Gemeinschaft
Mailach: Kleiner Verein macht große Spende
Für diese Rampe an der Alten Schule in Mailach, in der heute die Vereine ein Zuhause haben, wurde das Geld gespendet. Auch andere Vereine haben zur Finanzierung beigetragen.
Für diese Rampe an der Alten Schule in Mailach, in der heute die Vereine ein Zuhause haben, wurde das Geld gespendet. Auch andere Vereine haben zur Finanzierung beigetragen.
Foto: Britta Schnake
Mailach – Der Mailacher Soldaten- und Kameradschaftsverein hat bei einem Fest vor 25 Jahren Geld eingenommen, das jetzt in ein besonderes Projekt fließt.

Dreh- und Angelpunkt für die Mailacher Vereine ist die Alte Schule. „Hier ist die Dorfgemeinschaft drin und der Tischtennisclub, die Feuerwehr, die Kerwa und der Soldaten- und Kameradschaftsverein“, sagt Irene Raber und schleppt einen Getränkekasten ins Haus. Sie ist praktisch Mädchen für alles, putzt alle 14 Tage ehrenamtlich und: „Ich schau halt drauf, dass alles schön sauber ist.“ Die Kästen sind für die Sitzung des Soldaten- und Kameradschaftsvereins Mailach.

„1921 wurde der Verein gegründet“, berichtet der Vorsitzende Richard Ruß, „und dann 1957 erneut, nach dem Zweiten Weltkrieg.“ Heuer im Januar hätten sie eigentlich 100-jähriges Bestehen feiern können. Doch Corona hat auch dieser Festivität einen Strich durch die Rechnung gemacht. An diesem Freitagabend weiß der Verein mit einer nicht ganz alltäglichen Mission aufzuwarten, wird Ruß doch heute Bürgermeisterin Regina Bruckmann einen symbolischen Scheck über 2000 Euro überreichen. Eine stolze Summe für den kleinen Verein mit gerade mal 22 Mitgliedern. Der Betrag ist ein Zuschuss für die Rampe, welche den Eingang barrierefrei gestaltet.

„Das Haus ist ein öffentliches Gebäude“, erläutert Bruckmann, „öffentliche Gebäude sollten barrierefrei sein.“ Davon dürfte Georg Stirnweiß ein Lied singen können. Stirnweiß sitzt im Rollstuhl. Als Mitglied in mehreren Vereinen musste er von seinen Kameraden immer hochgetragen werden, da er sonst nicht hätte in das Gebäude gelangen können. Bereits 2018 wurde laut Ruß ein entsprechender Beschluss für eine Rampe gefasst. „Dann 2019 haben wir entschieden: Wir stiften was“, resümiert er. „Der Vorschlag war 2000 Euro, die Hälfte unseres Vereinsvermögens.“

Das Geld entstammt den Einnahmen eines Festes, das vor 25 Jahren gefeiert wurde. „Da haben wir 5000 bis 6000 D-Mark eingenommen, das sollte eigentlich für eine Fahne sein“, erläutert Ruß, „Die ist aber nur ein Anschauungsobjekt. Jetzt fließt das Geld in ein Nutzungsobjekt.“ Die letzte Entscheidung für die Rampe fiel 2020, doch erst durch die Spende des Soldaten- und Kameradschaftsvereins kam die Sache vollends zum Laufen.

„Die Spende hat es beschleunigt“, bestätigt auch Bruckmann. Nach dem Soldaten- und Kameradschaftsverein zogen weitere Vereine nach. So flossen laut Bruckmann Spenden von der Jagdgenossenschaft, der ehemaligen Vorstandschaft der Dorferneuerung, des TTC, der Feuerwehr und einiger Privatpersonen. Dadurch kamen 9500 Euro zusammen. „Das zeigt, wie gut der Zusammenhalt in Mailach funktioniert“, merkt Bruckmann an. Leider ist die Rampe damit noch nicht bezahlt. Laut Bruckmann kann die Gemeinde nicht auf einen Zuschuss hoffen, auch Fördertöpfe standen nicht zur Verfügung. „Den Rest der Gesamtkosten von knapp 31.000 trägt die Gemeinde Markt Lonnerstadt“, sagt sie. Von Juni bis August dauerte der Umbau.