Kitzinger helfen unbürokratisch
Kitzinger helfen unbürokratisch
Uschi Sattes (rechts) hat sich zum 70. Geburtstag keine Geschenke gewünscht, sondern hat ihren Gästen gesagt, sie können gerne eine Spende geben für die ökumenische Kitzinger Aktion „Kindern ein Lächeln schenken“. Voller Freude konnte Sattes nun 1000 Euro an die Organisatoren übergeben: (von links) Sonja Kunz, Astrid Glos und die beiden Pfarrer Thilo Koch sowie Gerhard Spöckl.
Foto: Foto: DIANA FUCHS
Uschi Sattes (rechts) hat sich zm 70. Geburtstag keine Geschenke gewünscht, sondern hat ihren Gästen gesagt, sie können gerne eine Spende geben für die ökumenische Kitzinger Aktion „Kindern ein Lächeln schenken“. Voller Freude konnte Sattes nun 1000 Euro an die Organisatoren übergeben: (von links) Sonja Kunz, Astrid Glos und die beiden Pfarrer Thilo Koch sowie Gerhard Spöckl.
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Kindern ein Lächeln zu schenken, steckt offenbar an: Strahlende Gesichter gab es vor zwei Jahren beim Fototermin mit Paula (die ein behindertengerechtes Fahrrad bekam), ihrer Mutter sowie den Vertretern der Intitative, Pfarrer Gerhard Spöckl und Astrid Glos sowie Lisa Kriesinger von WIRKT, die dieses ökumenische Projekt mit angeregt hat.
Foto: Foto: Lisa Kriesinger
Kitzingen – Ihr Name ist Programm. Seit zwei Jahren. Ihren zweiten Geburtstag kann in diesen Tagen die ökumenische Initiative „Kindern ein Lächeln schenken“ feiern. Gegründet von der evangelischen und der katholischen Kirche, hat das Projekt rund drei Dutzend Kitzinger Kindern, deren Eltern finanziell keine großen Sprünge machen können, geholfen – und zwar ohne großes „Gedöns“. Mal ging es nur um ein bisschen Schulmaterial, mal war kein Geld für eine Klassenfahrt da oder ein Autositz fehlte.

Ihr Name ist Programm. Seit zwei Jahren. Ihren zweiten Geburtstag kann in diesen Tagen die ökumenische Initiative „Kindern ein Lächeln schenken“ feiern. Gegründet von der evangelischen und der katholischen Kirche, hat das Projekt rund drei Dutzend Kitzinger Kindern, deren Eltern finanziell keine großen Sprünge machen können, geholfen – und zwar ohne großes „Gedöns“. Mal ging es nur um ein bisschen Schulmaterial, mal war kein Geld für eine Klassenfahrt da oder ein Autositz fehlte.

Von Kitzingern für Kitzinger: Nach diesem Motto funktioniert „Kindern ein Lächeln schenken“. Gesammelte Spenden kommen bedürftigen Kindern zugute. „Allerdings nicht als Bargeld, sondern als Gutschein für genau das, was benötigt wird“, stellt Bürgermeisterin Astrid Glos fest, die sich von Beginn an für die ökumenische Initiative engagiert. „So können wir sicher sein, dass das Kind die warme Jacke oder die Turnschuhe – oder was auch immer es braucht – wirklich bekommt.“

Keine Verwaltungskosten

Woher aber wissen die Helfer, wer etwas braucht? „Manchmal wenden sich Mitarbeiter aus dem Kindergarten oder der Schule an uns, weil sie einfach merken, dass da was im Argen liegt“, erklärt Astrid Glos. Der katholische Pfarrer Gerhard Spöckl ergänzt: „Jeder kann uns ansprechen, wenn ihm etwas auffällt. Wir arbeiten völlig unbürokratisch und mit der nötigen Sensibilität.“

Ziel sei eine Solidargemeinschaft. „Diejenigen, die etwas geben können, geben etwas, damit Kinder in ihrer Entwicklung unterstützt werden und sich nicht als Außenseiter fühlen müssen“, sagt Spöckl. Sowohl Privatleute als auch Gewerbetreibende haben die Initiative bereits mit Geldspenden unterstützt. „Manche Unternehmen haben zum Beispiel auf Weihnachtsgeschenke verzichtet und das eingesparte Geld gespendet. Eine sehr schöne Geste.“

