Jubiläum
FC Pressig: Einst eine Macht in der Region
1954 stiegen die Fußballer des FC Pressig in die Landesliga auf. Im Bild (stehend,von links) geschäftsführender Vorsitzender Max Lieb, Max Scherbel, Hans Welscher, Heinz Pyrites, Alfred Linß, Fred Roßbac, Vorsitzender Hans Nickel und Josef Lang sowie (knieend, von links) Willi Leitz, Wolfgang Schubert, Siegfried Beetz, Hans Wachter, Hans Gerber und Hans Barnickel
1954 stiegen die Fußballer des FC Pressig in die Landesliga auf. Im Bild (stehend,von links) geschäftsführender Vorsitzender Max Lieb, Max Scherbel, Hans Welscher, Heinz Pyrites, Alfred Linß, Fred Roßbac, Vorsitzender Hans Nickel und Josef Lang sowie (knieend, von links) Willi Leitz, Wolfgang Schubert, Siegfried Beetz, Hans Wachter, Hans Gerber und Hans Barnickel
Foto: Repro: K.- H. Hofmann
Pressig – Der 1. FC Pressig ist 100 Jahre alt und kann auf eine eindrucksvolle Geschichte zurückblicken. Nur mit der Jubiläumsfeier wird es dieses Jahr nichts.

Der 1. FC Pressig blickt auf 100 Jahre seines Bestehens. Der im Jahr 1921 gegründete Fußballclub 1. FC Pressig brauchte drei Anläufe, bis es mit der Vereinsgründung funktionierte. Nun muss auch das Fest zum 100-jährigen Bestehen – wegen Corona – verschoben werden. Dieses Jahr wird nichts mehr daraus, ist man sich im Vorstand einig.

Wie die Ehrenvorsitzenden, Ottmar Gerber und Hans- Jürgen Nickel, Vorsitzender Manfred Müller und der langjährigen Schriftführer und Abteilungsleiter Tischtennis, Siegfried Jungkunz, erklären, steht für sie gleichwohl fest, dass der Verein das Jubiläum würdig feiern wird. Dafür habe man das Jahr 2022 angepeilt, aber leider noch keinen konkreten Termin festlegen können. Das sei erst möglich, wenn sich klarer abzeichne, welche Einschränkungen die Pandemie noch mit sich bringe.

Die Arbeiten laufen

Derzeit wird fleißig am Sportheim und an der Sportanlage gearbeitet. Es wurde bereits eine energetisch und ökologisch effizientere Flutlichtanlage mit LED-Technik installiert. Rasen- und Pflege des Sportplatzumfeldes wurden durchgeführt und derzeit wird das Sportheim an der Außenfassade aufgefrischt. Danach wird eine Photovoltaikanlage auf das Dach installiert. Es gibt also noch viel zu tun.

Zur Vorbereitung des 100-Jährigen gehört aber auch eine Rückschau auf recht erfolgreiche sportliche Zeiten dieses traditionsreichen Fußballclubs. Schließlich stand man schon mal im Blickpunkt des Fußballgeschehens im Frankenwald und spielte in der ersten Amateurliga Bayerns.

Doch von vorne: Schon im Jahr 1913 fand einem Zeitungsbericht zufolge ein Wettspiel der ersten Mannschaft des Turnvereins Pressig gegen den Fußballclub „Pfeil“ Ludwigsstadt statt, das mit einem 4:0-Sieg der Ludwigsstädter endete. Wohl wegen des Ersten Weltkriegs wurde Spielbetrieb dann eingestellt.

Einige junge Männer versuchten es im Jahr 1919 wieder und gründeten den Fußballclub „Frankonia Pressig“. Zum Fußballspielen musste man nach Eila oder Brauersdorf, weil man kein geeignetes Gelände in Pressig hatte. Aber ab 1921 war ein regelmäßiger Spielbetrieb möglich. Der spätere Vereinswirt, Georg Barnickel, stellte eine Wiese zur Verfügung und es wurde ein Sportplatz errichtet. Noch im gleichen Jahr wurde ein Sportfest abgehalten und der Verein erhielt seinen Namen 1. FC Pressig. Mit zwei Mannschaften konnte man den Spielbetrieb aufnehmen.

