In Kronach studieren
Brückenbauer für Arbeit im Gesundheitswesen
Der neue Studiengang in Kronach trägt Früchte.
Der neue Studiengang in Kronach trägt Früchte.
Foto: Marco Meißner
Kronach – Der Studiengang „Innovative Gesundheitsversorgung“ in Kronach zieht Kreise. Der praktische Nutzen steht dabei im Vordergrund.

Immer weniger Zeit für Patienten, immer weniger Fachkräfte – der im Oktober 2021 gestartete Bachelor-Studiengang „Innovative Gesundheitsversorgung“ der Hochschule Hof möchte Lösungsansätze für diese Problematik erarbeiten. In Kooperation mit dem BRK-Kreisverband Kronach nahmen zwölf Studierende Einblick in die Arbeitsabläufe im Kronacher BRK-Seniorenhaus. Ihre erarbeiteten Verbesserungsvorschläge hielten sie in Seminararbeiten fest.

Erleichterung der Arbeit

„Neuartige digitale Konzepte sollen die Prozesse erleichtern und damit auch die Arbeit der Beschäftigten“, erläuterte Professor Dietmar Wolff den Hintergrund des deutschlandweit einmaligen, innovativen Studiengangs am Campus Kronach, der sich interdisziplinär mit den Schnittstellen zwischen Gesundheitsversorgung, Informatik und Ingenieurwissenschaften beschäftigt. Es gehe dabei weder um die Ausbildung von Programmierern noch von Pflegekräften.

Sie freuen sich über die fruchtbare Kooperation des BRK und der Hochschule Hof (von links): Roland Beierwaltes, Wolfgang Stumpf, Tanja Karschunke (alle BRK), Dietmar Wolff sowie die Studierenden Lena Hamm, Emily Koch, Christopher Bodensohn und Sophia Markstein.
Sie freuen sich über die fruchtbare Kooperation des BRK und der Hochschule Hof (von links): Roland Beierwaltes, Wolfgang Stumpf, Tanja Karschunke (alle BRK), Dietmar Wolff sowie die Studierenden Lena Hamm, Emily Koch, Christopher Bodensohn und Sophia Markstein.
Foto: Heike Schülein

Gesucht seien vielmehr Brückenbauer zwischen digitaler Technologie und Sozialberufen, um mit einer Zusammenführung dieser Disziplinen die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter zu optimieren.

Das Lernpensum in den sieben Semestern umfasst dann auch medizinische Grundlagen ebenso wie Gesundheitsinformatik und Gesundheitstechnologie. Benötigt werde, so der Professor, viel theoretisches Wissen, aber auch Praxiserfahrung.

Mangel an Experten

Robotik, Telemedizin und Assistenzsysteme gewinnen seiner Meinung nach zwar immer mehr Einfluss in der Gesundheitsversorgung. Es mangele jedoch an Experten, die Technik und Fachprozesse verstehen und gleichzeitig wirtschaftliche und kommunikative Fähigkeiten mitbringen. Hier setzt der in der Hochschullandschaft einzigartige Studiengang an. Dieser vermittelt sowohl Fachprozesse aus der Gesundheitsversorgung als auch notwendige technische Kenntnisse.

„Ziel ist die Entlastung unserer Mitarbeiter, damit diese mehr für die Bewohner da sein können – also mehr Zeit von Mensch zu Mensch“, betonte BRK-Kreisgeschäftsführer Roland Beierwaltes. Mit Hilfe neuer Technologien und digitaler Anwendungen sollen Prozesse vereinfacht werden oder gar wegfallen.

Ein Umdenken beginnt

Bislang führten beispielsweise Fachkräfte auch solche Arbeiten aus, die anderweitig oder von Hilfskräften erledigt werden könnten. Dies werde sich in Zukunft ändern. „Wir werden Fachkräfte gezielt dort einsetzen, wo sie mit ihrer Qualifikation gebraucht werden“, verdeutlichte Tanja Karschunke, Leiterin Qualitätsmanagement Pflege. Tiefgehende Konzepte und gute Ideen seien bereits vorhanden, erklärte Beierwaltes. Auch mit niedergelassenen Ärzten, die für das Thema affin seien, stehe man im guten Kontakt.

Beeindruckt von ihren Erfahrungen im Seniorenhaus waren die Studierenden Emily Koch, Lena Hamm, Christopher Bodensohn und Sophia Markstein. „Ich erachte den Studiengang als sehr wichtig für die Zukunft“, sagte Koch. „Wenn man in die Praxis geht, denkt man ganz anders über diese Berufe, und man sieht, wofür wir das machen“, betonte sie.