Bildung
Wenn es kracht und brennt
Samuel Pregler führte die Verbrennung von Eisenwolle über dem Bunsenbrenner vor.
Samuel Pregler führte die Verbrennung von Eisenwolle über dem Bunsenbrenner vor.
Foto: Michelle Franz
Höchstadt a. d. Aisch – Ein Projekt-Seminar des Gymnasiums Höchstadt brachte Siebtklässlern näher, warum auch Naturwissenschaften ihren Reiz haben.

Wie viel Zeit unseres Lebens verbringen wir mit Blinzeln? Was passiert bei einer Mehlstaubexplosion? Diese und vielen anderen Fragen haben sich die Siebtklässler des Gymnasiums Höchstadt gestellt. Sie erhielten die Chance, tiefer in die Welt der Unterrichtsfächer Physik, Biologie und Chemie, sogenannte Mint-Fächer, einzutauchen. Das Projekt entstand im Rahmen des Praktischen-Seminars (P-Seminar) Chemie der Q12 unter Leitung von Studienrätin Lisa Raab. Ziel war, die Unterstufe für die Naturwissenschaften zu begeistern, heißt es in einem Pressebericht der Schule. Bei den Präsentationen übernahmen die älteren Schüler die Vorstellung der interessanten Versuche.

Im Bereich Physik lernten die Schüler nach einer kurzen Einführung mehr über die gängigsten Themen dieser Wissenschaft. Besondere Faszination entwickelte sich beim Thema Strom und elektrische Leitung. Mittels eines Bandgenerators demonstrierten Oberstufenschüler die Erzeugung von Hochspannung, welche sich als blitzartige Funkenstrecke sichtbar machte. Bei weiteren erstaunlichen Versuchsdemonstrationen zur Schwerkraft und schiefer Ebene beteiligte sich die siebte Klasse rege mit ihren Spekulationen und Vermutungen an der Präsentation.

Insekten unter dem Mikroskop

Weiter ging es in den Biologiesälen des Gymnasiums: Nach einem kurzen Quiz zu den Bestandteilen eines sehr hochwertigen Lichtmikroskops durften die Unterstüfler diese praktisch kennenlernen und anwenden. Die Möglichkeit, verschiedene organische sowie synthetische Proben unter vielfacher Vergrößerung zu inspizieren, wurde mit Begeisterung genutzt; darunter winzige Insekten, Nahrungsmittel wie Kaffee oder sogar Ausschnitte menschlichen Gewebes. Parallel dazu bot sich die Gelegenheit, beim Zusammenbau eines Torsomodells die Kenntnisse der eigenen Anatomie zu testen oder verschiedenste Rätselfragen rund um den Körper zu beantworten.

Ein besonderes Schauspiel bot die „Chemie-Show“. Die Erwartungen der Klasse an die Experimente – darunter vor allem Feuer, Explosionen und viel „Wumms“ – wurden gänzlich erfüllt.

Zusätzlich wurde unter Beweis gestellt, dass Chemie noch viel mehr kann als laut knallen: So brachte zum Beispiel entzündetes Eisenpulver den aufmerksamen Schülern im abgedunkelten Klassenzimmer das Prinzip der altbekannten Wunderkerze näher. Eine phosphoreszierende Luminolmischung sorgte mit ihrer starken Leuchtkraft für Erstaunen. Auch die sogenannte „Elefantenzahnpasta“ fand durch die bloße Größe und Anschaulichkeit besonderen Anklang. Hier werden mittels einer einfachen Reaktion von Wasserstoffperoxid, Spülmittel und Kaliumiodid in kurzer Zeit Unmengen von Schaum erzeugt. Als Abschluss – quasi „Chemie zum Schmecken“ – durften sich die Schüler der Unterstufe an angebotenen Dextrose-Stäbchen bedienen.

„Den Siebtklässlern wollen wir die Mint-Angebote des Gymnasiums Höchstadt näherbringen“, erläuterte der Oberstufenschüler Justus Herzog, Projektleiter des P-Seminars. Die Siebtklässler haben im laufenden Schuljahr die Möglichkeit, sich für den naturwissenschaftlich-technologischen Zweig am Gymnasium zu entscheiden. Auch in Hinsicht auf diese Wahl hat das Projekt einen Einblick in den Spaß an diesen Fächern vermittelt.