Kommentar zu Corona
Wenn die Spitzenposition gar nicht Spitze ist
Die Coronaregeln im Landkreis Kronach werden ab Sonntag gelockert. Zum fünften Mal in Folge wurde die Inzidenzgrenze von 100 unterschritten.
Die Coronaregeln im Landkreis Kronach werden ab Sonntag gelockert. Zum fünften Mal in Folge wurde die Inzidenzgrenze von 100 unterschritten.
Foto: Nicolas Armer/dpa
Kronach – Der Landkreis Kronach ist mit einer Inzidenz von 83,9 negativer Spitzenreiter in Deutschland. Ein Einschätzung des Corona-Wertes.

Zeit ist relativ, das wusste schon Albert Einstein. Heute lässt sich dieser Denkansatz gut auf einen anderen wissenschaftlichen Bereich übertragen. Zahlen sind relativ. Vor allem Inzidenzzahlen.

Wir müssen gar nicht so weit im Fränkischen Tag zurückblättern, um zu erkennen, wie relativ einem dieser so wichtige Wert damals und heute erscheint. Nehmen wir beispielsweise den den 9. April 2021. Der Inzidenzwert in Kronach rauscht mit Karacho in Richtung 400. Nur noch die Stadt Hof steht im bundesweiten Vergleich schlechter da. Was soll denn noch getan werden, um die Zahlen wieder nach unten zu korrigieren? Die Kronacher schwanken zwischen Angst, Unbehagen und Zweifeln.

Aber springen wir weiter. 5. Mai: Der Wert sinkt, die Impfungen laufen, aber es gibt auch wieder einen Todesfall. Lockdown-Erleichterungen sind nicht in Sicht. Von Aufatmen also keine Rede, auch wenn es über 100 Punkte runter ging. Zwei Wochen später sieht es ganz anders aus. Die 165 ist zum wiederholten Mal unterschritten. Präsenzunterricht ist das Thema, vom Erreichen der 100 wird geschwärmt, Hoffnung keimt auf.

Und heute? Die 100 ist pulverisiert, die 165 längst halbiert. Aller Grund zur Freude. Nein! Diskussionen über fehlende Impfstoffe machen sich breit wie die Frage nach dem legeren Auftreten mancher Bürger seit den Lockerungen. Und dann ist da die Relativität der Zahl: Was Kronach selbst mit 300er-Werten erspart blieb, ist mit einer Inzidenz von 83,9 Fakt – Höchstwert in Deutschland.

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