Gemeinderat
Erfreuliche Finanzspritze
Die Sanierungsarbeiten an der Schule in Hemhofen sind in vollem Gange.
Die Sanierungsarbeiten an der Schule in Hemhofen sind in vollem Gange.
Foto: Thomas Schöbel
Hemhofen – Hemhofen hat Zahlungen erhalten, die die Gemeinde aber auch gut gebrauchen kann. Denn derzeit wird die Schule aufwendig saniert.

Eine breite Palette von Themen behandelte der Gemeinderat Hemhofen in seiner jüngsten Sitzung. Bevor es aber in die Tagesordnung ging, konnte Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU) schon mit zwei guten Nachrichten aufwarten.

Zum einen hat die Regierung von Mittelfranken eine bereits lang zurückliegende Baumaßnahme an der Zeckerner Hauptstraße endgültig abgerechnet, wodurch die Gemeinde noch 100 000 Euro erhält. Zum anderen wurden für den Bau der Abwasserüberleitung zur Kläranlage Adelsdorf Fördergelder in Höhe von 450 000 Euro bewilligt. Viel Geld, das Hemhofen gut gebrauchen kann, denn das Großprojekt Schulsanierung schreitet weiter voran.

Auftrag für Gestaltung des Außenbereichs

Neben zahlreichen finanziellen Nachträgen in Höhe von gut 90 000 Euro, die zum großen Teil Umplanungen bei einzelnen Gewerken geschuldet sind, wurde auch die Neugestaltung im westlichen Außenbereich für 285 000 Euro an die Firma John aus Hallstadt vergeben. Aufgrund einer geänderten Ausschreibung liegt die Angebotssumme deutlich unter der Kostenschätzung. Dies war möglich, weil mit weiteren Fördergeldern zur Gestaltung des vorderen Schulumfelds gerechnet werden kann, so Bürgermeister Nagel.

Kurzfristig beantragte Zuschüsse in Höhe von etwa 16 000 Euro fließen zudem für die weitere Gestaltung der Mittagsbetreuung im Naturraum. Die Kinder können sich unter anderem über eine Matschanlage, einen Baumlehrpfad, ein Bienenhaus und weitere Groß-Spielgeräte freuen.

Abseits der Schule will Hemhofen zudem Zuwendungen zum Ausbau des „digitalen Rathaus“ einsetzen und das Angebot an Online-Dienstleitungen verdoppeln. Bisher seien diese Maßnahmen, auch aufgrund der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie, sehr gut angenommen worden, berichtet Nagel.

Bedarf für Wohnraum ermittelt

Neben Investitionen standen auch Planungsaufgaben auf der Tagesordnung. Sebastian Pleyer von BFS+ aus Bamberg stellte in einem Vortrag erste Ergebnisse zur Fortschreibung des Flächennutzungsplan im Rahmen der Städtebauförderung vor. Auf Grundlage eines prognostizierten Bevölkerungszuwachs um gut 4,5 Prozent und eines Anstiegs der Wohnfläche pro Person, geht Pleyer von einem Wohnflächenbedarf von 9,7 Hektar im Jahr 2035 aus. Durch die Schließung von Baulücken und Maßnahmen zur Innenverdichtung könnte die Gemeinde in diesem Zeitraum 2,1 Hektar realisieren. Die übrigen 7,6 Hektar sollten in einem neuen Flächennutzungsplan berücksichtigt werden. „Der Bedarf ist hier der Orientierungspunkt“, so Pleyer. Derzeit seien genügend Flächen vorhanden, allerdings müsste jeweils geprüft werden, ob Grundstückseigentümer auch gewillt sind, dort Wohnraum zu schaffen.

Wie Bürgermeister Nagel berichtete, gibt es einzelne Flächen, die seit fast 30 Jahren im Blick sind und bei denen man über eine Streichung nachdenken müsste. Das Planungsbüro BFS+ hofft bis Ende 2022 eine fertigen Plan vorlegen zu können. Bis dahin könnte auch ein kommunales Föderprogramm zur Fassadensanierung aufgelegt sein. Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich (14:2 Stimmen), entsprechende Angebote zur Erstellung eines solchen Programms einzuholen.

Zahl der Musikschüler wächst deutlich

Erfreuliche Zahlen gab es von der Musikschule Hemhofen zu berichten. Durch die neuen Gruppenangebote und die verstärkte Zusammenarbeit mit den weiteren Bildungseinrichtungen vor Ort, konnte die Musikschule ihre Schülerzahl um 100 auf 350 Schüler erhöhen. Allerdings führt dies auch zu einem höheren Verwaltungsaufwand. Die Gebührensatzung der Musikschule wurde daher um eine einmalige Aufnahmegebühr von 13 Euro ergänzt. Eine ähnliche Gebühr erheben laut Kämmerin Tanja Krauß zahlreiche Musikschulen in der Umgebung. In der neuen Satzung ist aber auch eine Ermäßigung für besonders begabte Schüler geplant. Bei einer Mehrfachbelegung von zwei oder mehr Instrumenten soll es eine Ermäßigung von 15 Prozent geben. Damit möchte die Musikschule auch das Engagement der besonders Begabten honorieren.