Schiene statt Straße
Grüne fordern SPD und CSU zum Umdenken auf
Die Stadträte der Grünen sprechen sich erneut für die Schiene aus.
Die Stadträte der Grünen sprechen sich erneut für die Schiene aus.
Foto: privat
Herzogenaurach – Nach Kostenprognosen zur Aurachtalbahn fordern die Grünen die Stadträte auf, die Südumfahrung fallen zu lassen.

Eine positive Grundstimmung hat die Präsentation der Firma ederlog zur Machbarkeitsstudie der Aurachtalbahn bei der Stadtratsfraktion der Grünen hervorgerufen. Der Vortrag im Stadtrat (der FT berichtete) sollte allen Menschen in Herzogenaurach zu denken geben, heißt es jetzt in einer Pressemitteilung.

Denn obwohl die Studie noch nicht abgeschlossen ist, zeige sich doch, dass die technische Realisierung der Aurachtalbahn „voraussichtlich deutlich einfacher und günstiger durchzuführen ist, als bislang von städtischer und staatlicher Seite behauptet wurde“, schreibt Fraktionsvorsitzender Peter Simon im Wortlaut. Die Kosten lägen bei rund 35 Millionen Euro.

Aurachtalbahn günstiger

Vergleicht man nun die Kosten der Südumfahrung mit 70 Millionen Euro und einer möglichen Aurachtalbahn inklusive möglicher staatlicher Förderungen (bis zu 90 Prozent), komme je nach Rechnung ein Bau der Aurachtalbahn sogar günstiger. Natürlich, so Simon weiter, habe eine Bahn höhere Unterhaltskosten als eine Straße, dafür könne sie aber auch Einnahmen generieren. Auch Straßen und Brücken müssten außerdem regelmäßig saniert werden.

Die Grünen drehen diesen Gedanken noch weiter: Rechnet man hier noch die notwendigen Parkplätze und die vermehrte Abnutzung weiterführender Straßen für den zusätzlich anfallenden Lkw- und Pkw-Verkehr mit ein, „dreht sich die Rechnung noch deutlicher in Richtung pro Aurachtalbahn“.

Simon: „Rein finanziell ist also die Variante Aurachtalbahn statt Südumfahrung schon sinnvoll“. Der grüne Sprecher bezieht sich auch auf die „vollkommen richtige“ Aussage der Bewohner der Niederndorfer Hauptstraße: „Lärm und Gestank machen unsere Kinder krank“. Nehme man das mit ins Kalkül und meine damit „wirklich alle Kinder dieser Stadt und dieser Welt, muss die Entscheidung ganz klar pro Aurachtalbahn und gegen die Südumfahrung fallen“, behauptet Simon.

Klimafreundlich und leiser

Denn klimafreundlicher, sicherer, leiser und zukunftsfähiger sei die Aurachtalbahn mit Sicherheit. Freilich gebe es noch technisch komplizierte Probleme zu lösen, aber das gelte schließlich für jedes große Verkehrsprojekt. Simon: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“.

Die Fraktion der Grünen hat auch eine klare Forderung an die Kollegen von SPD und CSU parat. Für sie sei es jetzt höchste Zeit, noch mal in sich zu gehen. Denn im Moment sei die CSU sowohl für die Südumgehung und potenziell für eine Aurachtalbahn. Dabei ist für die Grünen aber eines klar: „Eine Aurachtalbahn und eine Südumfahrung wird es nicht geben“. Dafür seien die Nutzerzahlen dieser Strecke zu gering und es würde auch nur eine der beiden Alternativen förderfähig. Man müsse sich also entscheiden.

SPD „so grün wie nie“

Und auch für die SPD wäre jetzt aufgrund der neuen Datenlage und der Bundestagswahl nach Ansicht der Grünen „ein guter Zeitpunkt, wieder ihre alte Position aus Oppositionstagen – nämlich gegen die Südumfahrung zu sein – einzunehmen“. Denn offensichtlich seien die Kosten der Aurachtalbahn ja einerseits nicht so hoch wie angenommen, andererseits präsentiere sich die SPD auf Bundesebene so grün wie nie. So könnte ja nun auch die Herzogenauracher SPD in diesem Punkt nachziehen, meint Simon.

Die Grünen wären auf jeden Fall bereit, ein neues Mobilitätskonzept ohne Südumfahrung, mit der Stadt-Umland-Bahn und mit einer Aurachtalbahn für Herzogenaurach zu entwerfen, heißt es weiter. Vorausgesetzt, die Zahlen der Studie bestätigen sich im weiteren Studienverlauf.