Neues Rathaus
Herzogenaurach: Etwas Großes wächst heran
So fing die Webcam vom Schloss die Rathausbaustelle am 26. Juli ein.
So fing die Webcam vom Schloss die Rathausbaustelle am 26. Juli ein.
Foto: Stadt
Herzogenaurach – Der Stadtrat hat weitere Aufträge in Millionenhöhe für das neue Rathaus vergeben.

Wenn einer Großes vorhat, dann muss er bereit sein, auch mal Umwege zu gehen. Der Neubau des Herzogenauracher Rathauses ist so ein großes Projekt, gemeinsam mit der Schlosssanierung kostet es knapp 40 Millionen Euro und umfasst jede Menge einzelner Aufträge und Vergaben.

Da kommt es schon mal vor, dass der Auftraggeber, also in diesem Falle die Stadt, eine Extrarunde drehen muss. Schlicht, weil die abgegebenen Angebote deutlich höher liegen als der Schätzwert. Oder weil erst gar keine Angebote eingegangen sind. So war es auch in der letzten Stadtratssitzung.

„Insgesamt erweist sich, dass manche Gewerke angesichts der konjunkturellen Lage schwierig zu vergeben sind“, stellt Bürgermeister German Hacker (SPD) in seiner Einschätzung hierzu fest. Das bedeutet auch Mehrarbeit für die Kolleginnen und Kollegen im Rathaus: Gegebenenfalls müssen Ausschreibungen aufgehoben oder wiederholt werden.

Eine Aufnahme der  Großbaustelle  vom 12. Juni.
Eine Aufnahme der Großbaustelle vom 12. Juni.
Foto: Herzo-Werke

Einmal gab’s kein Angebot

Bei den fünf Beschlussvorschlägen in der jüngsten Sitzung mussten zwei herausgenommen werden. Einmal fehlten die Angebote gänzlich (Metallbau und Verglasung der Fassade). Und bei den Trockenarbeiten im Schloss waren die Prüfungen noch nicht beendet. In der Sitzungs-Sommerpause ist am 12. August ein Ferienausschuss vorgesehen. Möglicherweise kann da beschlossen werden.

Vergeben werden konnten folgende Aufträge:

Systemböden nass: Den Auftrag bekam die Firma Laskowski aus Feldkirchen-Westerham für 128 000 Euro als günstigster Bieter und drei abgegeben Angeboten. Aufgefordert worden waren acht Firmen.

Systemboden trocken: Zum Zuge kommt die gleiche Firma für 225 300 Euro. Auch hier hatten drei Firmen abgegeben (von sechs). Hochgerechnet auf beide Gewerke liegen die Kosten leicht über Bereich des bepreisten Leistungsverzeichnisses.

Sanitärtechnische Anlagen: Hier konnte sich, sehr zur Freude des Bürgermeisters, ein regionaler Anbieter durchsetzen. Allerdings war zuvor die europaweite Ausschreibung gescheitert, weshalb „aus vergaberechtlichen Aspekten“ ein Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb initiiert wurde, wie von der Stadtverwaltung in der Tischvorlage informiert wurde. Hier trafen dann zwei Angebote ein. Den Auftrag erhielt die Firma Mirschberger Haustechnik aus Erlangen für einen Betrag von 477 000 Euro und damit nur drei Prozent über dem letzten Schätzwert.

Mit weiteren Vergaben hatte sich der Stadtrat auch schon in seiner vorhergehenden Sitzung befasst.

Innenputzarbeiten: Unter drei Angeboten setzte sich die Firma Rudolf-Kroner aus Arberg durch (131 200 Euro). Bemerkenswert: Dieser Betrag lag fast 60 Prozent teurer als der die Kostenberechnung, aber knapp unterhalb des ersten Schätzwertes. Die Begründung ist einfach: Bei den Fenstern Gewerk Alu-Holzfenster) hat sich die Situation verändert und anstelle sichtbarer Eichenholzrahmen ist nun mehr Laibungsputz erforderlich.

Natursteinfassade: Sie prägt das optische Bild des neuen Rathauses. Durchgesetzt hat sich die Firma Hofmann Naturstein aus Werbach-Gamburg für eine Summe von 1,3 Millionen Euro. Sechs Angebote waren eingegangen. Die beauftragte Firma lag fast ein Viertel unterhalb der Kostenberechnung.

Damals hatte Bürgermeister Hacker im FT-Gespräch festgestellt, dass sich viele Vergaben zuletzt positiv entwickelt hätten. Entweder sie brachten nur eine minimale Kostensteigerung oder lagen sogar günstiger als erwartet. Bei einer Vergabe oder bereits Abrechnung von inzwischen deutlich mehr als 60 Prozent aller Aufträge habe man eine gewisse Kostensicherheit erreicht. Damit sollten nun keine Kosten mehr explodieren, meinte Hacker in der Gesamtschau.

Voraussichtliche Fertigstellung des neuen Rathauses: Dezember 2022.

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