Konzert
Auch Musik ist Teil des Nordhalbener Kunstsommers
Kai D., Nordhalbens „Piano Man“ und Mit-Organisator des 2. Kunstsommers, rockt  den „Kunst-Konsum“ mit einem zweistündigen Solo-Abend von „Gefühl und Härte“.
Kai D., Nordhalbens „Piano Man“ und Mit-Organisator des 2. Kunstsommers, rockt den „Kunst-Konsum“ mit einem zweistündigen Solo-Abend von „Gefühl und Härte“.
Foto: Norbert Neugebauer
Nordhalben – Mit einem Klavierabend brachte Mit-Organisator Kai Deckelmann unter seinem Pseudonym Kai D. musikalischen Drive in den 2. Nordhalbener Kunstsommer.

Da Pandemie-Auflagen-gerecht die Veranstaltungsreihe insgesamt nur reduziert stattfinden kann, durften beim Konzert im „Kunst-Konsum“ (ehemaliger Blumenladen) auch nur 25 angemeldete Gäste mit viel Platz den Klängen des heimischen „Piano-Man“ lauschen. Kai D., gelernter Klavierbauer und Design-Kunsthandwerker, hatte ein knapp zweistündiges Programm aus verspielten Bar- und Romantik-Stücken, Filmtiteln, Brit-Pop, US-Rock und Post-Punk mit Schwerpunkt 80er-Jahre, aber auch bluesigen Nummern und eigenen Titel zusammengestellt, das er mit atmosphärisch-verbindenden Ansagen moderierte.

Die meisten Stücke hatte er selbst für das Tasteninstrument adaptiert und mit improvisatorischen Ergänzungen arrangiert. Das kam bei dem nicht nur altersmäßig gemischten Publikum bestens an. „Variationen – von Gefühl und Härte“ hatte das Konzert-Plakat versprochen, was der Abend auch hielt. Das lang vermisste Live-Erlebnis war nach eineinhalb Jahren Abstinenz zunächst aber noch ungewohnt, auch wenn die Schummer-Beleuchtung für eine intime Stimmung sorgte. Der Funke sprang aber bald über und gegen Ende des ersten Teils wurde es richtig emotional. Kai D. entführte seine Zuhörer in eine Kirche in New Orleans, in der ein Gospelchor einen alten Blues anstimmte, was für einige feuchte Augen sorgte. Ein ganz anderes Etablissement der Südstaaten-Metropole rock„n„rollte nach der Pause aus dem Flügel. Zum „House of the Rising Sun“ wurde es schwitzig im kleinen Saal, bevor sich die Geisterreiter in den staubigen Wüstenhimmel aufschwangen. Darüber legten sich dann jedoch die „Sounds of Silence“ - ein „Wonderwall“, der „Billy Jean“ „Sweet Dreams“ verpasste. Und zum Tanzen reizte. Nach dem verdienten Schlussapplaus widmete der schwarz gekleidete Tastenmann seine Zugabe einer verehrten großen, aber leider schon toten Kollegin: „Back to Black“ (für Amy). Das Konzert wird am 15. August 2021 an gleicher Stelle wiederholt, ist jedoch auch schon ausgebucht.

Der 2. Nordhalbener Kunstsommer mit Präsentationen in verschiedenen ehemaligen Geschäften läuft noch bis 22. August 2021 – Infos: https://www.facebook.com/Nordhalbener-Kunstsommer-288927111982905/