TV-Auftritt
Eine Weinkönigin greift nach der Koch-Krone
Was Carolin Meyer wohl alles in den Topf gibt?
Was Carolin Meyer wohl alles in den Topf gibt?
Foto: Manuel Kaul
Würzburg – Sieben Frauen, sieben Hofbesuche, sieben Menüs: Was die 26-jährige Fränkin Carolin Meyer bei beliebten Fernsehreihe „Landfrauenküche“ plant.

Die 13 ist eine Glückszahl. Die 7 auch. Da sind sich sieben Landfrauen – eine aus jedem bayerischen Bezirk – einig. Reihum lädt jede die anderen zu einem selbstgekochten Drei-Gänge-Menü zu sich auf den Hof ein. Ein Film-Team des BR Fernsehens begleitet das kulinarische Kennenlernen. 

Im Bus auf Tour durch Bayern: Caro Meyer (links) und ihre sechs Kochkolleginnen.
Im Bus auf Tour durch Bayern: Caro Meyer (links) und ihre sechs Kochkolleginnen.
Foto: BR Fernsehen

In der 13. Staffel der beliebten Fernsehreihe „Landfrauenküche“ kocht die Trägerin der fränkischen Weinkrone mit um die bayerische Landfrauenkrone. Winzerin Carolin Meyer aus dem unterfränkischen Greuth, einem Ortsteil von Castell im Kreis Kitzingen, ist mit 26 Jahren die jüngste Hobbyköchin im Team.

 

Warum hast Du Dich für die Landfrauenküche beworben?

Carolin Meyer: Ich hab’ mich nicht beworben. Die Redaktion hat angefragt. Und ich hab’ zunächst gezögert.

Warum?

Mein Papa Hans war erst skeptisch. Schließlich muss man ja ganz schön viel von sich verraten. Auch über das Leben in der Familie gibt man viel preis – und man weiß letztendlich nie, wie das im Fernsehen rüberkommt. Mein Freund Manuel war der, der die Bedenken weggewischt hat. Er hat von Anfang an gesagt: Klar machen wir da mit! Die Begeisterung hat dann auch meine Eltern angesteckt.

Wann hast Du erfahren, dass ein Fernseh-Team Dich zuhause besuchen wird?

Im April war klar, dass meine „Hofwoche“ vom 25. bis 28. August stattfinden wird. In diesen Tagen hat uns ein Film-Team bei der Arbeit über die Schulter geschaut und auch bei meinen Hobbys, etwa bei einer Feuerwehrübung. Auch Szenen mit meinen Eltern, Kunden und Freunden wurden aufgenommen. Und ein ziemlich romantisches Interview mit Manuel im Weinberg (lacht). Am letzten Tag war der große Dinner-Tag: Die Landfrauen kamen zu mir, um mein Menü zu bewerten. Zum Abschluss ist das BR-Team dann am 10. und 11. September nochmal angereist, um bei der Weinlese dabei zu sein.

Carolin Meyer (rechts) begrüßt ihre Landfrauen-Kolleginnen auf ihrem Hof in Castell-Greuth.
Carolin Meyer (rechts) begrüßt ihre Landfrauen-Kolleginnen auf ihrem Hof in Castell-Greuth.
Foto: BR Fernsehen

Das waren dann sechs Drehtage – für eine Stunde Fernsehzeit!

Ja, ich bin echt gespannt, welche Szenen zu sehen sein werden und welche rausgeschnitten werden. Wir haben nicht nur daheim in Küche und Keller gedreht, sondern auch in den Weinbergen von Abtswind und Greuth, auf unserer Streuobstwiese Richtung Rüdenhausen, am Aussichtspunkt „Bastel-Blick“ und im Schlosspark Castell.

Vergisst man irgendwann im Lauf der Zeit, dass man gefilmt wird?

Nein, weil das TV-Team – Regie, Ton, Kamera – oft genug sagt, aus welcher Perspektive oder welche Szene in Nahaufnahme gedreht werden soll. Insgesamt war es spannend, vor der Kamera zu stehen. Nur am Dinner-Tag, als Christina und ich von früh bis abends in der Küche beschäftigt waren, war es auch ein bisschen anstrengend. An dem Tag waren sogar zwei Filmteams da.

Wer ist Christina?

Christina ist meine beste Freundin. Sie wohnte nur ein paar Häuser entfernt. Beim Dinner-Tag darf man sich eine Person aussuchen, die einem beim Kochen hilft. Christina hat sofort zugesagt.

Der heimliche Star der unterfränkischen Episode? Hans Meyer war erst skeptisch, führte die Landfrauen dann aber voller Elan und Spaß durch die „Wengert“.
Der heimliche Star der unterfränkischen Episode? Hans Meyer war erst skeptisch, führte die Landfrauen dann aber voller Elan und Spaß durch die „Wengert“.
Foto: BR Fernsehen

Und habt Ihr als Koch-Team funktioniert?

Ja, super. Zu Beginn hatten wir ganz schön Respekt vor der Aufgabe. Wir haben das Menü versuchsweise einmal komplett vorher gekocht und einen genauen Zeitplan geschmiedet. Am Dinner-Tag haben wir um 8 Uhr angefangen, Gemüse zu putzen und zu schnippeln, Fleisch- und Gemüsebrühe zu kochen und so weiter. Wir hatten viel Spaß dabei. Christina war die beste Zeitmanagerin, die man sich wünschen kann. Und mein Ruhepol!

