Nachruf
Trauer um 98-jährigen Pfarrer in Herzogenaurach
Fritz Fröhlich bei der Feier seines 65.  Priesterjubiläums 2015
Fritz Fröhlich bei der Feier seines 65. Priesterjubiläums 2015
Foto: Manfred Welker/Archiv
Herzogenaurach – Im Alter von 98 Jahren starb Fritz Fröhlich in Herzogenaurach. Im Zweiten Weltkrieg verstärkte sich sein Entschluss, Priester zu werden.

Im 99. Lebensjahr verstarb am Mittwoch, 14. Juli, Geistlicher Rat Fritz Fröhlich. Der gebürtige Herzogenauracher wirkte lange Jahre als Seelsorger in Hannberg.

Geboren wurde Fritz Fröhlich am 9. Dezember 1922 in der Hauptstraße 42 in Herzogenaurach. Im gleichen Haus erblickten auch seine Geschwister Georg und Maria das Licht der Welt. Ihr Vater Valentin Fröhlich war in den Jahren von 1931 bis 1933 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach und von 1927 bis 1933 Mitglied des Bayerischen Landtages. Er übergab am 16. April 1945 die Stadt den Amerikanern und wurde von diesen zunächst als Bürgermeister, später als Landrat in Höchstadt/Aisch eingesetzt.

Neben den politischen Aktivitäten des Vaters war die Familie aber auch von der theologischen Seite her „vorbelastet“: Der Bruder des Vaters, Georg Fröhlich, hatte in Innsbruck Theologie studiert und verstarb als Kuratus des Bürgerspitals auf dem Michaelsberg in Bamberg. Dieser Onkel und besonders seine Art, als Seelsorger zu wirken, beeindruckten Fritz Fröhlich bereits in seiner Jugend.

Fritz Fröhlich war mit der Familie in das religiöse Leben in der Stadtpfarrei St. Maria Magdalena eingebunden, obwohl er nie bei den Ministranten war. Der Gottesdienstbesuch am Sonntag war für die Kinder selbstverständlich.

Nach der Grundschule besuchte er ab der sechsten Klasse die Schule der Maria-Ward-Schwestern in Simbach am Inn. 1939 wurde diese von den Nationalsozialisten aufgelöst. Daher setzte Fritz Fröhlich bis 1941 seine schulische Ausbildung in Bamberg am Humanistischen Gymnasium fort, das er wie alle Mitschüler dieses Jahrganges mit dem so genannten Notabitur abschloss.

Anfang Oktober 1941 wurde er als Funker nach Stuttgart-Möhringen zur Luftwaffe eingezogen. Anschließend wurde Fröhlich in Königgrätz zum Peilfunker geschult und dann am sogenannten Würzburger Riesen eingesetzt. Nach der Invasion wurde er 1945 von den Engländern gefangen genommen.

Lagerleben als Gefangener

Mit dem Zug verfrachteten die Engländer die Landser nach Oostende in ein Lager mit 4000 Gefangenen. In den Baracken organisierten die Gefangenen ihr Lagerleben selbst. Es gab hier Unterricht in allen möglichen Bereichen. Ein Kapuzinerpater hielt dort wenigsten jeden zweiten Tag Gottesdienst und überzeugte auch mit seinen Predigten.

Dadurch verstärkte sich bei Fröhlich der Entschluss, Priester zu werden. „Er war auf jeden Fall mitbeteiligt an meiner Entscheidung, Priester zu werden“, meinte Fröhlich einmal im Rückblick auf diese Zeit. Als im August 1945 die Landwirtschaft in Deutschland Arbeitskräfte suchte, wurde er in die Heimat entlassen. Er kam am 3. September 1945 in Bamberg an und wurde am 4. September entlassen. Sein erster Weg führte ihn ins Priesterseminar, wo er sich bei Regens Ernst Schmitt anmeldete.

Der Unterricht begann am 1. Oktober. Jeden Sonntag gingen sie zum Amt in den Dom sowie nachmittags dorthin zur Vesper. Der Tagesablauf begann jeden Morgen um 5 Uhr mit dem Wecken. Daran schloss sich eine Betrachtung, die Messe, eine halbe Stunde Studium und das Frühstück an. Anschließend begaben sie sich zu den Vorlesungen in die ehemalige Jesuitenhochschule hinter St. Martin.

