Volkach
Angebot für Bedürftige in Volkach: Mit dem Bürgerbus zur Tafel
Mit dem Bürgerbus werden bedürftige Menschen von Volkach zur Tafel nach Gerolzhofen gebracht. Rentner Klaus Förster ist einer der Busfahrer, die donnerstags um 19 Uhr am Volkacher Bahnhof ihre Fahrgäste begrüßen.
Mit dem Bürgerbus werden bedürftige Menschen von Volkach zur Tafel nach Gerolzhofen gebracht. Rentner Klaus Förster ist einer der Busfahrer, die donnerstags um 19 Uhr am Volkacher Bahnhof ihre Fahrgäste begrüßen.
Peter Pfannes
Volkach – Da es in Volkach keine Tafel gibt, fahren Ehrenamtliche die Interessierten zur Ausgabestelle nach Gerolzhofen. Auch die Kitzinger Tafel hat noch Kapazitäten.

Seit Januar dieses Jahres fährt der Bürgerbus Volkach einmal in der Woche zur Tafelausgabestelle in Gerolzhofen. Immer donnerstags können die Tafelberechtigten um 19 Uhr am Busbahnhof zusteigen, um sich in der Außenstelle der Tafel Schweinfurt mit Lebensmitteln zu versorgen. Weil die Idee einer eigenen Tafel in der Weinstadt bislang scheiterte, gab es Bestrebungen, den Bedürftigen dennoch irgendwie zu helfen – mit Erfolg.

Gerda Hartner, eine der Initiatorinnen, erläutert die Hintergründe. Im Oktober 2022 rief sie zusammen mit der Sozialreferentin des Stadtrats, Andrea Rauch, im Volkacher Kurier dazu auf, sich zu melden, wenn man bedürftig sei oder helfen wolle. "Unmittelbar danach gingen zahlreiche Telefonanrufe ein", erinnert sie sich. Das Interesse der Bevölkerung zu helfen, war groß. "Binnen einer Woche hatten wir 16 Interessenten." 15 Bürger wollten helfen, ein Anrufer eine Ausgabestelle in Anspruch nehmen.

"Es war eine gewisse Begeisterung für die Gründung einer Tafel in Volkach zu spüren", so Hartner. Beide Frauen luden daraufhin zu einem Treffen der Tafelinteressierten ins Kreativquartier in der Spitalstraße ein. "Auch dort herrschte Aufbruchstimmung." Fortan wuchs der Verteiler der Tafelfreunde auf 25 Personen an.

Gerda Hartner wandte sich an die Tafel Nordbayern, die für die Gründung einer Tafel in Volkach grünes Licht hätte geben müssen. Es kam zu einem Treffen mit den Tafelverantwortlichen von Nordbayern, der Tafeln in Kitzingen und Schweinfurt, einem Vertreter der Caritas Kitzingen sowie mit Dritter Bürgermeisterin Gerlinde Martin. "Dabei wurde die Gründung einer selbständigen Tafel in Volkach abgelehnt", blickt Hartner zurück.

Warum es in Volkach keine Tafel gibt

Die Gründe: Zu nah seien die beiden umliegenden Tafeln beieinander, zu wenige Lebensmittel würden zur Verfügung stehen. Schließlich solle keine Konkurrenzsituation unter den Tafeln entstehen. Aber von der Tafel Schweinfurt wurde angeboten, die Volkacher Tafelkunden von Gerolzhofen aus mitzuversorgen.

Nach der Einrichtung einer Sprechstunde für mögliche Tafelberechtigte aus Volkach wuchs das Interesse, vor allem durch Flüchtlinge aus der Ukraine. Der Kreis der Tafelkunden stieg auf 18. Diese holten sich Berechtigungsscheine für die Tafel im Rathaus und nutzten das Angebot, mit dem Shuttle zur Gerolzhöfer Tafel zu fahren.

Als Fahrer steht seitdem unter anderem der Frankenwinheimer Rentner Klaus Förster im Wechsel parat. "Eigentlich wollte ich bei einer Tafel in Volkach helfen, jetzt fahre ich halt nach Gerolzhofen", sagt Förster. Sein Beweggrund: "Ich wollte mich im Alter einfach sozial engagieren." Das Lebensmittelangebot sei reichlich und alle, die teilnehmen, seien zufrieden, erzählt er.

Es gebe kaum noch Sprachbarrieren bei den Ukrainerinnen und Ukrainern, weiß Unterstützer Klaus Leckel, der die Flüchtlinge im Team der katholischen Kirchengemeinde betreut. Fast alle seien schon ein wenig der deutschen Sprache mächtig. Die Kirchenverwaltung überlässt das katholische Pfarrheim für alle Treffen der ehrenamtlichen Helfer rund um die Tafelfahrten mietfrei. Die Bürgerbusfahrten werden von der Stadt finanziert und von Gerlinde Martin organisiert.

Weil das Interesse an den Fahrten aktuell eher abnehmend ist, hofft Mitbegründerin Gerda Hartner darauf, dass das Angebot wieder verstärkt von Volkachern genutzt wird. Die Zahl der Bedürftigen sei sicherlich nicht gering; die Tafelfahrten müssten nur bekannter werden.

Laut Katharina Müller, der Zweiten Vorsitzenden der Kitzinger Tafel, ist diese nicht überlaufen. Kundinnen und Kunden aus Volkach kämen schon jetzt regelmäßig nah Kitzingen. Neue könnten noch aufgenommen werden.