Stadt-Umland-Bahn
Brücke über Regnitzgrund stört Klimaökologie nicht
Visualisierung Brücke Regnitzgrund
Visualisierung Brücke Regnitzgrund
Foto: Ingenieurbüro Grassl, München
LKR Erlangen-Höchstadt – Ein mikroklimatisches Gutachten hat ergeben, dass die Brücke über den Regnitzgrund in Erlangen zu keinen relevanten Veränderungen führt.

Der Siegerentwurf des Wettbewerbs „Brücke über den Regnitzgrund in Erlangen“ darf weiter geplant werden: Das Vergabeverfahren ist abgeschlossen und hat den vom Preisgericht einstimmig befürworteten Wettbewerbsbeitrag des Ingenieurbüros Grassl, des Architekturbüros Firmhofer + Günther sowie der toponauten Landschaftsarchitektur bestätigt. Als Vorsitzender des Zweckverbands Stadt-Umland-Bahn unterzeichnete Marcus König, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, den Planungsvertrag mit dem ersten Preisträger. Darüber hinaus wurde vom Zweckverband ein mikroklimatisches Gutachten für den Siegerentwurf in Auftrag gegeben, für das nun Ergebnisse vorliegen.

Eines der größten Straßenbahnprojekte

Bei der Stadt-Umland-Bahn handelt es sich aktuell um eines der größten Straßenbahnprojekte in Deutschland. Auf einer 26 Kilometer langen Strecke soll die StUB Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach im Zehn-Minuten-Takt verbinden.

Ende April hat das Preisgericht des Realisierungswettbewerbs „Brücke über den Regnitzgrund in Erlangen“ über die eingereichten Entwürfe der beteiligten Planungsbüros befunden. Um eine möglichst umweltverträgliche, architektonisch ansprechende und technisch optimale Gestaltung der Brücke auf Höhe der Wöhrmühlinsel zu erreichen, hatte sich der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn dazu entschieden, einen Realisierungswettbewerb auszuloben. Daran beteiligt haben sich mehrere Planungsbüros, die auf Basis eines umfangreichen Anforderungskatalogs (die sogenannte Auslobung), ihre individuellen Wettbewerbsbeiträge erarbeiteten.

Alle eingereichten Arbeiten wurden von einem Preisgericht geprüft und bewertet. Eine detaillierte Vorstellung erfolgte am 6. Mai im Zuge eines virtuellen Lokalforums. Hier wurden der Öffentlichkeit unter anderem die Siegerentwürfe präsentiert. Zudem wurden zeitgleich die Ergebnisse des Realisierungswettbewerbs im Rahmen einer Online-Ausstellung auf der Webseite des Zweckverbands veröffentlicht (https://stadtumland-bahn.de/info/realisierungswettbewerb/). Inzwischen konnte das daran anknüpfende Vergabeverfahren abgeschlossen werden: Der erste Preisträger ist auch daraus als Sieger hervorgegangen.

Planungsvertrag unterschrieben

Marcus König, Verbandsvorsitzender des ZV StUB und Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, unterschrieb den Planungsvertrag mit dem ersten Preisträger des Realisierungswettbewerbs, Ingenieurbüro Grassl GmbH, München.

Dazu erklärte Florian Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, ein Bauwerk zu planen, das sich in die bestehende Landschaft einfügt und dieser auch gerecht wird. Zudem werden zahlreiche Bürger von einem vor Hitze und Regen geschützten Radweg zwischen Hauptbahnhof und Alterlangen profitieren.“

Die weitere Planung findet auf Basis des vorgestellten Siegerentwurfs statt. Im nächsten Schritt werden die Planer unter Beteiligung der Öffentlichkeit den Entwurf verfeinern und bis zur Baureife optimieren.

Klimaökolgie ausgelotet

Mit Hilfe eines mikroklimatischen Gutachtens der Geo-Net Umweltconsulting GmbH wurden die klimaökologischen Auswirkungen der neu geplanten Brücke über den Regnitzgrund in Erlangen ermittelt. Dabei erstellten die Gutachter ein Modell, das mögliche mikroklimatische Veränderungen (zum Beispiel eine Änderung des Windfelds oder des Kaltluftvolumenstroms) im Vergleich zum Ist-Zustand im Regnitzgrund berechnet. Die umfangreiche Untersuchung wurde auf Basis des Siegerentwurfs durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass die geplante Brücke zu keinen relevanten Veränderungen der klimaökologischen Situation im Untersuchungsgebiet führt und damit als „vertretbar und unkritisch“ einzuschätzen ist.

Somit bleibt die Funktion der Regnitz-Aue als „Fläche hochempfindlicher thermischer Funktionalität“ (siehe Stadtklima-Analyse 2019) erhalten.

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