Aus dem Tierheim
Stella wirkt wie Everybody’s Darling
Stella ist bedingt durch ihre Rasse kein einfacher Hund.
Stella ist bedingt durch ihre Rasse kein einfacher Hund.
Foto: Tierheim Kronach
Kronach – So süß sie auf den ersten Blick ist, so viel Arbeit braucht sie auch. Als Hütehundrasse braucht sie eine erfahrene Hand.

Wenn man rein nach dem Äußeren geht, ist Stella eine echte Bilderbuch-Hündin und lässt sicher das Herz vieler Hundebesitzer in spe höher schlagen. Sie hat eine angenehme Größe, liegt mit ihrer blonden Fellfarbe voll im Trend und ist mit ihren lustig funkelnden Augen und den süßen Fransen an den Ohren einfach bildhübsch. Da gibt es gar keinen Zweifel.

Besonderheit: Hütehunderasse

Dennoch ist Stella kein Hund für jedermann, auch wenn sie den Eindruck erweckt, Everybody´s Darling zu sein. Dies liegt zum einen an ihrer Rasse. Der Harzer Fuchs, von dem sie einen Großteil ihrer Gene geerbt hat, ist eine noch sehr ursprüngliche Hütehunderasse, die seit Jahrhunderten für die Arbeit an Herden gezüchtet und eingesetzt wird. Es handelt sich hierbei um wahre Arbeitstiere, die nur glücklich werden können, wenn sie eine Aufgabe haben. Da die wenigsten Familien mit einer Schafherde aufwarten können, muss man versuchen, Stellas Energie durch Hundesport in andere Bahnen zu lenken. Wichtig ist, dass Stella ihr Temperament sowohl körperlich (durch Rennen, Wandern, Spielen), aber auch geistig abarbeiten kann. Reines Spazierengehen ist nicht genug. Harzer Füchse sind anspruchsvolle Hunde, die von ihrem Menschen nicht nur körperliche Auslastung, sondern auch geistige Aufgaben erwarten. Stella möchte sich während der täglichen Gassirunde Herausforderungen stellen, sie möchte mitdenken müssen, Kommandos erlernen und ausführen. Dies gehört einfach zu ihrem Wesen und wenn dies zu lang ignoriert wird, wird sie ihre Energien in andere Bahnen lenken und Verhaltensweisen entwickeln, die für den Menschen nicht wünschenswert sind.

Da Stella selbst ein eher unsicherer Hund ist, benötigt sie konsequente Führung durch einen ruhigen und souveränen Menschen, an dem sie sich orientieren und sicher fühlen kann.

Stella braucht Bezugspersonen

Eng damit verbunden ist, dass Harzer Füchse eine sehr enge Bindung mit ihrem Menschen eingehen und bei Fremden eher misstrauisch und zurückhaltend reagieren. Auch bei Stella konnte das Tierheim dieses Verhalten beobachten. Nach ihrer Ankunft dort hat es Wochen gedauert, bis ihr Vertrauen soweit erlangt wurde, dass sie sich von uns anfassen ließ. Mit einigen wenigen Bezugspersonen ist sie inzwischen ein Herz und eine Seele und freut, wenn sie mit ihnen zusammen sein kann, aber mit Fremden will Stella nach wie vor eher wenig zu tun haben. Wer sich für sie interessiert, muss also einen längeren Atem mitbringen, denn er muss erst etliche Male mit ihrer gewohnten Gassigeherin einfach nur mitlaufen, so dass sich Stella an das neue Gesicht gewöhnen kann.

Für Stella kommen daher nur hundeerfahrene Menschen in Frage, die Geduld mitbringen und nicht erwarten, dass alles gleich von Anfang an perfekt klappt.

Ob Stella auch als Zweithund leben könnte, lässt sich im Moment noch nicht sagen. Beim Spazierengehen bellt sie andere Hunde oft an, jedoch nur aus Unsicherheit. Läuft man etwas nebeneinander her, taut sie schnell auf und möchte dann sogar spielen.

Im Haus ist Stella absolut brav. Obwohl sie draußen viel Temperament an den Tag legt, ist sie im Haus sehr ruhig. Sie ist stubenrein, macht nichts kaputt und kann ein paar Stunden allein bleiben, ohne etwas anzustellen. Ideal für Stella wäre ein Haus mit Garten in ländlicher Umgebung. Im Stadtverkehr oder einer Etagenwohnung würde sie sich nicht wohl fühlen.