Kitzingen
Empörung über Energie-Sparpläne der Stadt Kitzingen: Bürgerzentrum stellt Eilantrag
Die Türen im Kitzinger Bürgerzentrum in der Schrannenstraße stehen vielen Menschen offen. Pläne der Stadt sehen vor, das Gebäude im Winter nur notdürftig zu beheizen.
Foto: Andreas Brachs
Kitzingen – Mit Empörung und Unverständnis hat das Kitzinger Bürgerzentrum auf die Ankündigung der Stadt reagiert, dem gemeinnützigen Verein im Winter die Heizung für das Gebäude in der Schrannenstraße abzudrehen. "Das Bürgerzentrum möchte keine Sonderbehandlung, aber Gleichberechtigung", heißt es in einem als "Eilantrag" deklarierten offenen Brief an Oberbürgermeister Stefan Güntner und die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen. Das BZ drängt den Stadtrat, "schnellstmöglich zu entscheiden", die Heizung einzuschalten und so das im Erdgeschoss untergebrachte Bürgercafé zu beheizen.

Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag ein "Energie-Notfall-Programm" verabschiedet, um die von der Bundesregierung geforderten kommunalen Einsparungen bei Gas und Strom auf den  Weg zu bringen. Einer der Punkte in dem Papier war, die Heizung im Bürgerzentrum über den Winter zu drosseln und dadurch rund 50.000 Kilowattstunden (kWh) Erdgas zu sparen. Ein "eindrucksvoller Wert", wie auch das BZ feststellt. Allerdings brauchten andere städtische Gebäude oder die seit Mitte September wieder geöffnete Saunalandschaft im Hallenbad "ein Vielfaches davon".

Das BZ muss nach eigenen Worten etwa 100 Veranstaltungen absagen

In dem vom BZ-Vorsitzenden Reinhard Knieß sowie den Vorstandsmitgliedern Michael Zink und Maja Fischels unterzeichneten Schreiben heißt es, die Einsparung, die etwa für die zweiwöchige Schließung des Bauamts an Weihnachten und Fasching hochgerechnet worden sei, belaufe sich auf 3000 kWh. "Das kann energetisch nicht besser sein." Während im Stadtteilzentrum Siedlung laut Notfall-Programm der Stadt nur der große Saal unbeheizt bleiben soll, solle das Bürgerzentrum seinen Betrieb einstellen. "Auch wenn das keine Schließung bedeutet, wird sich niemand in ein kaltes Gebäude setzen."

Nach der aktuellen Beschlusslage müsse das BZ nun "gut 100 Veranstaltungen" absagen, die in den nächsten Monaten stattfinden sollten. "Ein Gebäude fünf Monate (während der Sommermonate) im Jahr zu betreiben ist absolut sinnlos und bedroht das bürgerschaftliche Engagement in Kitzingen", heißt es. Das BZ  versteht sich als Ort der Begegnung für alle Generationen und Kulturen und als Anlaufstelle für viele örtliche Vereine. Während der Corona-Pandemie habe das bürgerschaftliche Engagement stark gelitten. Würde das gerade wieder wachsende Vertrauen in Zusammenkünfte größerer Gruppen nun erneut erschüttert werden, wäre das laut BZ ein "Desaster" für die Stadt Kitzingen.     

Das BZ sei bereit, seinen Beitrag zur Bewältigung der Energiekrise zu leisten, etwa indem man im Gebäude nur das Erdgeschoss mit der Bürgerstube beheize und die oberen Räume im Winter kalt lasse. Man akzeptiere die Vorgaben der Bundesregierung und sei bereit, diese einzuhalten. "Nicht mehr, aber auch nicht weniger."