Zuhause gesucht
Pünktchen-Lady möchte die Welt entdecken
Rubia ist ein Dalmatinermix aus Spanien.
Rubia ist ein Dalmatinermix aus Spanien.
Foto: Tierheim Kronach
Kronach – Aus Spanien nach Kronach gekommen, sucht die Dalmatinermixdame Rubia nun ein neues Zuhause im ländlichen.

Wie ihr Name schon vermuten lässt, stammt Rubia (auf deutsch "die Blonde") ursprünglich aus Spanien. Sie wurde auf der Straße geboren, ihre Mutter war eine reinrassige Dalmatinerhündin, ihr Besitzer ein mittelloser Bettler, der sich weder um seine Hündin, noch um ihren Nachwuchs kümmern konnte. Frauen wurden auf die Not der Hunde aufmerksam und nahmen Rubia, ihre Mutter und ihre drei Schwestern mit zu sich nach Hause.

Nun hatte Rubia zwar ein Dach über dem Kopf, Futter und auch Streicheleinheiten, aber als heranwachsender Junghund hätte sie so viel mehr Anregungen gebraucht, als ihre neuen Besitzerinnen ihr bieten konnten. Dort wuchs sie ausschließlich in einem Garten auf, wurde weder spazieren geführt noch erzogen und hatte somit keinerlei Gelegenheit, die Welt außerhalb ihres kleinen Lebensraums kennenzulernen. Immerhin waren die Frauen aber gut zu ihr, so dass sie wenigstens keine schlechten Erfahrungen machen musste.

Von Spanien nach Deutschland

Nach vier Jahren konnten oder wollten die Frauen Rubia und ihre Schwestern nicht mehr behalten und brachten sie in unser dortiges Partner-Tierheim Sierra Nevada, von wo aus nun schon mal Rubia als erste den großen Sprung nach Deutschland antreten durfte. Nun hofft die süße Maus auf eine glückliche und gesicherte Zukunft in einer netten deutschen Familie.

Leider hat ihre Vorgeschichte jedoch Spuren hinterlassen. Da Rubia fast ausschließlich mit Frauen aufgewachsen ist, sind ihr Männer meist recht unheimlich. Die tiefere Stimme und das größere Aussehen tragen natürlich ebenfalls dazu bei, dass Rubia die Herren der Schöpfung bedrohlich findet. Ihre Unsicherheit versucht sie dann manchmal mit Bellen zu überspielen - so ganz nach dem Motto "Tu mir ja nichts, du siehst ja, wie gefährlich ich bin". Trotzdem ist Rubia aber absolut lieb und gutmütig und lässt alles mit sich machen!

Sie braucht nun unbedingt Menschen, die sich ein bisschen in sie und in ihre Situation hineinfühlen können und die nicht erwarten, dass sie gleich vom ersten Tag an perfekt ist. Man muss bedenken, dass sie vier Jahre ihres Lebens abgeschottet in einem Garten aufgewachsen ist und keine Gelegenheit hatte, all die verschiedenen Alltags-Situationen, mit denen ein Hund normalerweise konfrontiert ist, kennenzulernen. Straßenverkehr, laute Geräusche, ein Traktor, der rumpelnd vorbeifährt, Menschen, die auf sie zugehen und sich laut unterhalten - an all das muss sich Rubia erst gewöhnen. Auch im Haus könnte sie vor Staubsauger, Fernseher, Waschmaschine & Co erschrecken. Sie hat bis jetzt so wenig von der Welt gesehen, dass Dinge ihr unheimlich sein können, über die wir gar nicht nachdenken, weil sie uns völlig banal vorkommen.

Keine Angst vor Männern

Aber Rubia ist alles andere als ein hoffnungsloser Fall! Sie ist noch jung, aufgeweckt, neugierig und durchaus bereit, aus ihrer kleinen Welt auszubrechen und über ihren Tellerrand zu schauen. Doch dazu braucht sie die Hilfestellung von einfühlsamen Menschen, die gelassen, ruhig und liebevoll mit ihr umgehen und ihr auf diese Weise Sicherheit vermitteln. Die ihr alles zeigen und Verhaltensweisen wie Alleinbleiben, Benimm in der Wohnung, aber auch die wichtigsten Kommandos mit ihr üben. Die sie nicht bedrängen, sondern ihr ganz ungezwungen vormachen, dass sie keine Angst vor Männern haben muss.

Katrin Meserth und ihr Team sind davon überzeugt, dass Rubia schnell lernen wird, denn sie ist offen und hat Menschen (bis jetzt aber eher Frauen) sehr ins Herz geschlossen. Bei ihren gewohnten Bezugspersonen ist sie auch überhaupt nicht ängstlich oder schüchtern, sondern kommt fröhlich angerannt, springt an ihnen hoch und fordert sie zum Spielen und Schmusen auf. Sie ist absolut lieb und freundlich, lässt auch unangenehme Dinge (wie zum Beispiel beim Tierarzt) ohne Probleme mit sich machen und ist sehr unterwürfig. Auch nette und vernünftige Kinder dürfen gerne in ihrem neuen Haushalt leben.

Da Rubia ihr ganzes Leben mit anderen Hunden (zuerst mit ihren Schwestern, dann mit ihren Tierheim-Kumpels) verbracht hat, wäre es für sie eine große Erleichterung, auch in ihrer zukünftigen Familie nicht als Einzelhund leben zu müssen. Sie würde sich gerne an einen Hundepartner anlehnen, der ihr Sicherheit gibt und von dem sie sich einiges abschauen kann. Das Geschlecht ist dabei nebensächlich, denn Rubia versteht sich mit allen Hunden bestens.

Neben der Freude daran, Rubia die Welt zu zeigen und mit ihr zu üben, sollten ihre neuen Besitzer auch gerne in die Natur gehen und sich gerne bewegen. Rubia ist recht temperamentvoll und hat viel Power, die sie gerne bei Wanderungen durch Wald und Feld herauslassen möchte. Auch liebt sie es, mit Bällen oder Quietschis zu spielen und darauf herumzukauen. Besonders viel Spaß macht ihr das natürlich, wenn auch noch ein zweiter Hund auf das Spiel mit einsteigt.

Rubias neues Zuhause sollte in ländlicher Umgebung liegen. Mit hektischem Stadtverkehr wäre sie definitiv erst einmal überfordert. Auch wäre ein eingezäunter Garten sinnvoll, damit sie dort ungestört und ohne Leine herumflitzen und spielen kann.

Gesucht wird nun eine nette Familie, die nicht zu viel auf einmal erwartet, aber genug Geduld und Spaß daran hat, mit Rubia zu üben und ihr die Welt zu zeigen. Wir sind davon überzeugt, dass sie ein kleiner Rohdiamant ist, der einmal ein ganz toller Kamerad werden könnte. Bei Interesse melden Sie sich bei Matrin Meserth (Tel. 09261/20111).