Ruhepol?

Ja. Ausgerechnet am Dinner-Tag hat es mit der Mehlschwitze für das Süppchen nicht geklappt. Wir haben die Flüssigkeit zu langsam zugegeben, so dass sich Klumpen gebildet haben. Ich war in dem Moment völlig aufgelöst, aber Christina ist cool geblieben und hat gesagt: „Alles wird gut!“. Wir haben einen zweiten Ansatz gemacht. Und tatsächlich: Alles wurde gut, niemand hat das kleine Malheur bemerkt.

Carolin Meyer begrüßt die Landfrauen im schön geschmückten Hof ihres Weingutes in Castell-Greuth.
Carolin Meyer begrüßt die Landfrauen im schön geschmückten Hof ihres Weingutes in Castell-Greuth.
Foto: BR FERNSEHEN

Was habt Ihr noch gekocht?

Das Thema der Sendung heuer heißt: „alte Familienrezepte“. Ich wollte bei jedem Gang etwas einfließen lassen, das ich aus der Kindheit kenne, von Mama Christine oder Oma Berta, und das eine Verbindung zu meiner Heimat hat. Und Tradition natürlich. Zu besonderen Anlässen – Kirchweih, Ostern – gab es bei uns das „Fränkische Hochzeitsessen“ mit Rinderbraten, Meerrettichsoße und Bandnudeln. Ich dachte mir: Das wandelst du modern ab! Ich will nicht zu viel verraten, aber ich glaube, ich konnte die Landfrauen ein Stück weit überraschen.

Fränkisches Hochzeitsessen modern interpretiert – wer wissen möchte, wie Carolin Meyer das macht, erfährt es in der Sendung  Landfrauenküche des BR.
Fränkisches Hochzeitsessen modern interpretiert – wer wissen möchte, wie Carolin Meyer das macht, erfährt es in der Sendung Landfrauenküche des BR.
Foto: BR Fernsehen

Sieben Frauen, sieben Hofbesuche, sieben Menüs: Ist zwischen den Drehs Zeit für private Gespräche?

Ja, auf jeden Fall. Man übernachtet vor den Dinner-Tagen ja im gleichen Hotel. Für mich waren die Treffen sehr inspirierend. Wir haben uns über alles ausgetauscht, von Landwirtschaft und Tierhaltung über Direktvermarktung bis hin zu Privatem. Vroni zum Beispiel hat uns alle beeindruckt, weil sie sich von krassen Schicksalsschlägen nicht hat unterkriegen lassen. Ich denke, wir werden auch nach der Sendung in Verbindung bleiben. Wir sind eine coole Truppe, das nächste Treffen ist schon ausgemacht.

Du bist Winzerin und amtierende Fränkische Weinkönigin. Bleibt da Zeit, privat schön zu kochen?

Klar ist manchmal die Zeit knapp, aber samstags und sonntags übernehme ich total gern die Küche. Ich sehe mich nicht in der klassischen Hausfrauenrolle, Manuel kocht auch. Wichtig sind uns regionale, saisonale Produkte. Zum Beispiel lieben wir es, mit selbst eingelegten Birnen im Winter eine Schokotorte zu machen. Lecker!

Was magst Du noch besonders gern?

Apfelkräpfli, wie Oma Berta sie gemacht hat! Die sind auch Teil meines Landfrauen-Desserts „Dreierlei von der Streuobstwiese“.

Was ist an den Apfelkräpfli besonders?

Wichtig ist, dass der Teig vorher im Kühlschrank ruht und fluffige Blasen bildet. Er zum Schluss hebt man das Eiweiß unter – wie ein Wölkchen. So schmeckt jedes Kräpfle himmlisch.

Die Freundinnen Christina und  Caro sind ein gutes Team, auch in der Küche.
Die Freundinnen Christina und Caro sind ein gutes Team, auch in der Küche.
Foto: BR Fernsehen

Schon vor der TV-Sendung werden die Dinner-Episoden in der Mediathek online sein. Wirst Du in Deine Folge vorab mal reinspitzen?

Christina wollte mir das Versprechen abnehmen, nicht vorher zu gucken, sondern am Abend der Ausstrahlung gemeinsam vor dem Bildschirm zu sitzen. Ich habe es bis jetzt nicht ganz fest versprochen; ich bin einfach nicht sicher, ob ich’s schaffe!

 

Sendetermine und Teilnehmerinnen

Startschuss für die neuen Landfrauen-Folgen ist am Montag, 8. November, um 20.15 Uhr im BR Fernsehen. Die ersten sieben Folgen sind bereits vorab für ein Jahr in der Mediathek des BR zu sehen.

Neben der unterfränkischen Kandidatin Carolin Meyer aus Castell-Greuth (Sendetermin 20. Dezember) kochen mit: Braumeisterin Isabella Mereien aus dem oberfränkischen Memmelsdorf, die eine jahrhundertealte Tradition fortführt (Sendetermin 6. Dezember), und die Mittelfränkin Tanja Zeller (Ipsheim), die Hebamme war, dann aber den elterlichen Hof übernahm (13. Dezember).