Umwelt
Wetter macht Bienen schwer zu schaffen
Bienen sind mit die fleißigsten Helfer des Menschen. Jetzt brauchen die nützlichen Insekten aber dringend selbst unsere Unterstützung.
Bienen sind mit die fleißigsten Helfer des Menschen. Jetzt brauchen die nützlichen Insekten aber dringend selbst unsere Unterstützung.
Foto: sae
Herzogenaurach – Kälte, fehlende Nahrung und der Mangel an Nistmöglichkeiten sind für die nützlichen Insekten tödlich. Dagegen machen Herzogenauracher Imker mobil.

Aktionstage wie der Weltbienentag sollen auf die Gefährdungen hinweisen, denen diese wichtigen Insekten ausgesetzt sind, und Wege weisen, was jeder Einzelne tun kann. So haben es viele Bienen nicht über den langen Winter geschafft, insbesondere die Wildbienen. Denn Nahrungsmangel und Pestizide bedrohen die Bienen schon lange.

Natürlich wurde auch am Herzogenauracher Zeidlerhaus der Weltbienentag gewürdigt. Der Kriegenbrunner Gärtner Stefan Strasser stellte als Zeichen zehn gelbe Balkonkästen in Sternenform (in Anlehnung an den Europastern) auf.

„Wir hatten keine Verluste, haben aber eine Reihe von geschwächten Völkern“, beschreibt Klaus Becker, Vorsitzender des Imkervereins Herzogenaurach und Umgebung, am Zeidlerhaus auf der Herzo Base die Situation. „Normalerweise sind jetzt die ganzen Waben voller Honig, aber wie zu sehen, nahezu alles leer. Das Wetter macht uns heuer richtig Schwierigkeiten.“

„Die Honigbiene ist für die Bestäubung wichtig“, sagt Klaus Becker. „Aber sie kann es nicht allein. Wildbienen bestäuben zudem auch Pflanzen, an die Honigbienen nicht gehen.“

Für den leidenschaftlichen Imker Becker ist es besonders schmerzhaft, dass gerade jetzt zur Rapsblüte an den meisten Tagen die Bienen nicht fliegen. Honigbienen verlassen ihren Stock nur bei mehr als zehn Grad – stark regnen darf es auch nicht. Da es in den letzten Wochen kalt war und oft geregnet hat, konnten die Bienen selten auf Nahrungssuche gehen. „Eigentlich können wir im Mai zum ersten Mal Honig schleudern und in diesem Frühjahr müssen wir die Bienen sogar füttern“, erzählt Becker.

Nachwuchswerbung

Zum Zeidlerhaus stehen auch die Bienenvölker des Vereins für das Projekt „Imkern auf Probe“ und die Probeimker treffen sich dort, um die notwendigen Arbeiten zur Erhaltung der Bienenvölker zu lernen. Am Samstag trat bei einem Bienenvolk plötzlich ein Problem auf, da es Magazine mit unterschiedlichen Rahmenmaßen für die Waben gibt. Ein Probeimker hatte welche geschenkt bekommen, die nicht in die Magazine passten. Mit einem Trick wird dann versucht, mit senkrecht statt waagrecht abgestellten Rähmchen den bebrüteten Waben das Umsiedeln zu erleichtern.

Allerdings haben die Bienen aber ihre eigene Meinung und nutzen den vorhandenen Platz, um im „Wildbau“, wie es die Imker nennen, wieder die richtige Anordnung der Waben und Zellen einzuarbeiten, um den frischen Honig und Pollen einlagern können. Das demonstrierte Bienenfachwart Gerhard Knaus und entnahm eine von den Bienen gebaute Wabe, in der auch schon ein bisschen Honig eingelagert war. „Die kann man essen“, meinte Klaus Becker, dazu konnte sich aber keiner der Umstehenden durchringen.

„In geregelten Waben“

Also wurde der Wildbau vom Imker entnommen und im freien Raum die vom Imker gewünschte Ordnung wieder hergestellt, damit die Waben ohne Schwierigkeiten ausgetauscht oder zum Schleudern verwendet werden können.

Aus den von den Bienen angebauten Wabenresten wird später im Wachsschmelzer das Bienenwachs ausgeschmolzen und gesammelt, daraus entstehen dann neue Mittelwände.

Imkerseite auf Spanisch

Außerdem gab es eine Urkunde für José Cazón, der die Homepage des Vereins auf Spanisch übersetzte und vom Beamten Konrad zum „Bien-Obergesellen“ ernannt wurde.

Die Maßnahme „Imkern auf Probe“ dient dazu, Neuimker durch besonders aktive Vereinsarbeit zu gewinnen. Unter fachlicher Anleitung eines erfahrenen Imkers werden diese in die theoretischen und praktischen Grundlagen der Imkerei eingeführt. Auch Schülerinnen und Schüler mit der Aktion „Imkern an Schulen“ begeistert werden. So betreuen Fünftklässler der Realschule ein Bienenvolk auf dem Schulgelände.

Tätig werden

Der Kriegenbrunner Gärtner Strasser verschenkte auch bepflanzte Kästen auch an Kindergärten und Schulen. Die Kästen sind für jedes Fensterbrett geeignet und bieten den Bienen bis zum Herbst Nahrung.

„Wir müssen was machen gegen das Insektensterben“, umschreibt der Gärtner seine Aktion. Bienen seien systemrelevante Lebewesen.