Prominentes Lob
Einsatz für eine saubere Gemeinde
An den Straßen- und Wegerändern lag viel Kleinkram, den die freiwilligen Helfer in Heßorf sammelten.
An den Straßen- und Wegerändern lag viel Kleinkram, den die freiwilligen Helfer in Heßorf sammelten.
Foto: Richard Sänger
Heßdorf – In Heßdorf taten sich zahlreiche Helfer zusammen, um den Müll anderer Leute zu entsorgen. Lob gab es von einem prominenten Besucher aus München.

Wer es sauber haben will, muss ab und zu mal aufräumen. Genau das taten nahezu 100 Heßdorfer Bürger und sammelten unter dem Motto „Gemeinsam für unsere saubere Gemeinde“ achtlos weggeworfenen Müll. Bei strahlend blauem Himmel trugen die großen und kleinen Müllsammler rund fünf Kubikmeter Alltags- und Sondermüll zusammen. Müll, der auf den Fahrzeugen des Bauhofs landete und zur ordentlichen Entsorgung zur Deponie und dem Recyclinghof transportiert werden muss.

Am Ende gab es vor dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus und jetzigem Bauhof nicht nur eine Stärkung, sondern auch Lob und Dank vom Bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber sowie der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt (beide Freie Wähler). Glauber würdigte das Engagement der freiwilligen Helfer: „Ich danke jedem Einzelnen von Ihnen, dass Sie sich einen halben Tag Zeit nehmen, um unsere Landschaft von den unschönen Hinterlassenschaften so mancher Zeitgenossen zu säubern.“

Schadstoffe in der Natur

Den Worten des Ministers zufolge haben die Freiwilligen auf diese Weise nicht nur für saubere Straßen- und Wegränder, Bachufer und Waldränder gesorgt, sondern wieder einmal ein leuchtendes Beispiel für den achtsamen Umgang mit der Natur gegeben. Leider entsorgten viele Menschen ihren Müll, ohne viele Gedanken darüber zu verlieren. Doch dieser Müll belaste die Umwelt, wenn er achtlos zu Boden geworfen wird. Oft lande die Verpackung auf dem Waldboden, am Straßenrand oder in Wiesen. Glauber: „Dass das die Umwelt verschmutzt, ist bekannt! Was keiner bedenkt, es sieht nicht nur unschön aus, schlimmer noch, Schadstoffe, beispielsweise aus Zigarettenkippen, gefährden Tiere und Pflanzen.“

Mit großem Eifer waren insbesondere viele Kinder in Straßen, Fluren und Waldstücken unterwegs. Bereits am Vortag hatten sich Kindergartenkinder auf den Weg gemacht und beteiligten sich mit großem Eifer an der Aktion. Mit dabei war auch der Naturfilmer Josef Röhrle, der 2019 den „Grünen Engel“ aus den Händen des Umweltministers erhalten hatte. „Ich bin jedes Mal entsetzt darüber, wie manche Menschen mit Natur und Umwelt umgehen“, schimpfte der Untermembacher. So stieß er auf gefüllte Hundebeutel, die einfach in der Natur entsorgt wurden.

Da der betreffende Weg offenbar bei den Hundebesitzern beliebt ist, wird sich der Bürgermeister um die Aufstellung von Hundetoiletten kümmern. In einem Waldstück endeckten Kinder eine Mulde, in die Hausmüll abgekippt worden war, die Gemeinde wird den Waldbesitzer davon in Kenntnis setzen.

Bei der Aktion wurden auch auffallend viele Autoreifen gefunden, die jetzt ebenfalls der Entsorgung zugeführt werden, auch eine nahezu vollständige Garderobe, samt Spiegel war einfach abgestellt worden.

Bestandteil der Umwelterziehung und leuchtendes Beispiel

Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt freut sich, dass das ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde Heßdorf ein fester Bestandteil im Jahresablauf ist. Solche Sammelaktionen seien für Kitas und Schulen nicht nur zu einem wichtigen Bestandteil der Umwelterziehung geworden. Sie gäben zudem ein leuchtendes Beispiel für den achtsamen Umgang mit der Natur.

Das immense Aufkommen von wildem Müll sieht Bürgermeister Horst Rehder – auch über Heßdorfer Ortsgrenzen hinaus – als großes Problem: „Das lässt sich nur lösen, wenn alle ein bisschen mithelfen.“

Er dankte vor allem Erich Biermann, der die Aktion organisiert hatte und die Vereine, Feuerwehren und Ortsburschen aber auch Privatpersonen dazu gewinnen konnte. Biermann hatte am Vortag Müllsäcke und Zangen ausgegeben und einen Ablaufplan mit den einzelnen Treffpunkten in Heßdorf und den Ortsteilen sowie der Sammelroute und Ansprechpartnern erstellt.

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