Gestaltungssatzung
Photovoltaik auf nicht einsehbaren Flächen erlaubt
Als "schützenswert" bezeichnete Bürgermeisterin Elisabeth Drescher den Sommeracher Altort. Gerade beim Thema Photovoltaik wird in der Winzergemeinde aber künftig mehr möglich sein. 
Als "schützenswert" bezeichnete Bürgermeisterin Elisabeth Drescher den Sommeracher Altort. Gerade beim Thema Photovoltaik wird in der Winzergemeinde aber künftig mehr möglich sein. 
Martina Geerdes
Sommerach – Über 20 Jahre ist die Gestaltungssatzung der Gemeinde Sommerach alt und deshalb in der Praxis in vielen Punkten nicht mehr zeitgemäß. Beim Thema Dachaufbauten oder Anlagen für erneuerbare Energien gab es dringenden Anpassungsbedarf. In der Gemeinderatssitzung am Montag im Sommeracher Rathaus stellte das Büro Schlicht Lamprecht Kern Architekten den Rätinnen und Räten nun den Entwurf der überarbeiteten Gestaltungssatzung vor.

Die größte Veränderung gibt es beim Thema Photovoltaik-Anlagen. So ist die Formulierung "nicht einsehbarer Bereich" gefallen. Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Altorts bedeutet dies, dass nun deutlich mehr Freiflächen – insbesondere in den Höfen – zur Verfügung stehen. Trotz der zahlreichen Erleichterungen bei der Anbringung von Photovoltaik-Anlagen, sind die Sichtachsen auf den sowie innerhalb des Altorts von der Bebauung ausgenommen. "Unser Ort ist schützenswert. Es ist unsere Aufgabe, die historischen Gebäude für die nächsten Generationen zu bewahren", stellte Bürgermeisterin Elisabeth Drescher klar. Die überarbeitete Satzung soll bis Ende des ersten Quartals für die Einwohner der Winzergemeinde verfügbar sein.

Im Rahmen der Präsentation erinnerte Architekt Stefan Schlicht zudem daran, dass sich alle Bewohner des Altorts einmal im Jahr kostenfrei städtebaulich beraten lassen können. "Bevor man einen Handwerker kommen lässt und wenn es nur um eine Kleinigkeit geht, sollte man das Angebot einer Beratung in jedem Fall annehmen", betonte er. "Für fast alles gibt es einen Lösungsansatz. Das ist unser Bestreben."

Bis zu 12.000 Autos zu Hauptverkehrszeiten gemessen

Zum wiederholten Mal war die Ausfahrt zur Staatsstraße Richtung Volkach, Dimbach und Schwarzach Thema im Gemeinderat. Die Winzergemeinde strebt hier eine Lösung zur Verbesserung des Knotenpunktes und der Verkehrssicherheit an. Dazu war das Büro Weinmann Ingenieure mit einer Verkehrszählung beauftragt worden, um eine fundierte Diskussionsgrundlage zu schaffen. In der Zählung wurden zu den Hauptverkehrszeiten zwischen 11.000-12.000 Autos an der Kreuzung erfasst, was laut Johannes Weinmann einem erhöhten Verkehrsaufkommen entspricht. Die Gemeinde wird die Ergebnisse jetzt an die zuständige Stelle des Landratsamts weiterleiten, um dort in den Dialog zu treten.

Im weiteren Verlauf der Sitzung stimmte der Gemeinderat nach einer kurzen Diskussion über die Auslastung der Buslinie für die Kostenbeteiligung der Gemeinde an der Freizeitbuslinie 105 "Mainschleifen Shuttle" von 2023 – 2026. Aufgrund der Neuausrichtung der ÖPNV-Verbindungen im Landkreis Schweinfurt wurde die Linie 106 gestrichen. Die Linie 105 fährt künftig statt bislang 23 Ortschaften nur noch elf Orte an. Die Maximalkosten belaufen sich jährlich auf knapp 3800 Euro. "Eine bessere Auslastung der Freizeitbuslinie unabhängig von regionalen Veranstaltungen wäre wünschenswert", betonte Bürgermeisterin Elisabeth Drescher, "der Zeitraum ist jedoch überschaubar. Wir warten ab, wie es sich entwickelt. Wenn wir die Buslinie nicht unterstützen, nehmen wir in Zeiten einer gewünschten Mobilität ein Angebot."

Der überarbeitete Ortsprospekt liegt im Rathaus aus

Des Weiteren informierte die Gemeindechefin den Gemeinderat über folgende Themen: Das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Sommerach kommt voraussichtlich bis Ende 2024 / Anfang 2025.

Für das Schuljahr 2022 / 2023 übernimmt die Gemeinde wieder 50 Prozent der Kosten für den Musikunterricht an der Musikschule Volkach. Aktuell nehmen 48 Kinder und Jugendliche aus Sommerach daran teil. Der zu zahlende Betrag für die Gemeinde beläuft sich auf knapp 4800 Euro.

Außerdem teilte die Bürgermeisterin mit, dass der überarbeitete Ortsprospekt für die Saison 2023 im Rathaus ausliegt. Hier wurde vor allem das neue Bildmaterial analog zur aktualisierten Gemeindewebseite verwendet.