Gleiches gilt für Uschi Sattes aus Hohenfeld, die sich als Privatfrau engagiert hat. Zum 70. Geburtstag hat sich die Prädikantin und Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes keine Geschenke gewünscht – „Irgendwann hat man doch eigentlich alles, was man braucht“ –, sondern eine Spende für die Aktion „Kindern ein Lächeln schenken“. Stolze 860 Euro kamen zusammen, 140 legte Uschi Sattes drauf. Glatte 1.000 Euro übergab sie nun an die ökumenischen Helfer mit den Worten: „Mir ist es wichtig, dass damit hier in der Region geholfen wird. Das finde ich einfach gut.“

Effektiv und mit Herz

100 Prozent aller Spenden gehen an die Kinder in und um Kitzingen, es gibt keine Verwaltungskosten – das versichert der evangelische Pfarrer Thilo Koch. Ihm sowie seinem katholischen Amtskollegen Spöckl ist es wichtig, dass die Ökumene auch bei diesem Projekt ganz unkompliziert funktioniert. Astrid Glos formuliert es so: „Wir sind eine Handvoll Ehrenamtliche, die sich für das Projekt engagieren. Wenn wir eine Anfrage bekommen, gucken wir uns den Fall an, machen aber keinen großen Hype daraus.“ Man wolle die von Armut betroffenen Kinder nicht zusätzlich belasten, sondern ihnen effektiv und mit Herz helfen.

Wo das schon gelungen ist? Glos zählt auf: Eine Familie bekam Kindersitze fürs Auto, damit die Kleinen gut gesichert mitfahren können, eine andere Familie brauchte eine Kindermatratze. „Einmal haben wir eine Reittherapie ermöglicht, ein anderes mal den Theaterbesuch mit der Schule.“ Gar nicht so selten seien auch vermeintliche Kleinigkeiten wie warme Kleider und Schulsachen für Eltern unbezahlbar: „Da unterstützen wir die Kinder dann auch.“

Astrid Glos möchte gern die Sensibilität aller Kitzinger schärfen. „Wer sieht, dass ein Kind ein Defizit hat, weil der Geldbeutel der Eltern eben nicht prall gefüllt ist, der sollte wissen, dass es mit 'Kindern ein Lächeln schenken' ein unbürokratisches Projekt gibt, das einspringen kann.“

Am Ende habe nicht nur das Kind etwas davon, sondern das „gute Gefühl“ ziehe Kreise: „Die Kitzinger, die es sich leisten können, freuen sich, dass sie helfen können. Und die Kinder lernen durch ihr eigenes Erleben, was einen sozialen Menschen ausmacht.“ So, wie es eben sein soll, in einer Solidargemeinschaft.

Kindern ein Lächeln schenken

Initiative: Vor zwei Jahren gründeten die katholische und die evangelische Stadtkirche Kitzingen die ökumenische Aktion „Kindern ein Lächeln schenken“. Es geht dabei darum, Kindern aus einkommensschwachen Familien zum Beispiel einen Kindergartenausflug zu ermöglichen, ihnen Schulmaterial zu helfen oder ihnen nötige (Turn-)Schuhe zu spendieren. Jede Spende kommt den Kindern zu 100 Prozent zu Gute, versichern die Pfarrer Gerhard Spöckl und Thilo Koch. Es wird kein Bargeld ausgezahlt.

Ansprechpartner: Pfarrgemeinschaft St. Hedwig, Pfr. Gerhard Spöckl, Obere Kirchgasse 7, 97318 Kitzingen, Tel.: 09321/7177; Evangelische Stadtkirche, Astrid Glos, Gustav-Adolf-Platz 6, 97318 Kitzingen, Tel.: 09321/8026

Spendenkonto: St. Johannes Pfarrkirchenstiftung Kitzingen, „Initiative für Kinder“, Sparkasse Mainfranken Würzburg, IBAN: DE95 7905 0000 0048 8650 91

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