Bundesverdienstkreuz
Hohe Ehrung für Adolf Wedel
Hedi Wedel ist ihrem Mann beim Anheften des Bundesverdienstkreuzes behilflich. Innenminister Joachim Herrmann (r.) hatte Adolf Wedel die hohe Auszeichnung überreicht.
Hedi Wedel ist ihrem Mann beim Anheften des Bundesverdienstkreuzes behilflich. Innenminister Joachim Herrmann (r.) hatte Adolf Wedel die hohe Auszeichnung überreicht.
Foto: Evi Seeger
Vestenbergsgreuth – Der Unternehmer Adolf Wedel aus Vestenbergsgreuth ist von Innenminister Joachim Herrmann mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden.

„Das Unternehmen ist der eine Baustein. Die Familie der andere.“ Tochter Anne Wedel-Klein fasste in Worte, was das Leben ihres Vaters Adolf Wedel immer bestimmt hat. „Ein Leben, in dem ich viel Glück hatte. Heute ist ein besonders glücklicher Tag“, fügte Adolf Wedel an. Denn der Unternehmer und jahrzehntelange Geschäftsführer der Martin-Bauer-Gruppe (Maba) konnte aus den Händen des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) das Bundesverdienstkreuz am Bande in Empfang nehmen.

Außergewöhnliches Engagement

Wie sagte doch so schön ein Feuerwehrmann der örtlichen Wehr: „Diesmal trifft’s einen, der es wirklich verdient hat.“ Damit traf er den Kern aller nachfolgenden Laudationes: Darin würdigten die Redner die ganzheitliche Verantwortung des Geehrten als Unternehmer und Mensch, Wedels außergewöhnliches Engagement im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich und ganz besonders seine Haltung den Mitarbeitern gegenüber.

In das wunderschöne Ambiente der „Seebühne“, einem Haus mit einer Art „Zaubergarten“, hatte Adolf Wedel anlässlich der Auszeichnung eingeladen, und alle waren gekommen: der Innenminister mit Orden und Urkunde, die – Corona ist’s geschuldet – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) bereits vor einem Jahr unterzeichnet hat; dazu Bundestagsabgeordneter Stefan Müller (CSU), dem auch eine Auszeichnung zugedacht war, Landtagsabgeordneter Walter Nussel (CSU), Landrat Alexander Tritthart (CSU, die Vertreter sozialer Einrichtungen wie der Laufer Mühle, der Barmherzigen Brüder und der Lebenshilfe, Bürgermeister und Abordnungen der örtlichen Vereine; außerdem Freunde und Wegbegleiter wie Helmut Hack, Geschäftsführer Albert Ferstl und die gesamte Familie des Geehrten.

Innenminister Joachim Herrmann (links) überreicht dem Unternehmer Adolf Wedel das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Innenminister Joachim Herrmann (links) überreicht dem Unternehmer Adolf Wedel das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Foto: Evi Seeger

„Mache keine halben Sachen, sondern tue alles aus voller Überzeugung“, sei immer das Lebensmotto ihres Vaters gewesen, sagte Tochter Anne Wedel-Klein. Er begegne allen Menschen „auf Augenhöhe“ und man könne sich immer ganz auf ihn verlassen.

Das Unternehmen geprägt

Staatsminister Herrmann würdigte Adolf Wedel als „einen Unternehmer der alten Schule“. Bei ihm stehe der Mensch im Mittelpunkt, die Wertschätzung der Mitarbeiter, deren Wohlergehen ihm sehr am Herzen liege. Seit den 1980er Jahren habe er das Unternehmen maßgeblich mitgeprägt. Heute sei es mit 4500 Beschäftigten weltweit, 1200 davon in Franken, der weltweit führende Anbieter für Kräuter- und Teeprodukte. Die Martin-Bauer-Gruppe stehe für menschenwürdiges Arbeiten und wirtschaftlichen Erfolg im Einklang mit ökologischer und sozialer Verantwortung.

Völkerverständigung, der Austausch mit Menschen unterschiedlicher Kulturen sei Adolf Wedel immer wichtig gewesen. Er habe auch die Partnerschaft zwischen Höchstadt und Krasnogorsk angestoßen.

Bei Maba sei Nachhaltigkeit bereits gelebt worden, als man das noch gar nicht kannte, lobte Bundestagsabgeordneter Stefan Müller: „Wir Mandatsträger können uns jederzeit an dich wenden. Wir bekommen immer eine ehrliche Antwort.“

Bundesverdienstkreuz und Ehrenbürgerschaft hätten in der Familie bereits Tradition, stellte Bürgermeister Helmut Lottes (CSU) fest. „Ihr habt diese Auszeichnung aber nicht geschenkt bekommen, sondern sie euch verdient.“ Danke sagte Lottes „für das segensreiche Wirken, für die Bodenständigkeit, für die Freundschaft“. Den Unternehmer würdigte ganz besonders Albert Ferstl, Wedels Nachfolger in der Geschäftsführung. Im vergangenen Jahr hatte sich Adolf Wedel nach rund 40 Jahren aus der Firma verabschiedet. „Du packst an und ziehst die Dinge auch durch“, sagte Ferstl. Mutig, tatkräftig und entscheidungsfreudig habe er Adolf Wedel als das Musterbeispiel eines Unternehmers erlebt. Auch sein Ziel, die Nachfolgegeneration ins Unternehmen zu integrieren, sei gelungen.

Dank an viele Wegbegleiter

„Ich fühle mich außerordentlich geehrt“, war Wedels Schlusswort. Und an den Kreis seiner Freunde gerichtet: „Fühlt auch ihr euch mit ausgezeichnet.“ Ohne die vielen Begleiter an seinem Weg wäre dies alles nicht möglich gewesen. Sein besonderer Dank galt seiner Familie, vor allem seiner Frau Hedi, der er einen Strauß aus Kräutern mitgebracht hatte. Stehende Ovationen folgten seinem Schlusswort.

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