Wasserstoff
Schaeffler gründet Joint Venture für Wasserstoff
So sehen die Bipolarplatten für Brennstoffzellen aus, die Schaeffler künftig mitproduzieren wird.
So sehen die Bipolarplatten für Brennstoffzellen aus, die Schaeffler künftig mitproduzieren wird.
Foto: Schaeffler
Herzogenaurach – Der Automobilzulieferer aus Herzogenaurach setzt auf Wasserstoff. Ein französischer Partner ist gefunden.

Schaeffler kooperiert künftig mit einem französischen Unternehmen, um Bipolarplatten für Brennstoffzellen herzustellen. Die werden für Mobilitäts- und Energielösungen gebraucht. Der neue Partner: Symbio, ein Gemeinschaftsunternehmen von Faurecia und Michelin für Wasserstofftechnologie. Der Vertrag zur Gründung eines sogenannten „50:50-Joint-Ventures“ (JV) zwischen Schaeffler und Symbio ist nun unterzeichnet. Es ist geplant, die Gründung voraussichtlich bis Ende dieses Jahres abzuschließen.

Symbio hat Erfahrung bei der Entwicklung von Brennstoffzellensystemen. Schaeffler verfügt indes über die Kompetenz im Bereich der Präzisions-Umformungstechnik und -Stanztechnik sowie über die Prozesskenntnisse für eine Großserienfertigung metallischer Bipolarplatten.

Potenzial für die Wasserstoffwirtschaft

Das JV wird seinen Sitz in Haguenau im Elsass, Frankreich, haben. Es soll das Fachwissen von führenden europäischen Automobilzulieferern und einem globalen Marktführer von Brennstoffzellen-Technologie vereinen. So erhoffen sich die Verantwortlichen Potenzial für die Wasserstoffwirtschaft.

Das Unternehmen wird bis Ende des Jahres den Betrieb unter dem Markennamen „Innoplate“ aufnehmen und die Produktion einer neuen Generation von Brennstoffzellen im Fokus haben. Es wird sogenannte Bipolarplatten für Brennstoffzellen in industriellem Maßstab produzieren.

Der Produktionsstart ist für Anfang 2024 geplant. Am Produktionsstandort sollen anfänglich vier Millionen Bipolarplatten pro Jahr entstehen. Ziel ist es, bis 2030 die jährliche Produktion auf rund 50 Millionen zu steigern. Der Standort soll höchste Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und ist nach Angaben der Verantwortlichen auf Netto-Null-Emissionen ausgelegt.

„Wir sind überzeugt, dass Wasserstoff eine entscheidende Rolle für die nachhaltige Mobilität der Zukunft spielen wird. Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und die Umstellung auf nachhaltige Energieressourcen werden maßgeblich von der Industrialisierung verlässlicher Lieferketten für die neuen Technologien abhängen“, sagt Klaus Rosenfeld, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Schaeffler in einer Pressemitteilung.

Er fügt hinzu: „Unser Joint Venture mit Symbio ist ein sehr gutes Beispiel für diesen Ansatz. Als globales Unternehmen mit Sitz in Deutschland sind wir zudem hoch erfreut, mit Symbio in Frankreich eine Partnerschaft einzugehen und die deutsch-französische Zusammenarbeit in diesem wichtigen Bereich zu fördern. Das JV ermöglicht Schaeffler einen schnellen Markteintritt mit einem führenden Brennstoffzellenanbieter als Partner.“

Philippe Rosier, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Symbio, teilt mit: „Metallische Bipolarplatten sind eine strategische Komponente des Brennstoffzellensystems mit hohem Mehrwert. Innoplate wird maßgeblich dazu beitragen, eine Serienproduktion zu ermöglichen, die die Programme unserer Kunden und die Akzeptanz des Marktes gegenüber Mobilität durch Wasserstoff stärkt.“

„Gleichzeitig werden wir die systemische Leistung und die Wirtschaftlichkeit unserer Lösungen steigern. Mit diesem Projekt leistet Symbio einen Beitrag zum Aufbau einer technologischen und industriellen Führungsrolle Europas“, fügt er in der Pressemitteilung des Unternehmens hinzu.

Lesen Sie auch:

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: