Spendenwette
Kronach: Wer hilft „armen Socken“?
Seit Freitag hängen Socken an der Klosterbrücke in Kronach.
Seit Freitag hängen Socken an der Klosterbrücke in Kronach.
Foto: Daneila Pondelicek
Kronach – Seit Freitag hängen bunte Socken an der Klosterbrücke in Kronach. Hintergrund ist eine Spendenwette, die die Adalbert-Raps-Stiftung ausgerufen hat.

Haben Sie auch schon einen Socken an Ihrer Windschutzscheibe gefunden? Insgesamt 176 „einsame“ Socken kamen allein bei den Mitarbeitern des Caritasverbands Landkreis Kronach zusammen. Einige der „Einzelgänger“ befestigten diese an zwei Leinen rechts und links auf der Brücke neben dem Caritas-Haus mit dem Schriftzug „Top, die Wette gilt“; andere sorgten sicherlich an geparkten Fahrzeugen für so manch erstaunte Gesichter. Mit der netten Idee stellt sich die Hilfsorganisation einer Wette der Adalbert-Raps-Stiftung.

Top, die Wette gilt

„Wetten, dass Eure Organisation es nicht schafft, innerhalb von fünf Wochen mindestens 300 Euro Spendengelder zu sammeln?!“ – Mit dieser Wettansage fordert die Kulmbacher Stiftung gemeinnützige Organisationen in Oberfranken im Wettzeitraum vom 8. November bis 10. Dezember 2021 – nunmehr bereits zum zweiten Mal – dazu heraus, das Ehrenamt aktiv zu fördern. In diesem Sinne erwartet die Wettpartner auch in Runde zwei der „sozialen Wette“ ein attraktiver Wetteinsatz: Ist die Wette mit einer Einnahme von mindestens 300 Euro Spendengeldern gewonnen, verdoppelt die Stiftung den gesammelten Erlös. Gedeckelt wird der Wettgewinn bei 1000 Euro. Für die innovativste Fundraising-Aktion gibt es 1000 Euro on Top. Die Kronacher Caritas hat mit ihrer Bewerbung einen der begehrten insgesamt 40 Wettplätze erhalten.

(von links) Andrea Wild, Kreisgeschäftsführerin Cornelia Thron, Kristin Hefner, Irene Piontek und Birgit Weickert bei der Eröffnung der Wett-Aktion.
(von links) Andrea Wild, Kreisgeschäftsführerin Cornelia Thron, Kristin Hefner, Irene Piontek und Birgit Weickert bei der Eröffnung der Wett-Aktion.
Foto: Heike Schülein

„Nun gilt es für uns, Spendengelder zu sammeln. Da die Stiftung alle Spenden zwischen 300 Euro und 1000 Euro verdoppelt, ist jeder gespendete Euro doppelt so viel wert“, winkt Irene Piontek, Leitung der Abteilung Soziale Hilfen, mit dem Zaunpfahl. Die Idee entstand, da sich die Caritas um „Arme Socken“ im Landkreis kümmert – Eine Redewendung für Menschen, die es nicht so leicht im Leben haben. Zu den vielfältigen Hilfsangeboten zählt auch die „Waschküch“. Hier stellt man – neben einer Waschmaschine, einem Trockner und einer Duschmöglichkeit – auch einen vollständig eingerichteten PC-Arbeitsplatz zur Verfügung. Die Klienten können damit eigenständig ihre Angelegenheiten regeln, wie Bewerbungen schreiben etc.

„Aufgrund der steigenden Nachfrage wollen wir unsere haushaltsübliche Waschmaschine durch ein leistungsfähigeres und schnelleres Gerät ersetzen“, kündigt die Sozialpädagogin an, mit den Spendengeldern eine Industrie-Waschmaschine anschaffen zu wollen. Hierfür müsse man mit Kosten von rund 2500 Euro rechnen. Bei einem verkürzten Waschvorgang könnten dann auch zwei Personen pro Tag Wäsche waschen bzw. anschließend trocknen. „Mit dem Bild der „Armen Socken“ schlagen wir auch den Bogen zu den verlorenen Socken der Waschmaschine“, so Irene Piontek weiter. „Arme Socken“ sollten wissen, dass sie bei der Caritas gehört werden und es für jede Situation Lösungsansätze gibt: manchmal ganz praktische – wie die Möglichkeit zu waschen; manchmal etwas schwierigere, die man erst finden muss – zum Beispiel bei finanziellen Notlagen.

„Die Wette sollte eigentlich beim Gottesdienst zum „Welttag der Armen“ eröffnet werden, der leider aufgrund der angespannten Corona-Lage abgesagt werden musste“, bedauert Kreisgeschäftsführerin Cornelia Thron. Die Wette möchte der Caritasverband gerne nutzen, um auf zwei Aspekte aufmerksam zu machen: Einmal, dass es viele „Arme Socken“ unter uns gibt – und jeder von uns auch in Gefahr ist, schnell selbst in eine Notlage zu geraten.

Spenden bis 10. Dezember

„Wir hoffen, dass möglichst viele mitmachen, ihre einsamen Socken daheim füllen – und freuen uns über jede noch so kleine Spende“, bekundet Cornelia Thron. Die Spenden-Socken – gerne auch Nikolaus-Socken – können bis 10. Dezember in allen Caritas-Einrichtungen abgegeben werden. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, eine Spende auf das Konto bei der VR Bank Oberfranken Mitte eG IBAN:DE 59 7719 0000 0207 1008 33 mit dem Stichwort „Arme Socke“ zu überweisen. Auf Wunsch sind natürlich auch Spendenquittungen möglich.

Ein großes Lob zollt Cornelia Thron ihrem Team für die außergewöhnliche Idee der Spendengenerierung, mit der man sich zudem auch Hoffnung auf den Innovations-Bonus von 1000 Euro macht. Herzlicher Dank gebühre in diesem Zusammenhang auch der Adalbert-Raps-Stiftung für diese tolle Aktion. Nun hofft man einmal mehr auf die Solidarität der Landkreis-Bevölkerung. „Top, die Wette gilt!“