Tierheim
Sieben schwarze Katzen suchen ein Zuhause
Sie heißen Marshall, Mephisto, Milady, Marilyn, Minerva, Querida und Queenie, sind zwischen 2019 und September 2020 geboren und suchen ein neues Zuhause.
Sie heißen Marshall, Mephisto, Milady, Marilyn, Minerva, Querida und Queenie, sind zwischen 2019 und September 2020 geboren und suchen ein neues Zuhause.
Foto: Tierheim Kronach
Kronach – Im Kronacher Tierheim warten mehrere scheue Stubentiger sehnsüchtig auf ein neues Zuhause. Was Interessenten wissen müssen.

Im Mai hatten wir darüber berichtet, dass das Tierheim Kronach 24 Katzen auf einen Schlag aufnehmen musste. Die Großfamilie hatte in einer Scheune auf einem Bauernhof gelebt. Weil diese abgerissen wurde, hatten die Samtpfoten kein Dach mehr über dem Kopf. Da sie ohnehin nicht gern gesehen, sondern bestenfalls geduldet waren, wurden sie nach und nach eingefangen und ins Tierheim gebracht, wo sie erst einmal kastriert, geimpft und entwurmt wurden – ein Kraftakt, und zwar finanziell, platzmäßig und organisatorisch.

Pechschwarze Stubentiger

Zwei Drittel der Großfamilie durfte inzwischen in neue Familien umziehen. Übrig geblieben sind die Katzen, die auch sonst kaum gefragt sind: die schwarzen. Dabei haben die pechschwarzen Stubentiger mit ihren gelben Augen doch auch ihren Reiz. „Wir möchten daher besonders eine Lanze für die schwarzen Katzen brechen, schließlich haben sie sich weder ihr Aussehen noch ihr Schicksal selbst ausgesucht, sondern sind nur deswegen auf der Welt, weil wir Menschen es trotz unzähliger Appelle von Tierschutzorganisationen immer noch nicht geschafft haben, alle frei laufenden Katzen kastrieren zu lassen“, schreiben die Tierheim-Mitarbeiter.

Sie suchen händeringend Plätze für die scheuen Wildfänge, zumal diese zuvor ihre Freiheit gewohnt waren und verständlicherweise in der Enge der Katzengehege kreuzunglücklich sind.

Neugierde wird langsam geweckt

Doch wie Katzen vermitteln, die mit uns Menschen nichts zu tun haben wollen? Im Moment lässt sich noch keine einzige anfassen, von streicheln ganz zu schweigen. Sie reißen sofort aus, wenn man auf sie zugeht. Dennoch sind sie in den letzten Monaten immer neugieriger geworden. Da die Samtpfoten alle noch recht jung sind, haben die Mitarbeiter die Hoffnung, dass sie sich mit der Zeit doch noch aus ihren Schneckenhäusern locken lassen. Dafür brauche es nun Menschen mit viel Katzenverstand, Geduld und Liebe.

Gesucht werden daher Katzenliebhaber, die eine oder besser zwei Kratzbürstchen bei sich aufnehmen, ohne anfangs allzu hohe Erwartungen zu haben. Kleine Kinder wären nicht so ideal, denn Streicheln geht im Moment noch nicht. Dafür muss aber mindestens eine weitere Katze vorhanden sein.

Erstaunlich sauber

Im Katzenzimmer sind unsere Wildfänge übrigens erstaunlich sauber und so es wahrscheinlich, dass sie sich auch in einem Haus benehmen können – ein anfängliches Malheur kann natürlich immer mal passieren, bis sie sicher wissen, wo das Klo steht.

„Sie sind übrigens alle richtige Leckermäulchen und geradezu versessen auf Katzenmilch. Wenn sie sehen, dass man einen dieser kleinen Tetra-Packs öffnet, fallen ihnen schon fast die Augen aus dem Kopf, und sie können es kaum erwarten, bis man das Zimmer verlässt – vorher trauen sie sich in der Regel nicht heran“, so die Mitarbeiter. Aber Vorsicht! Man sollte nie ungeöffnete Milchtütchen herumstehen lassen. Aus leidvoller Erfahrung wisse man, dass diese in einem unbeobachteten Moment aufgebissen und in ein Körbchen verschleppt werden.

Möglichkeit zum Freigang

Nach ausreichend Eingewöhnungszeit müssen die kleinen Stubentiger auf jeden Fall auch wieder die Möglichkeit zum Freigang haben. Sie sind keine reinen Wohnungskatzen, sondern brauchen ihre Freiheit. Trotzdem soll ihnen immer die Tür zu ihrer Familie offenstehen, so dass sie wissen, wo Sicherheit, Geborgenheit und ein voller Futternapf zu finden sind. „Wir sind davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie Streicheleinheiten zu schätzen wissen.“

Wer genügend Geduld und Verständnis mitbringt und glaubt, dass er einer scheuen Bauernhofkatze eine neue Heimat bieten könnte, kann sich gerne im Tierheim melden.