Spendenlauf
Wie viel letzte Wünsche kosten
Catarina Hertwig zeigt das Innere des Wünschewagens.
Catarina Hertwig zeigt das Innere des Wünschewagens.
Foto: Johanna Blum
Adelsdorf – Der ASB transportiert Todkranke mit einem Wünschewagen an ihre Sehnsuchtsziele. Doch das kostet Geld.

Der Wünschewagen „Letzte Wünsche wagen“ Franken zählt seit 16. April 2019 zu den mobilen Wunscherfüllern und ist ein Projekt des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Deutschland. Es umfasst den ehrenamtlichen Einsatz von speziell dafür konstruierten Krankentransportwagen zur Erfüllung letzter, meist lang gehegter Wünsche von Sterbenskranken.

Vor kurzem fuhr der Wünschewagen des ASB zu einem erfreulichen Anlass in den Adelsdorfer Schlosspark ein. Catarina Hertwig, die Projektleiterin des ASB-Landesverbands Bayern, konnte einen Spendenscheck in Höhe von 4500 Euro entgegennehmen. Die Adelsdorfer Familie Plum – Susanne, Jana, Jonas und allen voran Jula – hatte die Idee gehabt, einen Spendenlauf für den Wünschewagen Franken zu organisieren. Da sich der Wünschewagen ausschließlich über Spenden- und Sponsorenmittel sowie über Mitgliedsbeiträge des ASB finanziert, riefen die Plums zu einem virtuellen Spendenlauf auf, damit viele weitere Wünsche erfüllt werden können.

Vom 13. bis 16. Mai durfte jeder joggen, walken, spazieren gehen oder radeln, natürlich im passenden T-Shirt, das man bei Susanne Plum bestellen konnte. Ein Shirt kostete 20 Euro, zwölf Euro davon waren eine Spende. 251 Shirts wurden verkauft, und dank weiterer Spender kam die Summe von 4500 Euro zusammen.

Ärzte müssen Transport erlauben

„Der Wünschewagen hat seit Bestehen 81 Wünsche erfüllt“, erzählte Catarina Hertwig. „Ohne Corona wären es sicherlich viel mehr geworden.“ Die weiteste Wunschfahrt ging bis jetzt nach Sylt, aber auch die Zugspitze war schon ein Ziel. Die kürzeste Fahrt führte nur vom Pflegeheim bis zum Hospiz in Erlangen. In der letzten Lebensphase seien Freunde und die Familie sehr wichtig. Noch die Hochzeit oder die Geburtstagsfeier eines nahen Verwandten mitzuerleben, das sei oft ein großer letzter Wunsch.

Die Kosten für Wunscherfüllungen liegen zwischen 100 und 1500 Euro. „Viele Wünsche können aber auch nicht erfüllt werden, wenn die Anfrage zu spät kommt und der Patient vor der Ausfahrt stirbt“, erklärte die Projektleiterin bedauernd. Außerdem müssten die Ärzte immer dem Transport zustimmen.

Ein Arzt ist immer dabei

Bürgermeister Karsten Fischkal (FW), selbst vor seinem Amtsantritt Geschäftsführer beim ASB, war einer der ersten, der damals ein T-Shirt gekauft hatte. Er findet es eine coole Sache. Natürlich wollten er und die anwesenden Spenderfamilien das Mobil genau begutachten. Eine Pflegekraft, teilweise ein Arzt und eine Person aus dem Rettungsdienst sind immer bei diesen Fahrten dabei, die stets entspannt verliefen, so Hertwig. Es herrsche immer gute Stimmung im Wagen. Trotz der hervorragenden Ausstattung möchte keiner der Spender in die Lage kommen, den Wünschewagen zu bestellen, der in der Rettungswache Herzogenaurach steht.

Familie Plum möchte diese Aktion im nächsten Jahr wiederholen – aber dann mit einem realen Spendenlauf. „Aber ohne Unterstützung der Gemeinde geht nichts“, so Susanne Plum mit Blick auf den Bürgermeister. Dieser sieht die Aktion sehr positiv und versprach natürlich Unterstützung. Weitere Informationen gibt es unter www.wuenschewagen-franken.de/.