Marktbreit
Bürgermeister-Vorschlag: Die Hunde auf die Nilgänse hetzen
Gut besucht zeigte sich die Bürgerversammlung in Marktbreit am Montagabend.
Gut besucht zeigte sich die Bürgerversammlung in Marktbreit am Montagabend.
Robert Haass
Marktbreit – Auch in Marktbreit sorgen Nilgänse für Probleme, wie bei der Bürgerversammlung am Montagabend deutlich wurde. Als Bürgermeister Harald Kopp die städtischen Bauvorhaben im Bereich des Maines ansprach, unter anderem die Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes, den letzten Abschnitt der Neugestaltung des Mainufers an der Stadt und die Sanierung der Badebucht, meldete sich ein Bürger zu Wort.

"Die Nilgänse dort sind eine Zumutung", so der Marktbreiter, denn die Liegewiese am Main sei immer wieder von den Tieren verkotet, so dass ein Aufenthalt dort nicht sehr schön sei. "Die Nilgänse werden auch bei uns bejagt", antwortete Kopp. Erst vor einigen Tagen habe es in Marktbreit und Segnitz Schüsse auf die Vögel gegeben. "Das wird aber sicher nicht den großen Effekt haben", so der Bürgermeister.

Sein Tipp: "Beim Spazierengehen mal den Hund auf die Gänse hetzen, oder sie selber verscheuchen." Ganz vertreiben könne man sie so nicht, aber vielleicht siedelten sie sich dann an einem anderen Ort an.

Demnächst Ausschreibung für das Mainufer

Ansonsten gehe es beim Wohnmobilstellplatz voran: "Die Bagger rollen", so Kopp. Auf Nachfrage sagte er, wenn möglich, die Pflanzung von weiteren Bäumen am Mainufer, auch zur Beschattung der Liegewiese zu. Bei der Neugestaltung der Badebucht, hier soll unter anderem eine weitere Verschlammung durch Wasserdurchleitungen verhindert werden, warte die Stadt auf die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes. Das dauere aber, wie auch bei der Sanierung des Mainufers, denn das Wasserwirtschaftsamt sei "ein Amt, dass so etwas nicht mit übermäßiger Tatkraft anpackt". Ansonsten dürfte das Mainufer demnächst in die Ausschreibung gehen.

Photovoltaik in der Altstadt war ebenfalls Thema aus den Besuchererreihen am Montagabend. Hier gebe es derzeit eine Überarbeitung der Gestaltungssatzung durch den Stadtrat, in der auch andere Themen auf den aktuellen Stand gebracht werden sollen. Allerdings stoße die Stadt bei Denkmälern schnell an ihre Grenzen. Bei der Freiflächenphotovoltaik sei die vom Stadtrat vorgegebene Flächenbegrenzung zwischenzeitlich erreicht. Hier sollten, so der Wunsch des Rates, "die Bürger mit ins Boot genommen werden".

Siedlungsgebiet soll noch heuer Zufahrt bekommen

Neben der Sanierung der Schustergasse, wo demnächst erste Pläne vorgestellt werden, steht auch die Erweiterung des Baugebiets Ohrenberg an. Wichtig dabei ist, dass das Siedlungsgebiet auf dem Berg wohl noch in diesem Jahr eine neue Zufahrt von der Staatsstraße 2271 aus erhält.

Zu Beginn der Versammlung hatte der Bürgermeister die aktuellen Zahlen rund um die Stadt vorgestellt. Etwa die Einwohnerzahl, die sich auf knapp über 4000 eingependelt hat. Mit 450 Prozent ist der Grundsteuerhebesatz hoch, wird aber wohl erst ab 2025 mit Abschluss der Steuerreform neu diskutiert. Nur gut 100.000 Euro bekommt die Stadt an Schlüsselzuweisungen, bei 2,8 Millionen Euro Gewerbesteuer und rund zwei Millionen Euro Einkommenssteuerbeteiligung aber durchaus zu verkraften, zudem die Stadt seit 2019 schuldenfrei ist.

Das neu geschaffene Bürgerportal der Verwaltungsgemeinschaft bietet nun Online-Terminvereinbarungen und teilweise auch Dienstleistungen an. Und vielleicht sollen dort irgendwann einmal auch die Protokolle der öffentlichen Ratssitzungen eingestellt werden - so die Hoffnung des Bürgermeisters.