Bevölkerungsprognose
Weisendorf braucht rund 700 neue Wohnungen
Gunter Schramm vom Büro Planwerk stellt dem Marktgemeinderat die Bevölkerungsprognose vor.
Gunter Schramm vom Büro Planwerk stellt dem Marktgemeinderat die Bevölkerungsprognose vor.
Foto: Richard Sänger
Weisendorf – Die Folgen des demografischen Wandels werden auch in Weisendorf konkret spürbar, und es müssen wegweisende Konzepte entwickelt werden.

Im März beauftragte der Marktgemeinderat das Büro Planwerk mit der Aktualisierung der Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2038 und mit der Bedarfsermittlung an Betreuungsangeboten für verschiedene Altersgruppen. Gunter Schramm vom Büro Planwerk stellte in der Sitzung des Marktgemeinderats das Ergebnis zum Bedarf für die die einzelnen Bereiche vor.

Laut den Berechnungen von Planwerk wird Weisendorfs Bevölkerung bis 2038 um mindestens 920 auf etwa 7510 Einwohner ansteigen, höchstens um etwa 1250, gegenüber dem Jahr 2020. Planwerk rechnet bis Ende des Jahres 2038 mit dem Neubau von rund 700 Wohneinheiten.

Bei einer vollständigen Bebauung des Bebauungspotenzials und der Flächenreserven laut Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplans wäre sogar der Neubau von rund 870 Wohneinheiten möglich.

Durch die Zuzüge von jungen Familien in den neuen Baugebieten wirke sich das Wachstum insbesondere auf die Bedarfsermittlung der Kinderkrippen und Kindergärten sowie der Grundschule aus. Im April 2021 standen rund 90 Krippenplätze an vier Standorten zur Verfügung und 49 Kinder auf der Warteliste. Die Betreuungsquote bei den unter Dreijährigen liegt aktuell bei etwa 40 Prozent und wird laut Annahme bis 2038 auf 70 Prozent ansteigen.

An den vier Standorten stehen auch rund 240 Kindergartenplätze zur Verfügung und im April standen 63 Kinder auf der Warteliste. Die Planer rechnen bis zum Jahr 2038 mit einem Anstieg der Nachfrage auf rund 310 bis etwa 330 Kindergartenplätzen. Nach der Bedarfsermittlung empfiehlt Planwerk die Neuschaffung von zwei Gruppen plus ein bis zwei weiteren Gruppen. Diese Zahlen wirken sich auch auf die Mittagsbetreuung aus. An zwei Standorten wurden 168 Kinder betreut und 13 Kinder standen auf der Warteliste. Die Betreuungsquote liegt aktuell bei 55 Prozent und wird bis 2038 auf 80 Prozent ansteigen.

Im April besuchten 262 Kinder in zwölf Klassen die Grundschule. Nach der Prognose werden im Jahr 2038 etwa 330 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Das bedeutet, dass bei Klassengrößen von maximal 38 Kindern bis 2038 weiterhin ein Bedarf von drei Klassen je Jahrgangsstufe beziehungsweise nach und nach von vier Klassen ausgegangen werden muss.

Keine Tages- oder Kurzzeitpflege

Bei der Bedarfsermittlung zu Einrichtungen für Senioren weist Planwerk darauf hin, dass es in der Gemeinde keine stationäre Einrichtung für ältere Menschen und auch kein Angebot zur Tages- oder Kurzzeitpflege gibt. Laut Statistik leben in Weisendorf derzeit rund 260 Senioren im Alter von 80 Jahr und älter. Bis zum Jahr 2038 wird ein Anstieg auf rund 50 Personen prognostiziert. Damit steigt auch der Bedarf an Plätzen in Pflegeheimen mit vollstationärer Dauerpflege auf 80 bis 110. „Das bedeutet für den Markt Weisendorf einen Bedarf an Plätzen in Pflegeheimen, Senioreneinrichtungen mit teils vollstationären Plätzen“, erklärte Schramm. Nach seinen Berechnungen würden aktuell etwa 40 vollstationäre Plätze reichen. Dazu käme auch noch die mobile Pflege. Die derzeitigen zwei bis drei Plätze in der Tagespflege und etwa sechs Plätze in der Kurzzeitpflege werden erweitert, aber seien trotzdem zu wenig für einen Träger.

„Ich bin nicht wirklich überrascht von den Zahlen“, kommentierte Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein den Vortrag von Gunter Schramm. In einer der nächsten Sitzungen wird der Marktgemeinderat den Bedarf für die einzelnen Bereiche feststellen und die Ausbaustufen für den Ausbau der Betreuungsangebote festlegen.