Das Studium

Nach zehn Semestern Studium wurde Fritz Fröhlich am 30. April 1950 im Bamberger Dom geweiht. 17 Priester wurden geweiht, darunter auch der ehemalige Höchstadter Dekan Michael Dötzer und Konrad Gebhardt sowie Michael Eizenhöfer, dessen jüngerer Bruder Georg ab 1957 in Herzogenaurach als Kaplan wirkte.

Die Primiz

Die Primiz konnte Fritz Fröhlich am 7. Mai 1950 in Herzogenaurach begehen. Zum Regens hatte er gesagt: „Ich will auf ein Dorf, da fühl ich mich am wohlsten.“ Aber der Domberg sandte ihn ab Mai 1950 in die Pfarrei St. Michael in der Wilhelm-Marx-Straße in Nürnberg.

Pfarrer Franz Xaver Eichhorn, später Ehrendomherr, war ihm ein Vorbild als Seelsorger. Fröhlich blieb acht Jahre dort und war vor allem für die Jugend zuständig. Jugendgottesdienste am Mittwoch um 6 Uhr und Kindergottesdienste hatte er zu leiten. Er fuhr oft mit den Jugendlichen in die Hersbrucker Schweiz, im Sommer zum Wandern, im Winter zum Ski- beziehungsweise Schlittenfahren. Daneben waren noch 25 Schulstunden zu halten sowie Taufen und Beerdigungen. Außerdem betreute er im nahen Klinikum der Stadt Nürnberg auf der Hallerwiese die Kranken.

Versetzung nach Nürnberg und Hannberg

Ab Mai 1958 erfolgte seine Versetzung an die Berufsschule II in der Fürther Straße in Nürnberg. Dort wurde er 1966 zum Oberstudienrat befördert. Zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils war Fritz Fröhlich mit einer Reisegruppe seiner Pfarrei in Rom. Dort sah er im Petersdom die Einbauten für die Konzilsväter und konnte auch eine Heilige Messe dort feiern. Auch Fröhlich empfand das Zweite Vatikanum als Erneuerung der Kirche.

Seit dem 16. September 1972 war er als Seelsorger in Hannberg tätig. In Hannberg hat es ihm nach eigenen Aussagen gut gefallen. Die Krankenbetreuung nahm ihn auch noch am Sonntag in Anspruch. Es war ihm immer ein besonderes Anliegen, sich für Alte und Kranke einzusetzen. Diese Besuche erledigte er im Sommer mit dem Rad, im Winter mit dem Auto. Zwischen 1972 und 1976 versah er auch die seelsorgerlichen Dienste in Weisendorf.

Zwei Kirchenrenovierungen

In seine Amtszeit fallen zwei Kirchenrenovierungen. Einen großen Teil der Arbeiten erbrachten die Gläubigen in Eigenleistung. Dazu zählte vor allem die Aufgabe, die Mauern trocken zu legen. Auch erhielt die Kirche neue Gemälde von Paul Michael Weingärtner. Dieser war von Fröhlich angesprochen worden, nachdem er eine ausgemalte Kirche von ihm gesehen hatte. Außerdem wirkte Fröhlich noch bei den Planungen für die Kirche St. Michael in Großenseebach mit.

In Hannberg blieb er bis zu seiner Resignation am 1. September 1993. Danach war es ganz selbstverständlich, dass es ihn wieder nach Herzogenaurach zu seinen Wurzeln zurückzog. Aus diesem Grund wurde die ehemalige Scheune des elterlichen Ökonomiehofes im Schlossgraben zu Wohnzwecken ausgebaut.

Zum Tagesablauf gehörte das Brevierbeten ganz einfach dazu, und seinen Rosenkranz hatte Fritz Fröhlich immer dabei. Während seines ganzen Soldatenseins betete er den Rosenkranz, erinnerte er sich: „Er war mir ein ständiger Begleiter, fast jeden Tag.“ „Mein Wirken als Priester hat mich froh gemacht, ich war gerne Seelsorger“, äußerte Fröhlich im Rückblick auf seine Arbeit im Weinberg des Herrn. Seinen Lebensabend verbrachte er im elterlichen Anwesen in Herzogenaurach, Am Schloßgraben 1, mit seinen beiden Schwestern Maria und Anni, wo er nun auch verstarb.

Requiem am Dienstag

Das Requiem zu seinem Gedenken findet am Dienstag, 20. Juli, um 18 Uhr in der Stadtpfarrkirche von Herzogenaurach statt. Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.

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