Wachstum
Villa Kunterbunt muss wachsen
Hinter diesen Fenstern (Erdgeschoss) liegt der Turnraum, der zur Zeit als Gruppenraum genutzt wird. Bürgermeister Friedrich Gleitsmann (links) und Kita-Leiterin Christin Schütze könnten sich einen Anbau in diesem Gartenteil vorstellen.
Hinter diesen Fenstern (Erdgeschoss) liegt der Turnraum, der zur Zeit als Gruppenraum genutzt wird. Bürgermeister Friedrich Gleitsmann (links) und Kita-Leiterin Christin Schütze könnten sich einen Anbau in diesem Gartenteil vorstellen.
Foto: Evi Seeger
Wachenroth – Wegen des Kinderreichtums in Wachenroth benötigt die Gemeinde einen weiteren Raum. Der Kindergarten wird für die Zukunft fit gemacht.

„Die Kinderzahlen sind ungebrochen. Wir müssen baulich tätig werden“, stellte Bürgermeister Friedrich Gleitsmann fest. In der Sitzung des Marktgemeinderats gab er bekannt, dass Wachenroth – zu den vorhandenen drei – eine weitere Kindergartengruppe benötigt. Das bedeutet, dass die „VillaKunterbunt“ an der Gartenstraße durch einen Anbau erweitert werden soll.

Viele Anmeldungen schon im September

Eine andere Lösung gebe es praktisch nicht: Bereits im September 2020 sei aufgrund der vielen Anmeldungen im Wachenrother Kindergarten eine weitere Gruppe eingerichtet worden, berichtet Kita-Leiterin Christin Schütze. Für diese „Übergangsgruppe“ sei der Turnraum des Kindergartens zum Gruppenraum umfunktioniert worden. Turnen können die Kinder – soweit Corona das zulässt – trotzdem. Sie können in die nur wenige Schritte entfernte Ebrachtalhalle ausweichen.

Kinderzahl steigt weiter

Im vergangenen Jahr dachte die Gemeinde noch daran, die Übergangsgruppe nur so lange beizubehalten bis die Kinderzahlen wieder auf dem früheren niedrigeren Stand sind. Dies zeichnete sich jedoch nicht ab. Wie die Leiterin berichtet, „bestätigen sich die Zahlen für die nächsten zwei Jahre“. Das heißt, dass der Kindergarten nicht mehr mit drei Gruppen auskommt. „Wir werden in Zukunft vier gleich starke Gruppen mit jeweils über zwanzig Kindern haben“, sagt Schütze.

„Eine kinderreiche Gemeinde“, wie Bürgermeister Gleitsmann erfreut feststellt. Zu überlegen gebe es da nicht viel: „Wenn es um die Kinder geht, gibt es keinen Handlungsspielraum“, so der Gemeindechef. Die Gemeinde müsse einfach tätig werden.

In der Wachenrother Einrichtung werden die Kinder (ab drei Jahren) aus der ganzen Gemeinde betreut. Die Weingartsgreuther Einrichtung „Kleine Strolche“ beherbergt die ganz Kleinen unter drei Jahren, die dann später nach Wachenroth wechseln.

Erweiterung im Baukastensystem

Jetzt soll möglichst schnell eine Planung auf den Weg gebracht werden. „Gedankenspiele“ gebe es bereits, sagt Gleitmann. Der Bürgermeister könnte sich einen Anbau in westliche Richtung vorstellen. In dem bislang ungenutzten Gartenbereich wäre der nötige Platz vorhanden. Entstehen solle alles, was für den Betrieb nötig sei, so die Kita-Leiterin: Ein Gruppenraum mit Intensivraum, sanitäre Anlagen und ein Allzweckraum für das Personal.

Rückblick: Nicht die erste Erweiterung

Zum Glück sei der Kindergarten so konzipiert, dass er im Baukastensystem erweitert werden könne, erläutert Gleitsmann. Nach diesem Prinzip sei die ursprünglich für zwei Gruppen gebaute Kita bereits 1990 um eine dritte Gruppe vergrößert worden. 2015 sei der Kindergarten komplett energetisch saniert worden. Seither komme die Wärme von der benachbarten Ebrachtalhalle.

Villa Kunterbunt: Neue Attraktion

In der „Villa Kunterbunt“ gibt es übrigens eine neue Attraktion, die bislang von den Kindern leider noch nicht genutzt werden konnte: Im Außenbereich ging das „Piratenschiff“ vor Anker, das im vergangenen Jahr von Mitgliedern der „Kleinen Dorfmusik“ und Eltern eigenhändig gebaut wurde.

Wenn der Tüv da war, darf das neue Piratenschiff auch endlich gekapert werden.
Wenn der Tüv da war, darf das neue Piratenschiff auch endlich gekapert werden.
Foto: Evi Seeger

Vom ersten Brett an und mit Unterstützung durch Sponsoren entstand in mehreren hundert Arbeitsstunden ein etwa sechs Meter langes Spielschiff, das nur darauf wartet, dass die kleinen Wachenrother damit in See stechen. Zuvor muss das Schiff allerdings noch vom Tüv abgenommen werden. Bürgermeister Friedrich Gleitsmann bedauert, dass derzeit wegen Corona keine Einweihungsfeier stattfinden kann. Aber das ist wohl das geringste Problem. Feiern geht schließlich immer!