Kitzingen
Wasser wird zum kostbaren Gut: Wie gehen Golfclubs im Landkreis Kitzingen damit um?
Die Golfplätze im Landkreis Kitzingen werden nach Bedarf und in genehmigten Mengen und Zeiten bewässert.
Die Golfplätze im Landkreis Kitzingen werden nach Bedarf und in genehmigten Mengen und Zeiten bewässert.
Foto: Thomas Mader
Zwei Golfer üben auf dem Mainsondheimer Golfplatz. So grün war die Anlage nicht immer, vor allem nicht im Hitzesommer 2022.
Zwei Golfer üben auf dem Mainsondheimer Golfplatz. So grün war die Anlage nicht immer, vor allem nicht im Hitzesommer 2022.
Foto: Hartmut Hess
Kitzingen – Der Sommer war trocken und heiß. Und auch der September-Regen konnte die Speicher nicht füllen. Die Golfclubs im Landkreis erklären, wie sie ihre Plätze bewässern.

Der Wassermangel ist in Zeiten des Klimawandels ein wichtiges Thema und Bewässerungsobjekte werden mitunter kritisch gesehen. Gerade nach dem langen, trocken-heißen Sommer sind die Wasserspeicher längst noch nicht aufgefüllt. Die Redaktion hat bei den drei Golfclubs (GC) im Landkreis Kitzingen – Schloss Mainsondheim, Kitzingen und Geiselwind – nachgefragt, wie sie mit dem kostbaren Nass umgehen. Anlass war der Leserbrief von Stefan Körber, der unter anderem fragte, ob es sinnvoll sei, "Ressourcen für Sportanlagen, die von Hobby- und Freizeitsportlern genutzt werden, so zu verschwenden".

Rudolf Fiedler, Clubmitglied in Mainsondheim, widerspricht den Behauptungen, die der Mainsondheimer in dem Brief an die Redaktion aufgestellt hatte. Er hatte darin moniert, dass der Golfclub aus einem Baggersee, der zum Main hin offen ist, Wasser entnehme. Das sei nicht richtig, sagt Fiedler. Denn der GC bewässere seine 18-Loch-Anlage ausnahmslos aus drei eigenen Brunnen.

Erlaubnis für eine Entnahme von Wasser aus dem Main

Tatsächlich hat der Club sogar die Erlaubnis für eine Entnahme von Wasser aus dem Main, was wegen Problemen mit verstopften Leitungen aber nicht praktiziert werde. "Hier bei uns werden keine Ressourcen verschwendet", betont Fiedler. Er verweist darauf, dass der Club auch bei der Trockenheit wochenlang die Spielbahnen nicht bewässert habe, weswegen weniger Wasser verbraucht werde.

Auch die Kritik, dass die Bewässerungsanlage die ganze Nacht hindurch laufen würde, relativiert GC-Präsident Peter Siegel. Denn erstens würden nicht alle Wasserspender gleichzeitig, sondern zeitlich versetzt laufen und zudem sei der Wasserdruck gesenkt worden, was die Beregnungsmenge ebenfalls reduziere.

Golfclub Kitzingen hat eigene Brunnen

Auch im GC Kitzingen wird die Anlage aus einem eigenen Brunnen gespeist, und wie bei allen Golfclubs im Landkreis liegt eine wasserrechtliche Genehmigung vor, die für die Kitzinger vom Wasserwirtschaftsamt erst heuer verlängert wurde. "Wir müssen regelmäßig die Wasserstände und die Mengen melden", sagt Kitzingens Vizepräsident Heiko Hirsch. Als Maßnahme zum Wassersparen werden dort ebenfalls die Spielbahnen nicht mehr bewässert und die Grüns weniger kurz gemäht.

Der GC Geiselwind erklärt ebenfalls, betont bewusst mit dem kostbareren Gut Wasser umzugehen. Wie Präsident Florian Rückel wissen lässt, haushaltet der Club sorgsam auf Basis der vom Wasserwirtschaftsamt vertraglich erlaubten Mengen. "Wir messen monatlich per Lichtecholot", versichert Florian Rückel und sein Club komme jederzeit den Meldepflichten nach. Der Club arbeitet auch mit dem Wasserwart der Gemeinde zusammen, und so gebe es im Steigerwald ein gutes Wassermanagement.

"Die Anträge der Clubs werden vom Wasserwirtschaftsamt fachlich begutachtet", erklärt der Pressesprecher des Landratsamts Kitzingen, Alexander Kother, auf Anfrage. Das Wasserwirtschaftsamt nehme Stellung zur Wasserentnahme, zur wasserwirtschaftlich verträglichen Menge und erteile zeitliche Auflagen. So ist zum Beispiel die Bewässerung in der verdunstungsreichen Tageszeit zwischen 10 und 18 Uhr nicht erlaubt.