Abtswind
Bedient auch im Landkreis Kitzingen in Zukunft Kollege Roboter?
Ein Roboter als Hilfe in der Gastronomie: Bei der Hauptversammlung des Hotel- und Gaststättenverbands im Kreis Kitzingen ließen sich Ingrid Behringer und Thomas Dauenhauer das Gerät vorführen. Rainer Becker (rechts) von der zuständigen Firma hielt einen Vortrag.
Ein Roboter als Hilfe in der Gastronomie: Bei der Hauptversammlung des Hotel- und Gaststättenverbands im Kreis Kitzingen ließen sich Ingrid Behringer und Thomas Dauenhauer das Gerät vorführen. Rainer Becker (rechts) von der zuständigen Firma hielt einen Vortrag.
Andreas Stöckinger
Abtswind – Das Weingut Behringer in Abtswind hatte sich der Kreisverband Kitzingen des Hotel- und Gaststättenverbands ausgesucht, um dort seine Hauptversammlung zu halten. Dabei ging der Vorsitzende Thomas Dauenhauer nicht nur auf die derzeitige Situation ein, er blickte auch in die Zukunft. Teil der Zukunft könnte als neuer Kollege ein Roboter sein, der beim Bedienen der Gäste im Restaurant mithilft oder das Reinigen der Zimmer übernimmt. Robotic-Experte Rainer Becker hatte ein Exemplar mitgebracht und hielt dazu einen kurzen Vortrag. Ob man wolle, oder nicht, am Roboter in der Gastronomie komme man nicht vorbei, verwies er auf den Personalmangel in der Branche.

Robert hilft beim Servieren und Abräumen

Mitgebracht hatte er einen Typ, der beim Servieren und Abräumen von Tischen unterstützt. Der Gast gibt die benutzten Sachen dem künstlichen Kellner, der diese dann zur Küche bringt und wieder zum Tisch kommt. Diese Unterstützung erspare dem Personal einiges an Laufweg, im gleichen Zug habe man mehr Zeit für die Gäste. Ebenso im Einsatz sind die Roboter bereits zum Putzen von Zimmern oder Räumen im Hotel. Das könne dieser rund um die Uhr, je nach Programmierung.

Die Gastronomen hatten einige Fragen, wie etwa zur erforderlichen Breite der Gänge, wie es mit Schwellen oder Treppen sei, zum Aufladen, oder zu den Updates. Bis zu 24.00 Euro koste ein solcher Roboter, rund 1000 Stück seien bereits in Deutschland in Betrieb, Tendenz steigend. "Diese Technik wird in ein paar Jahren selbstverständlich sein", meinte Becker.

Dazu gab es ein Referat zum Thema Digitalisierung in Hotellerie und Gastronomie. Hier zeigte Vadim Dubentsov, was mittlerweile alles möglich ist. Online-Reservierungen, digitale Speisekarten, Küchen-Monitoring, das sei immer mehr im Kommen. Einige Prozent mehr an Umsatz sagte Dubentsov voraus, zudem erspare es Zeit. Die modernen Möglichkeiten beeindruckten nicht nur Vorsitzenden Dauenhauer.

Steigende Mitgliederzahl im Kreisverband

Er erinnerte in seinem Bericht an die schwierigen Zeiten, die wegen der Pandemie hinter den Gastronomen lägen. Nun gehe es weiter mit den Anstiegen bei Energiekosten, Lebensmittel und Personalkosten. Gleichzeitig habe die Branche Umsatzrückgänge und Mangel an Mitarbeiter zu stemmen. Das treffe natürlich auch den Landkreis. Man wolle "Geld verdienen, keine Subventionen. Die Politik muss dafür die Rahmenbedingungen setzen, keine Zwangsjacke schneidern."

Erfreulich nannte es der Kreisvorsitzende, dass sich die Mitgliederzahl in Bayern und im Landkreis zuletzt vergrößert hat. 138 Betriebe, damit sechs mehr, sind Mitglied im Kreisverband. Aktuell schätzte Dauenhauer, dass insgesamt rund 300 Gastrobetriebe im Landkreis bestünden. Der Zuwachs sei gekommen, weil sich der Verband in Corona-Zeiten stark für die Mitgliedsbetriebe eingesetzt habe.

Der Vorsitzende der Jäger im Landkreis Kitzingen, Klaus Damme, warb für mehr Zusammenarbeit seiner Gruppe mit der Gastronomie. Der Bezirksgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes, Michael Schwägerl, hatte viele Informationen zu Themen wie Überbrückungs- und Soforthilfe, und zu manch anderen fachspezifischen Fragen.

In der Versammlung wurde schließlich Hubertus Kieser besonders ausgezeichnet. Der Hotelier aus Münsterschwarzach war über 25 Jahre im Vorsitz für die Ausbildung zuständig. Als Anerkennung erhielt Kieser die Silbermedaille des Hotel- und Gaststättenverbandes. Zugleich stellte sich mit Philipp Meier sein Nachfolger auf dem Posten vor. Dann stellte Gastgeberin Ingrid Behringer ihr Weingut vor. Sie erläuterte auch das neue Konzept, das der Familienbetrieb dort im Bereich Gastronomie nun fährt.