Zu ersten Meisterehren gelangte man 1926 mit dem Aufstieg in die B- Klasse. Nach weiteren vier Jahren erreichte man die Meisterschaft in der B- Klasse und konnte in die A- Klasse aufsteigen. Einige Jahre später verpasste die einsatzfreudige Mannschaft nach einer Niederlage gegen Mönchröden den Aufstieg in die Oberfränkische Liga.

Während der Kriegsjahre war kein Spielbetrieb möglich, lediglich die Jugendmannschaft unter Leitung von Nikolaus Greger hielt am Fußballsport fest. Am 1. Dezember 1945 begann mit 50 Mitgliedern ein Neuanfang.

Schon 1946 konnte der Verein die Berechtigung für die Aufstiegsspiele in die Landesliga erreichen. Allerdings erwiesen sich die erfahrenen gegnerischen Mannschaften vom FC Lichtenfels, Bayern Hof, FC Bayreuth, VFL Neustadt und SV Tirschenreuth zu stark und es wurde nichts mit dem Aufstieg.

Doch im Jahr 1952 machten die Fußballer des 1. FCP wieder überregional auf sich aufmerksam. Sie wurden Pokalsieger von Oberfranken, wozu drei namhafte Trainer mit ihrer guten Aufbauarbeit beitrugen. Unter anderem Gustav Schober, der von 1947 bis 1960 für den 1. FC Nürnberg insgesamt 295 Spiele absolvierte. Bis zu seinem Tode im Jahr 2014 hielt er guten Kontakt zu Pressig, insbesondere zu Werner Krüglein.

Vor 5000 Zuschauern

Sportliche Höhepunkte schlossen sich für die Fußballer des 1. FCP in den Jahren 1954 bis 1956 an, als man in der ersten Amateurliga Bayerns, damals der dritthöchsten Liga in Deutschland, mitspielen konnte. Unvergesslich bleiben Fußballspiele wie jenes gegen den FC Kronach im Jahr 1948, das der FCP mit 1:0 vor – sage und schreibe – 5000 Zuschauern gewann. Somit war nach dem Gewinn der Aufstiegsspiele der Aufstieg in die zweite Amateurliga gesichert.

1953/54 konnte man die Meisterschaft in der zweiten Amateurliga feiern. Obwohl man überlegen Spitzenreiter war, musste man ein Entscheidungsspiel in Kulmbach gegen Sylvia Ebersdorf bestreiten und gewann vor 3000 Zuschauern schließlich mit 2:1. Die Sympathien des gesamten Frankenwaldfußballvolkes galten den Pressigern.

Sensationell erreichte diese Mannschaft auch die Aufstiegsrunde zur Landesliga und spielte in der ersten Amateurliga bis 1956, was bis heute der sportliche Höhepunkt in der Vereinsgeschichte des 1. FCP blieb. Im Fußballsport folgten ruhigere Jahre.

Nach 48 Jahren holte sich der FC Pressig 2002 wieder einmal einen Meistertitel und stieg in die Kreisklasse auf. Alle Aufstiege zuvor hatte man als Tabellenzweiter oder in Relegationsspielen geschafft.
Nach 48 Jahren holte sich der FC Pressig 2002 wieder einmal einen Meistertitel und stieg in die Kreisklasse auf. Alle Aufstiege zuvor hatte man als Tabellenzweiter oder in Relegationsspielen geschafft.
Foto: Repro: Karl-Heinz Hofmann

1982 erfolgte der Grundstückskauf für den Sportplatz. Vier Jahre später nahm der Vorstand das nächste größere Projekt ins Visier, ein Sportheim sollte errichtet werden. Viele Helfer, nicht nur Mitglieder, sondern auch Gönner und Freunde, gingen mit Begeisterung an die Sache. Bereits im November 1986 konnte Richtfest gefeiert werden. Voller Stolz konnte im Juli 1988 für das schmucke Sportheim die Einweihung, verbunden mit einem dreitägigen Sportfest, gefeiert werden.

In den vergangenen 30 Jahren erforderte dann vor allem das Sportheim mit Modernisierungen und Renovierungen immer wieder den Einsatz der Idealisten. Aber man ist fest davon überzeugt, zu der 100- jährigen Jubelfeier ein vorzeigewürdiges Sportheim und Sportanlage präsentieren zu können.

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