Partnerschaft
Stein auf Stein – die Zubza-Projekte gehen weiter
Die Bauarbeiten an der Don-Bosco-Schule in Zubza schreiten fort. Diese Aufnahme stammt vom 15. Oktober.
Die Bauarbeiten an der Don-Bosco-Schule in Zubza schreiten fort. Diese Aufnahme stammt vom 15. Oktober.
Foto: Fr. Joseph
Weisendorf – 160 Patenschaften aus Weisendorf und Umgebung ermöglichen Kindern armer indischer Familien eine Zukunft. Die Don-Bosco-Schule wird erweitert.

Corona und Lockdown machen auch der Partnerschaft der Weisendorfer Schule und der Don-Bosco-Schule in Sechü-Zubza/Nagaland und damit der Zubza-Initiative zu schaffen. Aber trotzdem werden die Zubza-Projekte weitergeführt, denn dem wirtschaftlichen Erfolg Indiens stehen große soziale Probleme gegenüber. Das Land kämpft nach wie vor gegen große Armut und soziale Ungleichheit in weiten Teilen der Bevölkerung, Analphabetentum und frühe Schulabbrüche. Kinderarbeit und Benachteiligung von Frauen und Mädchen sind alltäglich.

Nagaland liegt im äußersten Nordosten Indiens. Das Dorf Peducha (rund sechs Kilometer westlich von Sechü-Zubza) gehört zum Einzugsbereich der Salesianerpfarrei Sechü-Zubza.

Bildung von existenzieller Bedeutung

Obwohl die indische Verfassung das Recht eines jeden Kindes im Alter von sechs bis 14 Jahren auf staatlich geförderte Bildung festschreibt, sieht die Realität meist anders aus. Die Qualität der Schulen weist enorme Unterschiede auf. Doch ohne gute Bildung ist die Chance auf eine existenzsichernde Arbeitsstelle praktisch aussichtslos, ein weiteres Leben in Armut ist programmiert.

Im Jahr 2002 baten die Dorfbewohner von Peducha um die Errichtung einer Grundschule. Aufgrund von mangelnden finanziellen Mitteln wurden zunächst einige provisorische Räume aus Bambus und Blech errichtet. 2014 wurde von der Zubza-Initiative mit Unterstützung des Kindermissionswerks und des Erzbistums Bamberg ein Steinbau mit fünf Klassenzimmern errichtet. Zwei Klassenzimmer sind immer noch in schlechtem Zustand und aus Bambus und Blech.

Qqualitativ hochwertiger Unterricht

Die Zubza-Initiative hat sich in den letzten Jahren zum Ziel gesetzt, die St.-Francis-Xavier-School mit einem weiteren Steinbau zu erweitern. Zudem werden ein Lehrerzimmer und ein Büro für den Schulleiter benötigt. Eine kleine Küchenecke soll eingerichtet werden, um schulische Veranstaltungen abhalten zu können.

Die Eltern sind mehrheitlich Bauern und verfügen über wenig Bildung. Ihre Kinder sind oftmals die erste Generation, die ausreichend Englischkenntnisse erhalten; dies ist die Voraussetzung für einen Arbeitsplatz in den Großstädten. Sie erhalten in der Don-Bosco-Schule einen qualitativ hochwertigen Unterricht. Weil der Bildungsstand in den staatlichen Schulen viel niedriger ist, sind die Don-Bosco-Schulen wie auch andere Privatschulen in der Region sehr anerkannt und haben einen hohen Zulauf. 160 Schulgeld-Patenschaften aus Weisendorf und Umgebung entlasten die Familien in Zubza, Peducha und ihren Dörfern.

Die Kinder legen in der Bergregion des Nagalandes weite Wege zur Schule zurück. Auch während des Monsuns, wenn Fahrpisten mit Schlamm und Geröll verschüttet werden, überwinden die Kinder diese Hindernisse und wollen keinen Unterricht versäumen. Neben dem Lernen schätzen die Kinder auch die Räumlichkeiten der Schule mit Toilettenanlage, was sie zu Hause nicht haben.

So ist beim ersten Besuch einer Reisegruppe aus Weisendorf im Jahr 2014 klar geworden, dass es für die Familien, besonders für die Reisbauern, Tagelöhner oder Alleinerziehenden, sehr schwer ist, die monatlichen Schulgebühren aufzubringen. Manche schaffen es gar nicht. Deshalb schicken die Eltern oftmals nur einzelne Kinder zu den Salesianern, die anderen müssen die staatliche Schule besuchen. Aber besonders der Abschluss der christlichen Schulen ist in Indien bei der Suche nach einer Arbeitsstelle sehr anerkannt und damit erhöht sich für die Kinder die Chance auf eine bessere Zukunft. Die Eltern setzen alles daran, dass ihre Kinder die Don-Bosco-Schule besuchen können.

Die Hoffnung der Dorfbewohner

Lehrkräfte berichten: „Die Leute im Dorf haben so viel Hoffnung, dass unsere Schule modernisiert wird. Sie ist die einzige Privatschule in der Umgebung. Bitte übermitteln Sie diese Nachricht im Namen der Lehrer an alle Paten, Einzelpersonen und Familien, die zur Verbesserung unseres Dorfes Peducha beitragen.“

Während des letzten Besuchs Ende 2019 wurden der Delegation aus Deutschland bei der Besprechung mit dem Rektor der Don-Bosco-Schule, Fr. Joseph, wichtige anstehende Projekte genannt. Priorität 1 hat eine neue Toilettenanlage neben der Schule, weil nach der Einrichtung der Sekundarstufe (Klasse 11 und 12) die Anzahl von Toiletten in der Schule nicht mehr ausreicht.

Bei diesem Besuch in Zubza sah die Delegation auch die Notwendigkeit, im Mädchen-Hostel der Little Flower Sisters in Zubza ein paar dringende Dinge zu finanzieren. Die Schwestern gehören zum Salesianer-Orden und beherbergen im Hostel Mädchen, die überwiegend aus entfernten Dörfern oder von der Nachbarstadt Manipur aus sehr armen Verhältnissen stammen.

Viele Unterstützer

Die Weltkirche unterstützte die Schulerweiterung in Peducha mit 10 000 Euro und die Hubert-Schug-Gruppe aus Eschenbach spendete weitere 5000 Euro. Damit kann mit dem Erweiterungsbau (drei Klassenzimmer/Lehrerzimmer) Mitte Dezember begonnen werden.

Das Zubza-Hilfsprojekt spart seit 2014 für die Erweiterung und beteiligt sich mit 37 000 Euro. Don Bosco Bonn unterstützt ebenfalls mit 5300 Euro. Der Eigenanteil der Bevölkerung in Peducha wird 5800 Euro betragen. Die Gesamtkosten werden sich auf über 58 000 Euro belaufen.

In mehreren Gesprächen wurde dem der Herzogenauracher Zubza-Sprecher Ernst Klimek versichert, dass an den Don-Bosco-Schulen keine körperliche und seelische Misshandlung an Kindern und Jugendlichen toleriert wird.

Aufgrund des langen Lockdowns während der Pandemie konnte man erst am 26. September mit der Grundsteinlegung durch Pater Joseph mit dem Bau beginnen. Die St.-Xavier-Grundschule wird von 132 Schülern besucht (vom Kindergarten bis zur Klasse 5). Darunter befinden sich in diesem Schuljahr 71 Mädchen und 61 Jungen.

Weitere Informationen und Bildergalerien sind unter https://zubza.kirche-bamberg.de/zu finden.