Spenden
Armenienhilfe läuft trotz Corona
Dank der Spenden aus Franken werden Lebensmittelpakete an Bedürftige verteilt.
Dank der Spenden aus Franken werden Lebensmittelpakete an Bedürftige verteilt.
Foto: privat
Höchstadt a. d. Aisch – Ein Höchstadter Verein unterstützt Bedürftige in Eriwan und Vanadzor und hat jetzt ein Projekt für Kinder gestartet. Begonnen hat alles 1996.

Bereits 1990 haben sich ehrenamtliche Unterstützer aus der Pfarrei St. Georg in Höchstadt um Asylbewerber gekümmert. Dabei entstanden auch Freundschaften, unter anderem mit einer Familie aus Armenien, erinnert sich Margarete Walcher. 1996 wurde diese armenische Familie, die in Deutschland um Asyl gebeten hatte, in ihre Heimat zurückgeschickt. Deutsche Freunde besuchten sie erstmals 1996 und sahen dabei die zahlreichen Probleme dieses Landes mit eigenen Augen. Zunächst halfen Spenden aus dem Verwandten- und Freundeskreis, kleinere Hilfen zu gewähren. Mit der Zeit wurden die Hilfsprojekte größer, die Schar der Spender auch, so dass schließlich im März 2010 der Verein Hajastan-Armenienhilfe gegründet werden konnte.

Aus dem schwierigen Neustart der zurückgekehrten Familie in Armenien sei schließlich sehr viel Gutes entstanden, schreibt Walcher in einem Pressebericht:

So führe seit 1998 bis heute die Pfarrei St. Georg für die „Küche der Barmherzigkeit“ in Eriwan einmal jährlich eine Geldsammlung durch. Bei dieser Einrichtung handele es sich um eine Suppenküche für bedürftige Senioren, jugendliche Behinderte, Kindergartenkinder und Straßenkinder.

Inzwischen bekämen auch armenische Flüchtlinge aus Berg Karabach dort eine tägliche warme Mahlzeit. Außerdem habe der Verein Kosten für Studien und Ausbildungen junger Armenier und Armenierinnen übernommen, für das Waisenhaus in Vanadzor seien drei Lehrwerkstätten gebaut und dank Renovabis eine Solaranlage zur Warmwassergewinnung und eine Gasheizung eingerichtet worden.

Die Pandemie verhindert Reisen

Die enge Zusammenarbeit mit den Sternstunden habe zudem den Kauf von Sportgeräten für eine Schule sowie von 20 Stockbetten für das Waisenhaus und die Einrichtung einer Krankenhausküche ermöglicht. Weiter seien Operationen, medizinische Behandlungen, Klassenzimmerrenovierungen, Schulmöbel, eine weitere Lehrwerkstatt und vieles mehr bezahlt worden.

Wegen der Pandemie , die auch in Armenien furchtbar gewütet habe, und wegen des Krieges mit Aserbaidschan in Karabach 2020 habe man in der letzten Zeit nicht nach Armenien reisen können. Trotzdem habe der Verein dank der Helfer vor Ort weiter Hilfe leisten können: So seien die Betreuung armenischer Flüchtlinge in Aserbaidschan und in Armenien, Essenspakete für bedürftige Familien in Vanadzor sowie ein Kinderheim in Vanadzor finanziert worden.

Wieder mit Hilfe der Sternstunden werde derzeit armenischen Flüchtlingsfamilien in Eriwan geholfen und es könnten Kinder aus Dörfern der Region Tavush, die an der Grenze zu Aserbaidschan liegt und in der sich immer wieder blutige Grenzzwischenfälle ereignen, betreut und gefördert werden.

Am 1. Juni dieses Jahres sei ein Projekt für arme Kinder aus der Grenzregion zu Aserbaidschan gestartet worden: Sie bekommen Kleidung, Essen, Lern-, Spiel- und Bastelmaterial sowie psychologische Betreuung. Nähere Informationen zum Verein gibt es unter www.hajastan-armenienhilfe.de.red