Haus der Begegnung
Vestenbergsgreuths neues Vorzeigeprojekt
Menschen treffen, Angebote wahrnehmen, ein erfüllteres Leben leben – das ist das Ziel des Mehrgenerationenhauses in Vestenbergsgreuth.
Menschen treffen, Angebote wahrnehmen, ein erfüllteres Leben leben – das ist das Ziel des Mehrgenerationenhauses in Vestenbergsgreuth.
Foto: olly/adobeStock
Vestenbergsgreuth – Ein Haus der Begegnung soll Senioren dabei helfen, möglichst lange in ihrer Heimat selbstständig zu leben.

Es machte bereits am Tag der offiziellen Einweihung seinem Namen alle Ehre, das Vestenbergsgreuther Haus der Begegnung. Draußen auf dem Mehrgenerationenplatz genossen die Kinder das Angebot der Schausteller an diesem Kirchweihsonntag, drinnen besichtigten zahlreiche ältere Bürger die neuen Räumlichkeiten, während nebenan im Veranstaltungssaal Bürgermeister Helmut Lottes (CSU/UB) den geladenen Gästen seine Vision von einer lebenswerten Gemeinde näherbrachte.

Auch für die Nachbargemeinden

Mehrere Kommunen aus der Umgebung von Vestenbergsgreuth haben sich zum Ortsverbund Mittlere Aisch zusammengeschlossen, damit für das rund 6,5 Millionen Euro teure Projekt gut 2,5 Millionen Euro Zuschüsse aus der Städtebauförderung von Bund und Freistaat fließen konnten. Vorteil für alle Beteiligten: Auch die Bürger von Uehlfeld, Münchsteinach oder Gerhardshofen können und sollen künftig das Haus der Begegnung besuchen und nutzen.

In der alten Schule

Wie Bürgermeister Lottes berichtete, habe man bereits vor zehn Jahren begonnen, ein Konzept zu erarbeiten, um sich den Veränderungen auf den Dörfern zu stellen. Der demografische Wandel gehe auch an Vestenbergsgreuth nicht vorüber, und deshalb solle das Haus der Begegnung mit seinen Angeboten der wachsenden Zahl älterer Menschen dabei helfen, möglichst lange möglichst selbstständig zu leben. Rund eineinhalb Jahre lang wurde dafür der Mittelteil der ehemaligen Schule komplett entkernt und umgebaut. „Jetzt haben wir die Hardware, aber die würde nichts bringen ohne die passende Software“, leitete der Bürgermeister zur Vorstellung derjenigen über, die das Haus nun mit Leben füllen soll.

Mitmachen erwünscht

Die Sozialpädagogin Sofie Wedel wird sich als Quartiersmanagerin dieser Aufgabe stellen und wünscht sich dabei Hilfe und Anregungen von allen Mitbürgern. So wolle man zum Beispiel die bereits bestehenden Angebote der Kirchengemeinden nicht ersetzen, sondern ergänzen, man will mit dem VdK ebenso zusammenarbeiten wie mit der benachbarten Kindertagesstätte und dem Kreisjugendring, der am anderen Ortsrand ein Jugendcamp betreibt. Jung und Alt sollen im Haus der Begegnung zusammenkommen, ergänzt Vestenbergsgreuths Seniorenbeauftragter Thomas Wimber, der sich aber auch bewusst ist, dass man „die Menschen abholen muss“, und zwar mit guten Angeboten.

Start im Advent

Die 27-jährige Sofie Wedel hofft, dass Besucher den ganzen Tag im Haus der Begegnung verbringen, angefangen vom morgendlichen Kaffee über ein Fernsehstündchen und ein gemeinsames Mittagessen bis zum Friseurtermin vor Ort und einem Spielenachmittag zum Ausklang. Je nach Bedarf könnte sich die Quartiersmanagerin, die selbst aus Vestenbergsgreuth stammt, auch einen Hol- und Bringservice für die Bewohner der umliegenden Ortschaften vorstellen. Bis es losgeht, dauert es allerdings noch ein bisschen, denn es fehlt noch die Möblierung für die einzelnen Räume. Spätestens in acht Wochen soll es aber so weit sein, und die Adventszeit könnte zum Start ganz gut geeignet sein, im neuen Haus für viele Begegnungen zu sorgen, meint Sofie Wedel.

Neue Angebote

Die Vestenbergsgreuther freuen sich schon auf die neuen Angebote. Werner Geyer (69 Jahre) kann sich gut vorstellen, daheim ab und zu die Küche kalt zu lassen und stattdessen im Haus der Begegnung ein warmes Mittagessen und eine Spielerunde mit Bekannten zu genießen. Vielleicht begegnet er dabei Fritz Lottes (68 Jahre), den ebenfalls ein gemeinsames Mittagessen und ein gemütlicher Schafkopf in das Haus auf dem Schwalbenberg locken könnten. „Die älteren Menschen vereinsamen immer mehr“, sagt er, „da ist es schön, so etwas zu haben“.

Das Angebot im Haus der Begegnung

  • ganztägiger Treffpunkt für Senioren, aber auch alle anderen Generationen
  • gemeinschaftliche Aktivitäten wie Spielen und Kochen
  • warmes Mittagessen nach vorheriger Bestellung
  • offener Bücherschrank mit freiem Tauschsystem
  • Vorträge und Beratung in wechselnden Sprechstunden
  • wechselnde Dienstleistungen wie Physiotherapie, Fußpflege und Friseur
  • Anlaufstelle für alle Themen rund um selbst organisierte Gruppen und Veranstaltungen
  • barrierefreie Räumlichkeiten: Fernseh- und Spielzimmer, Fitnessraum, Behandlungsraum und Ruheraum, Vortragsräume und Beratungszimmer, große Halle mit Aufenthaltsbereich und Küche

Kontakt Telefon 0151/14014207,

E-Mail: HDB@vestenbergsgreuth.de