der Stadt und der Wasserwacht-Ortsgruppe, die bereits im Mai startete. Dabei unterstützten Mitglieder der Wasserwacht das Aufsichtspersonal im Freibad. Schon in den Jahren zuvor schoben Wasserwachtler Aufsichtsdienst, damals aber als Angestellte der Stadt auf 450-Euro-Basis.

Mit Beginn der Kooperation änderten sich die Modalitäten. Der Dienst erfolgte nun ehrenamtlich, die Entschädigung floss direkt in die Kasse der Wasserwacht-Ortsgruppe. Diese Kooperation wird nun auf das Hallenbad ausgeweitet.

„Wir hatten immer wieder Schwierigkeiten, Aufsichtspersonal für das Hallenbad zu finden“, erläutert der Betriebsleiter des Sportzentrums, Hans-Peter Philipp. „Vor zehn Jahren war das noch einfacher, da hatten wir Schüler vom Gymnasium. Doch die haben nun keine Zeit mehr, und es wird es immer schwieriger, Aufsichtskräfte zu finden.“

Nach einer Unterhaltung mit dem Technischen Leiter der Wasserwacht, Frank Herberger, stand der Plan für eine Ausweitung der Kooperation auf das Hallenbad. An Freiwilligen mangelte es laut Vorsitzendem Alexander Pauls nicht: „Die Leute haben sich drauf gefreut, etwas geben zu können“, sagt er. „Das hat auch einige Vorteile. Junge Mitglieder ab 18 Jahren können so ihre Grundausbildung zum Rettungsschwimmer absolvieren und Aufgaben im Bereich Prävention/Ertrinkungstod erfüllen. Das gibt uns zur Schnelleinsatzgruppe (SEG) ein zusätzliches Betätigungsfeld. So können wir uns zudem in unserer Heimatstadt einbringen.“

Geld dient auch der Jugendarbeit

„Ein weiterer Vorteil ist, dass die Gelder, die in die Ortsgruppe fließen, bei der Wasserwacht Höchstadt bleiben“, ergänzt Philipp. „Das wird nicht teurer für die Stadt als vorher, und es kommt der Ortsgruppe zugute. Damit ist es gut angelegt für die komplette Bevölkerung.“ Pauls betont, dass das Geld nicht nur in die SEG fließe, sondern auch in die Ausbildung und Jugendarbeit.

Geplant sind laut dem stellvertretenden Technischen Leiter, Oliver Kraus, eine Schicht samstags von 13 bis 20 Uhr sowie zwei Schichten sonntags von 10 bis 20 Uhr. Bei Bedarf könne es auch Sonderdienste geben.

Zurückgreifen kann die Wasserwacht dabei auf 17 ehrenamtliche Jugendmitglieder mit Rettungsschwimmerausbildung. Die Einteilung der Dienste obliegt der Technischen Leitung, wie Herberger betont.

„Wir sind sehr dankbar dafür, dass die Stadt seit Jahrzehnten eine Partnerschaft mit der Wasserwacht hat“, erklärt Bürgermeister Gerald Brehm. „Auf die Wasserwacht ist Verlass.“

„Wir bekommen mit der Wasserwacht topausgebildete Leute“, stimmt Karl-Heinz Zillich, stellvertretender Betriebsleiter, dem Stadtoberhaupt zu.

„Es macht aber auch Spaß, mit dem Schwimmmeister zusammenzuarbeiten“, erwidert Pauls, „Man wird sofort integriert.“

Nicht zu unterschätzen ist laut Herberger das, was die Wasserwachtler an Qualifikation mitbringen: „Viele unter den Rettungsschwimmern sind auch Sanitäter und Wasserretter.“

Was einen möglicherweise kommenden Lockdown betrifft, „haben wir uns entschieden, momentan und nach den jetzigen Gegebenheiten das Bad offen zu halten“, erklärt Brehm. „Unsere Philosophie ist, alles, was erlaubt ist, zu machen.“

Ein bitterböses Schreiben

Momentan gilt im Hallenbad verpflichtend die 2G-plus-Regel, was bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben; zudem müssen diese einen negativen Test vorweisen.

Das kommt aber nicht überall gut an, berichtet Brehm von einem anonymen bitterbösen Schreiben. „Wir bitten um Verständnis, dass wir alle ohne 2G-plus nicht reinlassen können.“

„Wir sind eines der wenigen Bäder, die anbieten, einen Schnelltest mitzubringen und diesen hier vor Ort zu machen“, sagt Philipp. Aus verständlichen Gründen sei es nicht möglich, einen Test zu Hause zu machen und mitzubringen.